Streit um Saal: „Der Wunsch der Bürger wird zu Grabe getragen.“

Geplanter Pfarrsaal

Hitzig wurde die Beteiligung der politischen Gemeinde am Pfarrsaal im Rat diskutiert. Klaus Rybarczyk (SPD): „Der Wunsch der Bürger wird zu Grabe getragen.“ Er forderte geheime Abstimmung.

Raesfeld

, 24.09.2019, 14:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Streit um Saal: „Der Wunsch der Bürger wird zu Grabe getragen.“

Der ehemalige Niewerther Hof soll einem Pfarrheim mit Pfarrsaal weichen. © Berthold Fehmer

Mit 250.000 Euro will die politische Gemeinde den Bau des Pfarrsaals der St.-Martin-Gemeinde unterstützen. Dafür sollen auch nicht-kirchliche Veranstaltungen dort möglich sein und auch bei der Fassadengestaltung will die Politik mitreden.

Auslöser des Streits im Rat war aber eine Einschränkung bei der Nutzung, die vertraglich festgehalten werden soll: Keine Ehejubiläen, Geburtstags- oder Firmenfeiern sollen gestattet sein - Ausnahme: Beerdigungs-Kaffeetrinken.

„Einsparen scheint wichtiger“

Das sei nicht das, was sich die Bürger im Dorfentwicklungsprozess gewünscht hätten, sagte Klaus Rybarczyk. Die Verwaltung mache sich mit dieser Planung „einen schlanken Fuß“. Rybarczyk: „Einsparen scheint wichtiger zu sein als der Wunsch der Bürger.“

Bürgermeister Andreas Grotendorst entgegnete, dass es acht gastronomische Betriebe im Ort gebe, wo solche Feiern stattfinden könnten. Man wolle nicht mit Steuermitteln eine subventionierte Einrichtung schaffen, die zu den Gastronomen in Konkurrenz trete. „Wollt Ihr die Totengräber für die bestehende Gastronomie sein?“, fragte Grotendorst in Richtung SPD.

Rybarczyk rechnete vor, dass man mit den 250.000 Euro plus dem geplanten Anteil von 400 Euro pro Monat an den laufenden Kosten auch selbst als Gemeinde einen eigenen Veranstaltungssaal bauen könne. Man müsse schon bei der Wahrheit bleiben, entgegnete Karl-Heinz Tünte (CDU): „So ein Ding wäre unter drei Millionen Euro nicht zu haben.“

„2 Millionen, wenn alle was kriegen würden“

Bernhard Bölker (CDU) fragte, wie man damit umgehen wolle, wenn nun jeder Gastronom 250.000 Euro fordere. „Das wären 2 Millionen, wenn alle was kriegen würden.“ Aus gutem Grund habe man private Feiern auch in Sportvereinsheimen unterbunden.

Holger Lordieck (Grüne) sagte, dass man leider noch kein Konzept für die Turnhalle an der Straße Zum Michael habe. „Ich tue mich im Moment schwer damit, eine Viertelmillion auszugeben, und nicht zu wissen, was an dieser Stelle passiert.“

Rybarczyk beantragte eine geheime Abstimmung: 19 Ratsmitglieder stimmten für die Beteiligung und die Nutzungsregelung, sieben dagegen.

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