Überraschung: Gemeinde Raesfeld ersteigert Landhaus Keller

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Die Gemeinde Raesfeld hat das Landhaus Keller gekauft. Bei einer Auktion in Essen gab es ein Bieterrennen mit einem Telefonbieter. Für die Immobilie zahlt die Gemeinde einen hohen Preis.

Raesfeld

, 04.09.2020, 14:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klaus-Peter Großmann, Aufsichtsrat des Auktionshauses Grundstücksbörse Rhein-Ruhr, freute sich diebisch: „Das Objekt Nummer 7 hat bereits im Vorfeld große Aufmerksamkeit erregt.“ Das Objekt Nummer 7 bei der Sommerauktion in der Essener Philharmonie war das Landhaus Keller. Mitsamt seinen Nebengebäuden sollten Bietinteressenten mindestens 790.000 Euro hinblättern, um es kaufen zu können. Nach einer hochspannenden Schlacht zwischen einem Telefonbieter und Martin Tesing, Kämmerer der Gemeinde, ging der Zuschlag bei einem Preis von 1,16 Millionen Euro an die Gemeinde Raesfeld.

Klaus-Peter Großmann (r.) trat als Auktionator bei dem Bieterwettbewerb um das Landhaus Keller in der Philharmonie in Essen auf.

Klaus-Peter Großmann (r.) trat als Auktionator bei dem Bieterwettbewerb um das Landhaus Keller in der Philharmonie in Essen auf. © Claudia Engel

„Das muss ich jetzt erst einmal verdauen“, sagte ein sichtlich benommener Bürgermeister Andreas Grotendorst, als er von den Veranstaltern schnurstracks zum Notar geführt wurde, um den Kaufvertrag an Ort und Stelle besiegeln zu können. Was Raesfeld mit der schmucken Immobilie machen wird, blieb am Freitag unbeantwortet, da erst alle notariellen Formalitäten im Essen abgewickelt werden mussten.

Gute Unterhaltung auf hohem Niveau

Die Auktion selbst bot 94 Bietinteressenten und einigen Neugierigen gute Unterhaltung auf hohem Niveau. Der ein oder andere, der seine Nummernkarte hochhielt, freute sich über sein Schnäppchen auf dem Wohnungsmarkt. Es gab aber auch Ladenhüter, die niemand haben wollte. Das Landhaus Keller gehörte definitiv nicht dazu. Es hatte schon im Vorfeld für Furore gesorgt, da das Vier-Sterne-Haus optisch und inhaltlich ein Leckerbissen ist.

„13 Bietinteressenten haben sich das Objekt in Raesfeld zuvor angesehen“, sagte Klaus-Peter Großmann. Und etliche Anrufer hätten ihr Interesse am Erwerb der Immobilie bekundet.

Dass am Ende aber nur zwei Bieter um das Landhotel pokerten, überraschte den erfahrenen Immobilienmakler dann aber doch. Bei 790.000 Euro stiegen die Bewerber in die Versteigerungsrunde ein, um sich dann zunächst mit 5000 Euro, später dann mit jeweils 10.000 Euro zu überbieten.

Gebot der Gemeinde kam überraschend

Dass die Gemeinde mithalten würde, dürfte für viele Raesfelder eine große Überraschung sein. Im Vorfeld hatte Beigeordneter Martin Tesing eher Desinteresse am Kauf des Hauses signalisiert. Das Pokerface der Gemeindevertreter zahlte sich aber möglicherweise bei der Auktion am Freitag in Essen aus, da die Raesfelder ihre Absichten gründlich verborgen hatten.

Mit der Zahlung von 1,16 Millionen Euro darf sich die Gemeinde seit Freitagmittag Eigentümerin der Immobilie an der Weseler Straße 71 nennen. Was sie damit zu tun gedenkt, ist noch offen.

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