Zur Großbaustelle wird die Julia-Koppers-Gesamtschule ab Mai. Alle Pläne sind allerdings noch nicht fertig. Mitreden sollen darüber auch Schüler, Eltern und Lehrer.

Raesfeld

, 03.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Dorfentwicklungskonzept sieht für den Schulstandort, den sich die Julia-Koppers-Gesamtschule und die 2021 auslaufende Alexanderschule noch teilen, eine „Öffnung zum Quartier“ vor. Ein Planentwurf, um Fördermittel zu beantragen, wurde bereits 2019 vorgestellt - seitdem hat sich allerdings wieder einiges geändert.

Da der Parkplatz an der Straße „Zum Michael“ laut Bauamtsleiter Bernd Roters „nachweislich zu eng“ ist, wollten die Planer im ersten Entwurf die Haltestellen für Busse an die Straße verlegen, um mehr Platz zu schaffen. Derzeit tendieren sie aber dazu, die Busse weiterhin neben der Schule halten zu lassen, wie Roters am Montag im Schulausschuss sagte. Man wolle das Thema bei einem Ortstermin mit Busunternehmen, Polizei und Fachunternehmen noch einmal besprechen.

Fahrradständer werden nicht überdacht

Auch eine zunächst geplante Verlegung der Fahrradständer wird nicht mehr empfohlen. Diskussionsbedarf sah Volker van Wasen (UWG) bei der Frage, ob die Fahrradständer überdacht werden sollten. Damit, so Stefan Bröker von der Bauverwaltung, habe man an der Sebastian-Schule schlechte Erfahrungen gemacht. Vor allem in den Sommermonaten hätten sich dort abends Leute getroffen, die für Probleme gesorgt hätten, so Bürgermeister Andreas Grotendorst. Der UWG-Antrag auf Überdachung wurde mehrheitlich abgelehnt.

Eigentlich sollten die Fahrradständer an der Gesamtschule zunächst dorthin verlegt werden, wo sich jetzt der Schulgarten befindet. Dieser kann jetzt bleiben. Auf dem erweiterten Parkplatz sollen ein bis zwei E-Ladestationen errichtet werden. Dafür gebe es Fördermittel, so Roters. Man müsse schauen, wohin sich das Thema E-Mobilität in den kommenden Jahren entwickele. Falls mehr Ladestationen auf dem Parkplatz gebraucht würden, „müssten wahrscheinlich dickere Stromkabel verlegt werden“.

Der derzeit recht trostlos wirkende Schulhof der Gesamtschule/Alexanderschule soll mit einem farbigen Spielboulevard aufgewertet werden.

Der derzeit recht trostlos wirkende Schulhof der Gesamtschule/Alexanderschule soll mit einem farbigen Spielboulevard aufgewertet werden. © Berthold Fehmer

Auf dem Schulhof soll mit einem 4,50 Meter breiten „Spielboulevard“ mehr Farbe einkehren. Es sei nicht geplant, die Fläche zu pflastern, so Roters, sondern diese zu asphaltieren. Volker von Wasen fragte nach, was es kosten würde, einen „ökologisch sinnvollen Belag“ aufzubringen. Dazu müsse man den teerhaltigen Unterboden komplett entfernen, was rund 250.000 Euro kosten würde, so Roters. Was ein ökologischer Belag koste, könne er nicht spontan beantworten - ein solcher müsse aber häufiger mit Spezialmaschinen gereinigt werden, damit die Steine wasserdurchlässig blieben.

Schüler sollen sich in den Pausen bewegen

Ein Klettergerät ist auf dem Schulhof geplant sowie ein interaktives Spielgerät, „computer-gesteuert mit Buzzern“, wie Roters erklärte. Ziel sei, dass die Schüler sich in den Pausen bewegten. Auch ein kleines Trampolin mit umliegendem Tartanbelag und ein Spielrondell sind geplant, sowie ein Bolzplatz und ein Basketball-Spielfeld. Zwei Bäume müssen für die Arbeiten auf dem Schulhof gefällt werden - einer davon sei bereits abgängig, sagte Roters. Ersatzpflanzungen sind geplant.

Volker von Wasen fragte, warum man nicht eine bauliche Verbindung vom Schulgebäude zur Turnhalle geplant habe. Das sei wegen unterschiedlicher Höhen nicht geplant, sagte Roters: „Aber den Gedanken nehmen wir auf.“

Schüler, Eltern und Lehrer sollen mitplanen dürfen

Bei den weiteren Planungen sollen Schüler, Eltern und Lehrer beteiligt werden. Das hatte die UWG beantragt. Gesamtschulleiter Axel Heinz schlug ein achtköpfiges Gremium aus Schülern, Lehrern, Ganztagskoordinator, Schulsozialarbeiter und Schulleiter vor - was einstimmig vom Ausschuss angenommen wurde.

Ein kompletter Bürgerbeteiligungsprozess, wie man es auch aus dem UWG-Antrag hätte herauslesen können, werfe die Frage auf, „ob man den Leuten nicht was vorgaukelt“, sagte Andreas Grotendorst. Denn es gehe nicht mehr um eine komplett neue Planung, da Unfallvorschriften, Brandschutz und vieles mehr zu beachten sei. Von Wasen sagte, dass es darum gehe, Schüler bei Einzelheiten zu beteiligen. Anwohner hätten auch vielleicht Sorgen und Ängste, was Lärm betrifft. „Die muss man denen nehmen.“

Das Dach des Altbaus der Schule soll noch im Sommer dieses Jahres gedämmt werden. Dass dies notwendig ist, davon war der Schulausschuss nach der Besichtigung überzeugt.

Das Dach des Altbaus der Schule soll noch im Sommer dieses Jahres gedämmt werden. Dass dies notwendig ist, davon war der Schulausschuss nach der Besichtigung überzeugt. © Berthold Fehmer

All die bisher geschilderten Maßnahmen können erst durchgeführt werden, wenn ein Förderbescheid eingegangen ist. Mit den Baustellen wird es an der Schule aber bereits im Mai losgehen, wenn das Dach des Altgebäudes gedämmt wird, das dafür eingerüstet wird. Auch die Dachpfannen werden dabei ausgetauscht. Erhalten könne man diese nicht, sagte Bröker bei der Besichtigung auf Nachfrage: „Wenn man die in die Hand nimmt, brechen sie.“

Mensa wird erweitert

Ein weiteres Großprojekt steht mit der Erweiterung der Mensa ins Haus, für die auch die Wand zum Flur entfernt wird. Zwei bodentiefe Fenster sollen den Schülern ermöglichen, in den schönen Monaten auf den Schulhof zu gelangen und dort auf einer neu zu errichtenden Terrasse zu essen.

Nach den Sommerferien werde der Umbau der Mensa zwei Monate für Einschränkungen sorgen, sagte Bröker. „Das kriegen wir nicht anders hin.“ Der Dachumbau soll hingegen bis Ende der Sommerferien abgeschlossen sein.

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