Bis zu acht Meter hohe Skulpturen für Schloss und Ortskern

hzSchloss Raesfeld

Bis zu acht Metern hoch werden die sieben Skulpturen sein, die Ludwig Maria Vongries am Schloss Raesfeld und im Ortskern ausstellt. Zwei Materialien werden dabei „ihr Gewand tauschen“.

Raesfeld

, 08.06.2020, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gegensätze ziehen sich an - das kann man bei der Kunst von Ludwig Maria Vongries gut beobachten. „Auf immer und ewig“ betitelt er seine Skulpturen-Ausstellung in Raesfeld: „Das war eine spontane Idee.“ Und bei seinen Skulpturen verwendet er vor allem zwei Materialien, die man „nur mit großer Gewalt“ zusammenbringen könne, wie Vongries sagt. Mit tonnenschweren Biegemaschinen und Kettensägen.

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Ludwig Maria Vongries erklärt seine Ausstellung

Eichenholz aus dem Münsterland, Stahl aus dem Ruhrgebiet: Das sind die beiden wesentlichen Materialien, mit denen Vongries seine großformatigen Skulpturen formt, die ab Mitte/Ende September in Raesfeld zu finden sind. „Ganz widersprüchlich“ seien diese Materialien, doch einmal zusammengesetzt würden sich beide Materialien gegenseitig beeinflussen. „Durch das Wasser wird das braune Holz grau, der graue Stahl durch den Rost braun. Sie tauschen ihr Gewand.“

„Skulpturen leben mit den Jahreszeiten“

Die Gerbsäure des Holzes wirke auf den Stahl, das Eisenoxid auf das Holz ein. Vongries sagt, dass seine Skulpturen „mit den Jahreszeiten leben“. Und für ihn gibt es nicht Schöneres, als wenn auch die Menschen mit seiner Kunst leben. Dass die Skulpturen am Schloss Brautpaaren eine willkommene Foto-Kulisse bieten werden, vermutet auch Bürgermeister Andreas Grotendorst.

Doch Vongries wünscht sich, dass die Menschen seine Kunst erfahren, „anpacken“, sich damit beschäftigen. „Sie können etwa auf den Würfel steigen“, sagt Vongries über den tonnenschweren Metallwürfel „Cube“. Was die Menschen über seine Kunst denken werden, das will ihnen Vongries nicht vorschreiben - und wählt deshalb stets „einfache Titel“. Kunst im öffentlichen Raum sei eine Chance, „Altbekanntes neu zu sehen“.

Modelle im Maßstab 1:10

Recht handlich waren die Modelle, die Vongries am Montag zum Pressetermin mitgebracht hatte. Zehnmal größer werden sie sein, wenn sie am Schloss und im Ortskern ausgestellt werden. Ermöglicht worden sei die auf 14 Monate angelegte Ausstellung durch eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Rats, der Gemeinde, der Bürgerstiftung REH, der Akademie des Handwerks und des Ortsmarketings, sagt Bürgermeister Andreas Grotendorst. Schirmherr der Ausstellung ist der Präsident der Handwerkskammer Münster und des Westdeutschen Handwerkskammertages, Hans Hund.

„Five Big Strings" heißt das Kunstwerk, das auf der Bleichinsel am Wasserschloss bleiben soll.

„Five Big Strings" heißt das Kunstwerk, das auf der Bleichinsel am Wasserschloss bleiben soll. © Berthold Fehmer

Zwei der sieben Skulpturen werden die Raesfelder länger als 14 Monate begleiten. „Five Big Strings“ heißt eine Skulptur, die auf der Bleichinsel am Schloss positioniert wird und in die man sich sogar setzen kann. Acht Meter hoch wird „Large Column“ („große Säule“) aus dem Karpfenteich herausragen, der demnächst umgestaltet werden soll.

"Large Column" soll acht Meter aus dem Karpfenteich emporragen.

„Large Column" soll acht Meter aus dem Karpfenteich emporragen. © Vongries

Die anderen Objekte sollen das Schloss und den „Kunst- und Sagenweg“ bereichern, der die Schlossfreiheit an den Ortskern anbindet. Für das Jugendhaus beispielsweise will Vongries nicht mehr nur auf Holz und Metall, sondern auch auf buntes Kunstharz setzen. „Das ist ganz neu und erst gestern Abend fertiggestellt worden.“

Die Eröffnung der Ausstellung soll mit einer Vernissage im September auf dem Gelände des Schlosses gefeiert werden. Galeristin und Kunsthistorikerin Gabriele Hovestadt wird dazu, neben dem Künstler, eine Einführung geben. Weitere Modelle von Skulpturen wird Vongries dann auch noch für vier Wochen in den Räumlichkeiten des Schlosses ausstellen.

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