Coronavirus: 25 Menschen in Raesfeld in Quarantäne, 19 Infektionen bestätigt

hzKrisenstab Raesfeld

Wegen des Coronavirus sind alle Veranstaltungen abgesagt, Messen wurden verschoben, Schulen und Kitas sind geschlossen. Auch die Verwaltung in Raesfeld besteht derzeit aus einem Krisenstab.

Raesfeld

, 15.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu viert sitzt der Krisenstab am Sonntag im Rathaus in Raesfeld. So klein wie nur irgend möglich sollte er sein, damit das Infektionsrisiko gering ist und trotzdem dringliche Angelegenheiten bearbeitet werden können.

„Die Kommunikationswege sind kurz und jeder bearbeitet quasi alles“, so erklärt es Markus Büsken, Leiter des Ordnungsamtes Raesfeld. Zu den insgesamt vier Leuten, die sich im Rathaus nun drei Büroräume teilen, kommen noch zwei bis drei Menschen in Sonderfällen.

E-Mails vom Gesundheitsamt nennt Kontaktpersonen

„Anfang der Woche hätte noch niemand gedacht, dass alles so kommt“, sagt Bürgermeister Andreas Grotendorst. Derzeit werden der Verwaltung in Raesfeld die Coronafälle vom Gesundheitsamt gemeldet. Sobald jemand positiv getestet wurde, kommt eine E-Mail vom Gesundheitsamt mit den Namen der Kontaktpersonen des Infizierten.

Zu ihnen nimmt die Verwaltung Raesfeld telefonischen Kontakt auf. „Dann greift die erlassene Ordnungsverfügung einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne“, so Markus Büsken. In den meisten Fällen wissen die Kontaktpersonen allerdings schon, was zu tun ist, bevor sich jemand von der Gemeindeverwaltung melden muss.

Besonnenheit der Kontaktpersonen hilft ungemein

Derzeit sind drei Skiclubs in Raesfeld in Quarantäne. Sie kehrten aus den besonders stark betroffenen Gebieten in Österreich zurück und haben sich in Ferienwohnungen in Raesfeld eingemietet, um ihre Familien nicht zu gefährden.

Insgesamt spricht der Krisenstab von rund 25 Quarantänefällen und von acht positiv getesteten Fällen. Am Abend sprach der Kreis Borken von 19 bestätigten Infektionen in Raesfeld. Alle Betroffenen kamen aus dem Gebiet Ischgl. Aufgrund der sofortigen freiwilligen Quarantäne sei die Lage gut eingrenzbar. Die Verwaltung lobt dieses besonnene Verhalten, denn es helfe dabei, weitere Infektionen mit dem Virus zu vermeiden.

Bürgermeisterkonferenz entscheidet über weiteres Vorgehen

Aufgrund der extremen Lage hat die Raesfelder Verwaltung die Menschen mit einer dringenden Empfehlung dazu aufgerufen, auch kleinere Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern abzusagen. Kapazitäten, um das Einhalten dieser Empfehlung zu kontrollieren, hat die Stadt Raesfeld allerdings nicht.

Für die Schließung von Kneipen und anderen Lokalen gebe es bislang noch keinen Erlass. Am Montag, 16. März, um 14 Uhr wird es eine weitere Bürgermeisterkonferenz mit allen 17 Bürgermeistern des Kreises Borken und dem Kreislandrat geben. Dann wird über das weitere Verfahren beratschlagt.

Dann wird auch entschieden, wie mit Ratssitzungen und Ausschusssitzungen umgegangen wird. „Fest steht, wir müssen irgendwie auch handlungsfähig bleiben“, gibt Bürgermeister Andreas Grotendorst zu bedenken. Es könne also sein, dass zwölf Leute in einem großen Sitzungssaal sitzen und erhöhten Abstand zueinander halten müssen.

Auf alles kann man nicht vorbereitet sein

Ein hoher logistischer Aufwand wird derzeit von den Schulen betrieben. Durch die Schließung müssen rund 460 Schüler anderweitig mit Unterrichtsmaterial ausgestattet werden. Dazu sei es erst einmal nötig gewesen, dass alle Lehrer dienstliche E-Mailadressen bekommen.

Die Schüler bekommen so ihr Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt. Welche Schule technisch darauf vorbereitet ist, auch via Skype zu unterrichten, das sei nicht Sache der Verwaltung.

Der Krisenstab hat derzeit viele Entscheidungen in kürzester Zeit zu treffen. „Auf alles kann man nicht vorbereitet sein. Auch wir machen Fehler und wenn das passiert, dann werden wir uns dafür entschuldigen“, so Bürgermeister Andreas Grotendorst.

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