Probleme beim digitalen Lernen an der Julia-Koppers-Gesamtschule

hzSchulinterne Evaluation

Nach anfänglicher Begeisterung über Fortschritte beim digitalen Lernen im Lockdown hat eine Evaluation der Gesamtschule nun die Probleme aufgezeigt. Jetzt soll sie digitale Pilotschule werden.

Raesfeld

, 11.08.2020, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schulleiter Axel Heinz von der Julia-Koppers-Gesamtschule, deren Standorte in Borken und Raesfeld liegen, zieht als Fazit aus dem Lockdown: „Es geht vieles, was vorher undenkbar war.“ Lehrer und Schüler hatten ab März, als die Schulen schlossen, beim Umgang mit dem digitalen Lernen eine rasante Lernkurve hingelegt.

„Wir waren ganz begeistert, dass wir die Schüler erreicht haben“, sagt Heinz. Wobei dies nicht nur digital erfolgt sei, sondern auch mit „Gartenzaun-Besuchen“, also Besuchen der Lehrer bei ihren Schülern, bei denen der Abstand natürlich eingehalten wurde.

Trotz der Lernkurve sei „die Digitalisierung dringend notwendig“, sagt Heinz zu Beginn des neuen Schuljahres. Eine schulinterne Evaluation sei zu dem Schluss gekommen, dass nicht alles perfekt gelaufen ist. Die didaktische Leitung der Schule hat zwischenzeitlich aufgearbeitet, „dass die Schüler nicht flächendeckend Endgeräte zur Verfügung hatten und auch die Netzabdeckung nicht überall gleich gegeben war“, so Heinz.

„Bedürftige“ Schüler sollen digitales Endgerät bekommen

An der Netzabdeckung „kann man wahrscheinlich sowieso jetzt nichts ändern“, sagt Heinz, aber das Thema Endgeräte wird derzeit von Schulträgern und Schule besprochen. Geplant ist, mit finanziellen Hilfen vom Land, dass „Bedürftige“ ein digitales Endgerät in der Schule ausleihen können und auch alle Lehrer ein Endgerät bekommen sollen. Für bedürftige Schüler sei das, so Heinz, „besser als nichts. Damit sie nicht noch weiter abgehängt werden“.

Etwas schwierig findet Heinz, wie man die Bedürftigkeit feststellen soll. Bei kinderreichen Familien, bei denen Eltern im Homeoffice stecken, könnten beispielsweise die Endgeräte schon mal knapp werden. „Ich würde es begrüßen, wenn alle Schüler prinzipiell die gleichen Voraussetzungen hätten“, so Heinz, also auch gleiche Endgeräte hätten.

Antrag der UWG aus Borken und Raesfeld

Genau das fordern nun auch die Fraktionsvorsitzenden der UWG, Brigitte Ebbing in Borken und Wolfgang Warschewski in Raesfeld. Die Stadt Borken und die Gemeinde Raesfeld sollen alles in die Wege leiten, die Julia-Koppers-Gesamtschule oder zumindest Teile davon als Pilotschule einzurichten.

Jetzt lesen

Alle Schüler sollen dabei ein Tablet bekommen, das von der Schule administrierbar sein soll und etwa für Klassenarbeiten gegebenenfalls in der Nutzung eingeschränkt werden kann (etwa nur als Taschenrechner oder Wörterbuch). Dadurch, dass die Tablets solche Funktionen übernehmen können, erwarten die UWG-Fraktionsvorsitzenden Kosteneinsparungen.

„Kostenpflichtige Apps, für die die Schule eine Lizenz erworben hat, können so nach Gebrauch zentral wieder deinstalliert und für andere Lerngruppen bereitgestellt werden. Die Einzelheiten der Einstellungen oder Einschränkungen werden von der Schule, soweit nötig, für die entsprechenden Jahrgänge festgelegt“, so Ebbing und Warschewski in ihrem Antrag. Videokonferenz-Software solle ebenfalls auf den Tablets installiert sein.

Voraussetzungen an Schulstandorten gegeben

Die Voraussetzungen für eine „Schule der Zukunft“ sehen die Antragsteller bei der Julia-Koppers-Gesamtschule gegeben. „Die JKG wurde durch den Schulträger mit einem professionellen und leistungsfähigen WLAN ausgestattet. Außerdem verfügen sämtliche Klassenräume über Smart-Boards. Die betreffenden Klassenräume und auch die Fachräume haben die Möglichkeit, Inhalte auf digitalen Endgeräten zu präsentieren. Für Datenablage, Datenaustausch und Bereitstellen von Materialien steht der schuleigene Server oder eine Cloud bereit.“

Die Schulträger sollen nun, wenn sich eine politische Mehrheit findet, Konzepte erarbeiten und Angebote einholen. Nach einer Übergangszeit solle das Projekt evaluiert und gegebenenfalls an weiteren Schulen in Borken umgesetzt werden, so Ebbing und Warschewski.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt