Gutachter: Sanierung der Fassade des Aelkes Hofes würde sehr teuer

„Rettet Aelkes“

Kann man die Fassade des Aelkes Hofes (Niewerther Hofes) erhalten? Das fordert die Bürgerinitiative „Rettet Aelkes“ und wurde vom Architekturbüro Meier und Kohlruss untersucht.

Raesfeld

, 26.06.2019, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gutachter: Sanierung der Fassade des Aelkes Hofes würde sehr teuer

Die Pläne, wie es im ehemaligen Niewerther Hof in Raesfeld weitergehen soll, wurden am Mittwochnachmittag dem Rat vorgestellt. © Berthold Fehmer

Günter Kohlruss hatte dazu eine eindeutige Meinung. Im Ratssaal wurden die Ergebnisse der Untersuchung am Mittwochnachmittag vor Vertretern des Rats, der Kirchengemeinde (Besitzer) und der Bürgerinitiative vorgestellt. Die Kirchengemeinde will an der Stelle ein Gemeindehaus mit Saal errichten.

Kohlruss sagte zu Beginn, dass er, als er nach der Auftragserteilung zum ersten Mal am Gebäude im Schatten der St.-Martin-Kirche vorbeigefahren sei, gedacht habe: „Das ist doch gar keine Frage, dass dieses Gebäude erhalten werden muss.“

Was beim genaueren Hinsehen offenbart wurde, änderte seine Meinung. Viele kleinere Beschädigungen, wie Dübellöcher, seien aufgetaucht. Hinzu kommen Wasserschäden oder verwitterte Simse. Ob man die kaputten Steine so wieder nachbauen lassen könne, sei aufgrund der geringen Menge („vielleicht 1000“) unsicher, so Kohlruss. Ein nachträglich eingefügtes Fenster an einer der Giebelseiten dürfe man aus statischen Gründen nicht so weit ans Dach bauen.

Risiken lauern im Keller

Die wahren Risiken lauern aber im Keller, wenn man die Fassade erhalten wolle. Denn über die Fundamente wisse man wenig. Der Keller sei nachträglich eingebaut worden. „Es kann sein, dass wir den Keller später statisch nicht mehr nutzen können.“ Ein Erhalt der Fassade bedeute, dass man die Entkernung des Gebäudes händisch vornehmen müsse. Das würde viele Monate länger dauern, als bei maschinellem Einsatz. Zudem müsste die Fassade abgestützt werden, was im Frontbereich vom Platz möglich sei, in den Seitengassen aber schwierig.

Erhalt der Fassade wird sehr teuer

Ob es trotz aufwändiger Abstützung, die bedeuten würde, dass etwa die Gasse an der Kirchenseite über Monate nicht mehr nutzbar sein würde, nicht doch zu Rissen in der Fassade komme, könne niemand garantieren, so Kohlruss. Seine Berechnung des Mehraufwands ergab, dass der Erhalt der Fassade 342.000 Euro koste. Aufgrund von Kostensteigerung im Baugewerbe und für unvorhergesehene Schwierigkeiten kalkulierte er 30 Prozent hinzu und kam so auf

einen Brutto-Betrag von etwa eine halben Million Euro. „Mit wirtschaftlicher Vernunft hat das nichts zu tun“, sagte Kohlruss.

„Da sind wir im Bereich Hobby.“ Diskutiert wurde im Anschluss, ob es andere Möglichkeiten gibt. Bei einer Begehung konnten sich die Teilnehmer selbst ein Bild vom Zustand des Gebäudes machen. Am 9. Juli soll der Rat über das Thema

entscheiden.

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