Für die geplante Festscheune gibt es nun einen Zeitplan

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Wie wichtig ein Treffpunkt für eine Dorfgemeinschaft ist, hob Regierungspräsidentin Dorothee Feller bei ihrem Besuch in Erle hervor. Für die geplante Festscheune gibt es nun einen Zeitplan.

Raesfeld

, 11.03.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gemeindevisitation - so nennt sich das, was die Münsteraner Regierungspräsidentin Dorothee Feller am Montag nach Raesfeld führte. Sehr vertraut sei ihr die Gemeinde, sagte sie zum Abschluss des Besuchs in der Kornbrennerei Böckenhoff - schließlich kommt Feller gebürtig aus der Nachbarstadt Dorsten. Und auch mit der Brennerei verbindet Feller Kindheitserinnerungen: „Mein Papa hat immer Böckenhoff getrunken.“

Doch nicht nur Erle war Thema beim Besuch. Zunächst sei es im Rathaus um Projekte der Dorfentwicklung gegangen, sagte Bürgermeister Andreas Grotendorst. Etwa den geplanten Bewegungspark oder auch die Neugestaltung des Erler Kirchplatzes. Sie sehe gute Chancen für die laufenden Städtebauförderanträge der Gemeinde, sagte Feller - letztlich entscheide aber das Land.

„Kein Ruhmesblatt für Deutschland“

In der Julia-Koppers-Gesamtschule sprach Feller auch mit der Schulleitung. Den Wunsch nach mehr Lehrpersonal konnte Feller gut verstehen, sagte aber auch, dass es im Moment „zu wenige Lehrerinnen und Lehrer gibt“. Dieses versuche man etwa mit Seiteneinsteigern abzufedern, doch Feller machte deutlich: „Das ist kein Ruhmesblatt für Deutschland.“

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Feller sprach auch mit Vertretern der Lokalpolitik. Das sei ihr wichtig gewesen, denn „Demokratie findet in den Kommunen statt.“ Sie lobte das ehrenamtliche Engagement: „Es ist keine Selbstverständlichkeit, in seiner Freizeit im Rat zu sitzen.“

Ein neuer Treffpunkt in Erle soll die neue Festscheune mit integriertem Café und Gasthof werden. Regierungspräsidentin Feller lobte das Projekt, für das es nun einen Zeitplan gibt.

Ein neuer Treffpunkt in Erle soll die neue Festscheune mit integriertem Café und Gasthof werden. Regierungspräsidentin Feller lobte das Projekt, für das es nun einen Zeitplan gibt. © Berthold Fehmer

Die Regierungspräsidentin besuchte nachmittags die geplante Festscheune auf dem Hof Böckenhoff in Erle. Junge Familien würden wieder die ländlichen Orte zum Wohnen entdecken, da diese „mehr Lebensqualität“ böten. Dennoch: „Man muss auch was tun und jungen Familien etwas anbieten.“

Als „Gemeinschaftshaus“ bezeichnete Feller die geplante Festscheune, für die erste Planungen vor rund zwei Jahren vorgestellt wurden. Die Bürger sollen sich in einem Genossenschaftsmodell beteiligen können - in diese Richtung laufe die Planung, so Bürgermeister Andreas Grotendorst: „Wir planen eine Infoveranstaltung vor Ostern.“

Eigene Zeitrechnung

Grotendorst: „Vor dem Jubiläums-Schützenfest im Juli wollen wir das Geld zusammenhaben.“ In Erle gebe es eine eigene Zeitrechnung, kommentierte dies Dorothee Feller lächelnd: „Vor dem Schützenfest und nach dem Schützenfest.“

Sie sieht gute Erfolgschancen für das Projekt, nicht nur wegen der Beteiligung der Bürger, sondern auch weil der Naturpark Hohe Mark in den kommenden Jahren „eine große Perspektive“ habe. Grotendorst führte zudem den „Hohe Mark Steig“, der in diesem Jahr eröffnet wird, als Möglichkeit für mehr Besucher im Ort an.

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