Flüchtlingshilfe sucht Paten, die Familien im Alltag helfen

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„Durch das Coronavirus ist das Thema in den Hintergrund geraten“, sagt Nicole Höbing über die Flüchtlingshilfe. Nun fehlen Helfer, die vor allem die Neuankömmlinge im Alltag begleiten.

Raesfeld

, 06.10.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 220 Flüchtlinge leben derzeit in Raesfeld. Die meisten schon seit Längerem. „Die brauchen nicht mehr wahnsinnig viel Unterstützung“, sagt Höbing, die für die Gemeinde Raesfeld die Flüchtlingshilfe koordiniert. Neu hinzugekommen sind seit Januar 2020 insgesamt 40 Männer, Frauen und Kinder, die wie die anderen am Anfang mehr Hilfe benötigen, was aufgrund des Coronavirus allerdings schwieriger zu organisieren war.

Es sei gut, „dass viele Programme aktuell wieder anlaufen“, sagt Höbing, die mitbekommen hat, wie sich die Verunsicherung in Coronazeiten insbesondere unter den Flüchtlingen breit machte. „Dadurch dass es ein globales Problem ist, hat jeder verstanden, worum es ging. Bei vielen ist die Sorge groß um Angehörige und befreundete Familien in den Heimatländern. Denn dort ist die medizinische Versorgung eine ganz andere als hier.“

„Das ist eine Sorge, die mitschwingt“

Die angespannte Situation etwa in Syrien, zusätzlich Corona: „Das ist eine Sorge, die mitschwingt“, beobachtet Höbing bei vielen Flüchtlingen. Damit diese die Corona-Regeln verstehen konnten, habe sie zu Beginn der Krise „ganz viel mit Piktogrammen in den Unterkünften gearbeitet“, sagt sie. Bei den Flüchtlingen seien die Regeln auch angekommen: „In meiner Sprechstunde hier ist noch nie jemand ohne Maske reingekommen.“

Viele Themen, etwa die Regeln zu Reisen oder großen Feiern, die derzeit die öffentliche Diskussion bestimmten, seien für die Flüchtlinge kein Thema, sagt Höbing. „Urlaub ist für sie finanziell nicht zu realisieren.“

„Einer hat sich gemeldet“

Für viele der 40 Flüchtlinge, die seit Januar 2020 in Raesfeld leben, fehlt aktuell ein bisschen Hilfe im Alltag. Für Montagabend hatte die Flüchtlingshilfe Interessenten eingeladen, die sich vorstellen könnten, mitzuhelfen. „Einer hat sich gemeldet“, sagt Höbing etwas ernüchtert.

Aktuell brauche man Helfer für etwa fünf bis sechs Familien, die noch keine Paten hätten. „Da geht es um Alltagssituationen. Mal den Tornister mit durchgucken. Die Kommunikation mit der Schule. Die Begleitung zum Elternabend oder Elternsprechtag. Das Sortieren von Dokumenten - was ist wichtig, was unwichtig? Oder mal einen Arzttermin per Telefon auszumachen“, so Höbing. Gebraucht werden derzeit besonders Helfer mit Französisch-Kenntnissen oder die sich vorstellen können, handwerklich im Fahrradkeller mitzuhelfen

Wer sich engagieren möchte, kann sich bei Nicole Höbing melden unter hoebing@raesfeld.de oder unter Tel. (02865) 955 341.

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