Nach Todesfall und Insolvenz: So geht es weiter mit den Mehrfamilienhäusern Ächterheide

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60 Wohnungen sollen in der Ächterheide entstehen: ein Projekt, das sich verzögert hat wegen eines Schicksalsschlags. Jetzt gibt es eine neue Entwicklung, die manche auch tragisch nennen.

Olfen

, 02.09.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

60 Wohnungen von einer Größe zwischen 50 und 80 Quadratmetern sollen auf einem ehemaligen städtischen Grundstück an der Ecke Ächterheide/Kökelsumer Straße entstehen. Das ist der Plan seit 2016. Zu sehen ist davon aber noch nichts. Das hat mehrere Gründe.

Die Stadt hatte sich einen Partner gesucht und ihm das Grundstück verkauft, um das zukunftsweisende Projekt umzusetzen: Michael Kaminski, unter anderem Geschäftsführer der Plan 80 Projekte GmbH, der Plan 80 Planungsgruppe für Architektur und Städtebau GmbH und der Unternehmergesellschaft Plan 80 Bau: Unternehmen, die zusammen alles aus einer Hand bieten - planen, beantragen, betreuen, umsetzen.

Schicksalsschlag bedeutet Zwangspause und Neuausrichtung

So weit ist es in Olfen nie gekommen. Das Schicksal wollte es anders. Michael Kaminski ist tot. Er wurde im Oktober 2018 Opfer eines Verkehrsunfalls. Ein Schock, von dem sich seine Kollegen erst einmal hätten erholen müssen, sagt der damalige Büroleiter der Plan 80 Planungsgruppe in Berlin, Cord Veil.

Zusammen mit Kaminskis Witwe und den zuletzt sieben Kollegen habe er überlegt, ob und wie es weitergehen könne. Dann ist er einen entscheidenden Schritt gegangen.

Cord Veil wurde einen Monat nach dem Tod seines Chefs selbst Geschäftsführer der Plan 80-Planungsgruppe, die zu diesem Zeitpunkt gerade mitten in der Arbeit für verschiedene große Projekte war - unter anderem für das Projekt in Olfen. Das auch weiterzuverfolgen, erschien erfolgversprechend zu sein - zumal das Plan-80-Firmengeflecht dafür eine gute Struktur zu bieten schien. Es kam anders.

Am 16. August wurde das Unternehmen aufgelöst

Laut Bundesanzeiger, dem Verkündungs- und Bekanntmachungsorgan der deutschen Bundesbehörden, gibt es die Berliner Plan 80 Planungsgruppe für Architektur und Städtebau GmbH nicht mehr. Die Gesellschaft wurde am 16. August 2019 aufgelöst - aufgrund der Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

„Ich konnte die Gehälter nicht mehr zahlen“, bestätigt Cord Veil auf Anfrage. „Eine Tragödie“, was da mit Kaminskis Erbe passiert sei, sagt Veil. Nicht irgendwelche Auftraggeber hätten das Unternehmen im Regen stehen lassen, sondern das andere Plan 80-Unternehmen. Das ist Veils Meinung aus Berlin. Sie löst in Haltern am See heftigen Widerspruch aus.

Die Plan 80 Projekte GmbH heißt seit Mitte Juli 2019 Werkraum für Projekte GmbH mit Sitz in Haltern am See. An ihrer Spitze steht Kaminskis langjähriger Vertrauter und Geschäftsführer-Kollege Georg Scholze. Er ist auch Geschäftsführer der eigens für das Ächterheide-Projekt gegründeten Wohnen in Olfen GmbH. Scholze weist Veils Vorwürfe entschieden von sich.

Scholze: Vom Wechsel des Architekten geht keine Verzögerung aus

„Leistungen, die wir beauftragt haben, haben wir auch selbstverständlich bezahlt“, so Scholze. Richtig sei es aber, dass er für das Olfener Projekt den Architekten gewechselt habe: statt der Plan 80 Planungsgruppe um Veil arbeite ein Olfener Architekt für ihn. Ein durchaus üblicher Vorgang, der für keinerlei Verzögerung sorge.

Es geht um mehrere Mehrfamilienhäuser mit Wohnungen unterschiedlichen Zuschnitts, wie Scholze sagt. „Hand in Hand mit der Kommune und dem Gestaltungsbeirat“ werde das Projekt umgesetzt.

Laut Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann hat der Gestaltungsbeirat, das Beratungsorgan der Stadt für Baumaßnahmen von besonderer städtebaulicher Relevanz, die Pläne behandelt. Sie werden im Bau- und Umweltausschuss, der am Dienstag, 3. September, 18 Uhr im Bürgerhaus, Kirchstraße 22, öffentlich vorgestellt.

Der Ausschuss hat über eine Änderung im Bebauungsplan zu befinden. Wann danach die Bauarbeiten beginnen? „So bald wie möglich“, sagt Scholze.

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