Dem geplanten Umbau der Erler Bibliothek in eine Kinderbücherei hat der Hauptausschuss noch keine Zustimmung gegeben. Vorher sollen noch einige Fragen beantwortet werden. © Berthold Fehmer
Bücherei

Keine Zustimmung für Umbau der Erler Bibliothek in eine Kinderbücherei

In eine Kinderbücherei soll die Erler Bibliothek umgebaut werden. Dafür gab der Hauptausschuss allerdings noch keine Zustimmung. Zu viele Fragen seien offen, so Karl-Heinz Tünte.

Aus Verwaltungssicht soll das passieren, „wie es die Bürgerinnen und Bürger schon mit den Füßen abgestimmt haben“, sagte der Erste Beigeordnete Markus Büsken am Montag im Hauptausschuss. Erwachsene würden die Bücherei kaum noch nutzen. Und Kinder im Wesentlichen nur im Rahmen des Schulunterrichts.

Gleichzeitig, so Büsken, gebe es einen hohen Medienbestand, wodurch hohe Bibliothekstantiemen an Autoren zu zahlen seien. Deshalb solle nach Willen der Kirchengemeinde St. Martin (Trägerin) und der Büchereileitung Jutta Weber die Erler Bibliothek in eine Kinderbücherei umgebaut werden. Eine neue Spielecke könne die Aufenthaltsqualität verbessern.

„Noch nicht entscheidungsreif“

„Aus unserer Sicht ist der Beschlussvorschlag noch nicht entscheidungsreif“, sagte Karl-Heinz Tünte (CDU). Zu berücksichtigen sei die anstehende „personelle Veränderung“ in der Kirchengemeinde durch den Weggang von Pfarrer Michael Kenkel. Zudem habe die CDU „das Gefühl, dass die (politische) Gemeinde über den Büchereibeirat nur begrenzte Möglichkeiten der Information und Einflussnahme hat. Aber wir übernehmen fast den vollen Kostenanteil.“

Die CDU wünsche Informationen zu den vertraglichen Details zwischen politischer und Kirchengemeinde sowie über die Entwicklung der Finanzierungszuschüsse. Zudem habe Jutta Weber bereits 2019 eine Bibliotheksstrategie für die Jahre 2020 bis 2025 entwickelt. „Wie ein roter Faden ziehen sich Fragen der personellen, finanziellen, räumlichen und organisationsunterstützenden notwendigen Veränderungen durch die Analyse“, so Tünte, der wissen möchte, welche Schritte daraufhin eingeleitet wurden.

Ehrenamtliche Mitarbeiter

Besonders die Entwicklung der personellen Situation der ehrenamtlichen Mitarbeit will die CDU beleuchtet wissen. Tünte: „Welche Möglichkeiten hat die Öffentliche Bücherei, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Bücherei zu gewinnen, und welche hat sie genutzt?“

„In Erle wird nicht weniger gelesen als in Raesfeld“, vermutete Hans-Dieter Strothmann (CDU). Deshalb müsse man die Ursachen für die „traurige Entwicklung“ suchen. „Liegt das an der geringeren Qualität des Angebots in Erle?“ Seine Meinung sei: „Eigentlich versucht man, das Problem zu lösen und es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, wie es jetzt ist.“

Was passiert mit den Medien?

Einstimmig beschloss der Ausschuss, den Beschluss zu vertagen. Beantwortet werden soll zu einem späteren Zeitpunkt, welche technische Unterstützung durch das Bistum der Bücherei gegeben wurde und wie die Gemeinde Raesfeld helfen könne. Falls man sich zum Umbau entschließe, müsse geklärt werden, was mit dem abzubauenden Medienbestand geschehe und welche Kosten mit dem Umbau verbunden seien, so Tünte.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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