Spatenstich für Anlagenbauer Nießing - „Größte Gewerbeansiedlung seit den 1960er-Jahren“

hzFirma Nießing

Auf 13.000 Quadratmetern will die Firma Nießing Anlagenbau künftig Großkomponenten für Abgasanlagen fertigen. Laut Bürgermeister „die größte Gewerbeansiedlung seit den 1960er-Jahren“.

Raesfeld

, 24.01.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum Spatenstich und Versenken einer Zeitkapsel trafen sich Vertreter der Firma, Verwaltung, Politik, Architekten und Bauunternehmen am Freitag auf der 13.000-Quadratmeter-Fläche an der Straße Schwietering in Raesfeld. Ab Herbst 2020 sollen hier in einer im Bau befindlichen 3500-Quadratmeter-Halle 30 bis 40 Mitarbeiter maßgeschneiderte Abgasanlagen mit bis zu vier Metern Durchmessern produzieren. Von der Biogas-Anlage bis zum Kraftwerk oder Kreuzfahrtschiff reicht die Verwendung.

Spatenstich für Anlagenbauer Nießing - „Größte Gewerbeansiedlung seit den 1960er-Jahren“

Auch Abgasanlagen für große Anlagen baut die Firma Nießing. Im Bild zu sehen ist der Einbau in ein Produktionswerk von MAN Truck & Bus in Nürnberg. © Nießing

Heinrich Nießing gründete 1934 in Borken-Marbeck eine Schmiedewerkstatt für Hufbeschlag, die in den 1950er-Jahren mit Landmaschinen handelte und reparierte. Von der industriellen Fertigung im Landmaschinensektor (1960er-Jahre) über Arbeiten im Bergbausektor (1970er-Jahre) wandelte sich die Firma in den 1980er-Jahren zum Spezialisten für Stahlschornsteine und Abgasanlagen.

Beschäftigt werden insgesamt 100 Mitarbeiter

„Das Geschäft mit Schornsteinen nimmt ab“, sagt der Enkel von Heinrich Nießing, Thomas Nießing, der mit Christoph Hadder und Jürgen Hemsing heute die Firma leitet. Beschäftigt werden insgesamt 100 Mitarbeiter. Die Umwelt leiser und sauberer machen, das ist heute das Ziel der Firma. Die Mitarbeiter planen, konstruieren, fertigen, montieren und überwachen Abgasanlagen mit Schalldämpfern und Katalysatoren.

Spatenstich für Anlagenbauer Nießing - „Größte Gewerbeansiedlung seit den 1960er-Jahren“

13.000 Quadratmeter groß ist die Fläche, auf der die 3500-Quadratmeter-Halle gebaut wird. © Berthold Fehmer

Die Produkte finden sich in kleinen Blockheizkraftwerken ebenso wie in großen Heizkraftwerken. Auch in Luxusjachten für Ölscheichs kommen die Schalldämpfer zum Einsatz, sagt Nießing. Die Verwaltung und die Fertigung kleinerer Komponenten soll in Marbeck bleiben. Auftragsabhängig sollen ab Herbst Teilbereiche von zurzeit in Borken gemieteten Hallen und ein Teil der Mitarbeiter aus Marbeck nach Raesfeld umziehen, so Thomas Nießing.

Sein Vater, Heinrich Nießing, der im vergangenen Jahr aus der Geschäftsführung austrat, hatte den Kontakt zur Gemeinde Raesfeld schon seit einigen Jahren gesucht, wie Bürgermeister Andreas Grotendorst berichtet. Seit 2017 seien die Gespräche dann konkreter geworden. Er sei stolz, die Firma nun in Raesfeld zu haben. Sie stehe für „Zukunftstechnologie“ und „spannende Projekte“, die der Umwelt zugute kommen.

Spatenstich für Anlagenbauer Nießing - „Größte Gewerbeansiedlung seit den 1960er-Jahren“

© Berthold Fehmer

Grotendorst hofft: „Vielleicht zieht noch die eine oder andere Firma nach.“ Und auch für die Firma Nießing gebe es Möglichkeiten zur Erweiterung: „Ich hoffe, dass wir hier noch lange nicht fertig sind.“ Heinrich Nießing lächelnd: „Schau’n wir mal.“

Thomas Nießing befüllte anschließend eine Zeitkapsel mit einem Zeitstrahl zur Firma, Grotendorst steuerte ein Prospekt mit Informationen zur Gemeinde Raesfeld bei. Die Kapsel wurde anschließend einbetoniert.

Lesen Sie jetzt