Diese Probleme will die Feuerwehr angehen

Feuerwehr

Der Raesfelder Brandschutzbedarfsplan zeigt, welche Probleme Feuerwehr und Gemeinde angehen müssen. Die Zahl der tagsüber verfügbaren Feuerwehrleute ist „an der unteren Kante“.

Raesfeld

, 12.07.2019, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diese Probleme will die Feuerwehr angehen

So hat sich die Zahl der Einsätze der Raesfelder Feuerwehr in den vergangenen Jahren entwickelt. © Brandschutzbedarfsplan

Das sagte Ordnungsamtsleiter Markus Büsken bei der Vorstellung des Plans am Dienstag im Rat. Alle fünf Jahre muss der Brandschutzbedarfsplan in der jeweiligen Gemeinde fortgeschrieben werden. „Unser Brandschutzbedarfsplan war so alt, dass wir gesagt haben: Den schreiben wir neu.“

Grundsätzlich werde das Gefährdungspotenzial in Raesfeld gering eingeschätzt, so Büsken. Das liegt daran, dass es in Raesfeld keine Autobahn, keine Eisenbahnschienen, wenige Gewässer und nur drei drehleiterpflichtige Gebäude gebe, so Büsken. Aber es gebe auch Gewerbebetriebe, die mehr Löschwasser benötigen, als die Gemeinde vorhalten muss. Bei Funke Medical seien beispielsweise mehr als 96 Kubikmeter Wasser pro Stunde vorgeschrieben, was bedeute, dass die Firma selbst Vorsorge treffen muss.

Für Gebäude wie Schulen, Altenheime, das Schloss oder auch große Gewerbebetriebe gibt es Feuerwehrpläne und Brandmeldeanlagen. Neu seien Feuerwehrschlüsseldepots, so Büsken: Dort könne die Feuerwehr auch nachts im Alarmfall einen Schlüssel des Gebäudes entnehmen.

Zahl der Feuerwehrleute soll erhöht werden

61 aktive Feuerwehrleute gibt es im Löschzug Raesfeld, 40 im LZ Erle, 18 in der Jugendfeuerwehr und 31 in der Ehrenabteilung. Fakt ist, dass die Zahl der Einsätze immer weiter ansteigt, vor allem im Bereich technische Hilfeleistung. Mittelfristig wolle man die Zahl der Aktiven erhöhen, von 101 auf 125, sagte Büsken. Durch Mitgliederwerbung und die Stärkung der Jugendfeuerwehr. Tagsüber seien derzeit die Besatzungen der Fahrzeuge so gerade eben mit Aktiven zu erreichen. „Es kneift auch schon mal. Das ist an der unteren Kante.“

Die Hilfsfrist, die besagt, dass im Brandfall die Feuerwehr innerhalb von acht Minuten nach Alarmierung vor Ort sein sollte, „kriegen wir in Homer nicht hin“, sagte Büsken. Dieses Problem, das in Außenbereichen bestehe, sei nicht nur eines in Raesfeld. In Homer soll es demnächst Infoveranstaltungen zum Brandschutz geben.

Schutzziele

Neben Hilfsfristen gibt es aber auch Schutzziele, die vom Rat festgelegt werden. Schutzziel 1 besagt, dass die Feuerwehr mit neun Funktionen in acht Minuten nach Alarm vor Ort sein soll. Funktionen, das sind etwa Gruppenführer, Maschinist, Angriffstrupp oder Schlauchtrupp. In weiteren fünf Minuten sollen weitere sieben Funktionen vor Ort sein (Schutzziel 2).

Optimal wäre natürlich, wenn die Feuerwehr es immer schaffen würde, die Schutzziele zu erreichen. Ein Erreichungsgrad von 100 Prozent, so der Brandschutzbedarfsplan sei aber realistisch nicht zu erreichen. 80 Prozent werden als Zielwert gesetzt. Diesen habe die Feuerwehr sowohl 2017 (83,3 Prozent) als auch 2018 (88,2 Prozent) übertroffen. Büsken: „Das Schutzziel 2 ist in der Regel kein Problem.“

Fahrzeuge haben lange Lieferzeit

Büsken zeigte, welche Fahrzeuge jetzt oder demnächst ausgetauscht werden müssen. Das Problem bei den neuen Fahrzeugen sei: „Die halten nicht mehr 35 Jahre, sondern maximal 20 bis 25 Jahre.“ Hinzu komme, dass man solche Fahrzeuge europaweit ausschreiben müsse und diese eine lange Lieferzeit hätten. Insgesamt drei Jahre vergehen so vom Beschluss der Anschaffung bis zur Lieferung. Heißt im Umkehrschluss: Feuerwehr und Gemeinde dürfen nicht mehr warten, bis Fahrzeuge endgültig kaputt sind.

Andre Olbing (CDU) lobte, dass der Brandschutzbedarfsplan die Probleme aufzeige. Gut finde er, „dass man das nicht nur so lässt, sondern etwas dagegen tut“, wie etwa mit der Infoveranstaltung in Homer. Einstimmig wurde der Brandschutzbedarfsplan vom Rat verabschiedet, ebenso die Ersatzbeschaffung eines Gerätewagens für den Erler Löschzug.

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