Hetkamp: Ladenumbau statt Corona-Schockstarre

hzHetkamp

Als viele Firmen im Corona-Lockdown in Schockstarre fielen, beschlossen Helmut Ackmann und Manuel Happe, das Hauptgeschäft der Firma Hetkamp umzubauen. Obwohl die Krise durchaus spürbar ist.

Raesfeld

, 10.10.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

2002 stieg Helmut Ackmann bei „Hetkamp - Einrichtung Mode und mehr“ als Geschäftsführer ein. 2006 kaufte er das Unternehmen, dass 1866 von Gerhard Hetkamp als Schreinerei gegründet wurde, zusammen mit Marlene Hübers und Thomas Flinks. „In den 14/15 Jahren habe ich viermal den Laden komplett auf den Kopf gestellt“, sagt Ackmann und lächelt.

Der 70-Jährige will erst „in ein, zwei, drei Jahren das Rentnerdasein genießen“. Dann soll Manuel Happe, der vor drei Jahren ins Unternehmen einstieg, alleiniger Geschäftsführer und Inhaber des derzeit 38 Mitarbeiter starken Unternehmens werden. Der 33-Jährige besuchte nach dem Abi die Möbelfachschule in Köln. „Das ist ein sehr gutes Sprungbrett, ein guter Start in die Möbelbranche“, sagt Happe. Zwölf Jahre arbeitete er bei Möbel Kerkfeld in Borken.

„Es ist zu viel geworden“

„Die Branche ist groß und trotzdem klein“, sagt Ackmann über die Zeit, als er nach einem Partner in der Geschäftsführung suchte. „Es ist zu viel geworden. Wir brauchten in der Geschäftsleitung Unterstützung, um einen Hauch Leben zu behalten“, so Ackmann. Happe sei ihm empfohlen worden und bei den Treffen habe man einen Draht zueinander gefunden. Ein „schleichender Prozess“ soll die Übergabe der Geschäftsführung werden - was Ackmann deutlich gegenüber einen abrupten Wechsel bevorzugt.

Mit drei Standorten ist die Firma Hetkamp in Raesfeld vertreten. An der Weseler Straße mit dem Einrichtungs- und dem Modehaus, an der Klümperstraße mit dem Kochstudio und am Schloss Raesfeld mit der Schlossremise. Letztere sei wichtig, um neue Kunden auf die Firma aufmerksam zu machen, sagt Ackmann, der als Einzugsgebiet nicht nur das Ruhrgebiet, den Kölner Raum und das Sauerland nennt. „Gerade habe ich eine Küche nach Bayern verkauft.“ In der eigenen Schreinerei werden Maßanfertigungen produziert.

„Die Mode leidet darunter weltweit“

Die Coronakrise habe die unterschiedlichen Teile des Hauses Hetkamp unterschiedlich beeinflusst. „In der Einrichtungsbranche hat es einen Schub nach vorne gegeben“, sagt Ackmann. „Die Menschen denken wieder an ihr eigenes Zuhause.“ Völlig anders sieht die Situation im Modehaus in der Coronakrise aus: „Die Mode leidet darunter weltweit“, sagt Ackmann. „Es wird im Moment deutlich weniger gekauft.“

Ist es für einen Möbel-Experten eigentlich schwierig, sich in den Bereich Mode hineinzufinden? Manuel Happe: „Ich bin schon immer sehr mode-affin gewesen.“ Wenn man sich mit der Mode-Welt auseinandersetze, „packt einen das innerhalb von Wochen“. Laut Ackmann sei der Erfolg bei der Einrichtung auch dem Mode-Teil der Firma zu verdanken. Bei einer Modemesse vor zehn Jahren habe man beispielsweise die Farben („Schlammtöne“), die jetzt noch im neu gestalteten Teil des Haupthauses zu sehen sind, entdeckt. „Unser Riesen-Vorteil ist, das wir schneller was sehen.“

„Modern, aber nicht modisch“

Bei Kleidungsstücken mit der Mode zu gehen, ist etwas anderes als bei der Wohnzimmer-Einrichtung - die wechselt man nicht jährlich aus. „Wir sind modern, aber nicht modisch“, sagt Happe. Für „zeitlose Eleganz“ stehe Hetkamp, sagt Ackmann. Fünf Innenarchitekten beschäftigt das Unternehmen. Eine Mitarbeiterin, die sich um das Thema Dekoration kümmere, fahre zu den Kunden. Wenn dieser etwa ein bestimmtes Bild wolle, das aber nicht in die Wohnung passe, müsse man das im Zweifel auch sagen, findet Ackmann.

Verstärktes Augenmerk hat Geschäftsführer Manuel Happe auf die Online-Aktivitäten der Firma gelegt. Auch wurde ein Image-Film produziert, der nun auf einem großen Fernseher im umgebauten Einrichtungshaus in Dauerschleife läuft. Dass der Laden mittlerweile nicht mehr so viele Stufen hat und die Schaufenster nun einen Blick in den Laden zulassen, freut Ackmann: „Als das damals geplant wurde, war das in der Zeit. Heute ist eine andere Zeit.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt