Krisenstab: Vier „Quellen“ für die Corona-Infektionen verantwortlich

Coronavirus

Der Krisenstab des Kreises Borken hat vier „Quellen“ für die aktuellen Corona-Infektionen ausgemacht. Und übt deutliche Kritik.

Raesfeld, Kreis Borken

, 24.10.2020, 10:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Krisenstab des Kreises Borken nahm am Freitag das aktuelle Infektionsgeschehen in den Blick.

Der Krisenstab des Kreises Borken nahm am Freitag das aktuelle Infektionsgeschehen in den Blick. © Kreis Borken

Am Freitag tagte der Krisenstab des Kreises Borken unter Leitung von Kreis-Ordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow. Landrat Dr. Kai Zwicker und Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster wiesen eingangs auf vier „Quellen“ hin, aus denen sich nach Erkenntnissen der Kreisverwaltung die aktuelle Coronavirus-Ausbreitung speist:

  • Große (Familien-) Feiern – auch außerhalb des Kreises, an denen hiesige Bewohner teilgenommen haben;
  • Infektionseinträge aus den Niederlanden, insbesondere aufgrund von familiären grenzüberschreitenden Beziehungen;
  • Ansteckungsfälle im engen privaten/persönlichen Umfeld – nicht zuletzt auch im Rahmen von Fahrgemeinschaften, Besprechungen und ähnlichem;
  • „Diffuse“ Einzeleinträge, d. h. konkrete Infektionsketten sind nicht zu erkennen.

Damit das Kreisgesundheitsamt Borken trotz der großen Zahl von Neuinfektionen weiter mit der Kontaktverfolgung die Infektionsketten unterbinden kann, wird das zuständige, derzeit bereits 30 Kräfte umfassende Team des Kreisgesundheitsamtes weiter verstärkt. Zehn bis zwölf der ausgeschriebenen „Containment-Scout-Stellen“ sollen bereits in der kommenden Woche besetzt werden.

Zahl der Krankenhauspatienten steigt

Es zeichne sich ab, dass sich inzwischen zunehmend Personen mit Corona-typischen Krankheitssymptomen wie Verlust des Geruchs- und/oder Geschmacksinns, Fieber und Husten bei den Hausärzten melden, konstatierte Annette Scherwinski, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes. Dass in der Folge auch die Zahl der Krankenhauspatienten steige, bestätigten die Vertreter der Krankenhäuser. Behandlungskapazitäten seien aber ausreichend vorhanden.

Für die weiterführenden Schulen gebe es aktuell die Vorgabe des Landes in Sachen Maskenpflicht im Unterricht, berichtete die Leiterin des Fachbereichs Bildung, Schule, Kultur und Sport des Kreises. Sehr positiv sei es, dass die von den Schulen getroffenen Hygienekonzepte bislang gut gegriffen hätten – Infektionen innerhalb der Schulen habe es daher nicht gegeben.

Krisenstab kritisiert unterschiedliche Schutzregelungen

Die Situation in den Niederlanden nahm der von den dortigen Behörden abgestellte Verbindungsbeamte abschließend in den Blick. Die Inzidenzzahl in der Regio Twente – dem nördlichen Teil des Kreises Borken benachbart – liege derzeit um das sechsfache höher als im Westmünsterland, in der Regio Achterhoek, Nachbarraum des südlichen Kreisteils, sei sie aktuell dreimal so hoch. In den Ballungszentren von Amsterdam und Rotterdam sei sie bereits mehr als siebenmal so hoch. Deutlich kritisierte der Krisenstab erneut die unterschiedlichen Schutzregelungen beiderseits der deutsch-niederländischen Grenze, die ein koordiniertes Vorgehen stark erschweren.

Lesen Sie jetzt