Meisen sollen die Eichenprozessionsspinner zurückdrängen

Eichenprozessionsspinner

Die Klagen über Eichenprozessionsspinnerraupen beherrschten im Frühsommer die Sozialen Medien in Raesfeld. Die Gemeinde will das Thema offensiv angehen und hat einen neuen Weg gewählt.

Raesfeld

, 04.11.2019, 15:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Meisen sollen die Eichenprozessionsspinner zurückdrängen

Gemeinsam brachten Hans Brune und Fritz Pelikan vom Heimatverein sowie Bernhard Kösters und Christoph Nattefort von der Gemeinde Raesfeld im Sommer bereits die ersten Nistkästen an. © privat

Bislang hatte die Gemeinde vor allem bestehende EPS-Nester abgesaugt. Im September hatte Hans-Jochen Welsing (CDU) noch im Umweltausschuss mehr Nistkästen gefordert, um natürliche Fressfeinde der Raupen zu unterstützen.

Bis die Raupen mit ihren Brennhaaren im Frühjahr wiederkommen, wird es zwar noch dauern. Doch Heimatverein Raesfeld und Gemeinde Raesfeld wollen bereits jetzt aktiv werden und mit Nistkästen vor allem Meisen ansiedeln. Neu ist die Idee nicht, in den Niederlanden wurden bereits gute Erfahrungen mit den Nisthilfen gemacht.

Raupen als Vogelfutter

Groesbeek in den Niederlanden hatte bereits im Frühjahr dieses Jahres erfolgreich Nistkästen an Eichenbäumen aufgehängt. Vor allem Blau- und Kohlmeisen wollen die EPS-Gegner anlocken. Wenn die Meisen mit dem Brüten beginnen, benötigen sie für ihren Nachwuchs vor allem Raupen als Nahrung – auch die des Eichenprozessionsspinners, die ansonsten von vielen Vögeln gemieden werden.

„Warum sollte man das nicht auch in Raesfeld ausprobieren“, dachten sich der Vorsitzende des Heimatvereins Raesfeld, Hans Brune, und Fritz Pelikan von der Natur- und Vogelschutzgruppe und gingen auf die Gemeindeverwaltung zu. Der Heimatverein baute 40 Nistkästen, die die Mitarbeiter des Raesfelder Bauhofs vor allem rund um das Naturerlebnisgelände an den Eichenbäumen aufgehängt haben. Der beliebte Spielplatz musste wegen des EPS-Befalls zeitweise gesperrt werden.

„Wollen Erfahrungen sammeln“

„Wir wollen Erfahrungen sammeln und dann schauen, wo wir weitere Nisthilfen installieren sollten, um die Raupenpopulation in Schach zu halten“, erläutert Christoph Nattefort vom Raesfelder Bauhof.

Das sieht Bürgermeister Andreas Grotendorst genauso: „Ich hoffe, dass sich viele Raesfelder aktiv um die Vogelpopulation kümmern: Nisthilfen machen sich sicherlich auch gut im eigenen Garten und helfen, durch eine möglichst hohe Artenvielfalt die natürlichen Fressfeinde zu stärken.“ Die Natur- und Vogelschützer des Raesfelder Heimatvereins haben nicht nur die 40 Nisthilfen für die Gemeinde gebaut, eine Auswahl der handgefertigten Nistkästen und verschiedene Vogelhäuschen werden in der Bücherei Raesfeld zum Kauf angeboten.

Werkstatt in der Sebastian-Schule

Interessierte können sich auch beim Heimatverein Raesfeld melden. Die eigene Werkstatt befindet sich im Keller der St.-Sebastian-Grundschule. Dort treffen sich die Natur- und Vogelschützer gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen mittwochs (an Schultagen) von 16 bis 18 Uhr zum Nistkastenbau.

Bernd Roters von der Bauverwaltung hatte allerdings bereits im September festgestellt: „Eine hundertprozentige Lösung gibt es nicht.“ Erwogen wird auch das Besprühen von Eichen mit Biospritzmitteln wie bereits in diesem Jahr, eventuell sogar vom Hubschrauber aus. Auch EPS-Fallen sind im Gespräch. Anfang des Jahres sollen die EPS-Gegenmaßnahmen im Umweltausschuss vorgestellt werden.

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„Eine hundertprozentige Lösung gibt es einfach nicht“, sagte Bernd Roters im Umweltausschuss. Dennoch will die Gemeinde das Thema Eichenprozessionsspinner im kommenden Jahr offensiv angehen. Von Berthold Fehmer

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