Wo Rollstuhl- und Rollatorfahrer noch auf Hindernisse stoßen

Barrierefreiheit

Wer mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen unterwegs ist, braucht barrierefreie Zugänge zu öffentlichen Gebäuden. Wo es noch hakt, wollte die SPD bei einer „Rolli-Tour“ herausfinden.

Raesfeld

, 08.10.2019, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wo Rollstuhl- und Rollatorfahrer noch auf Hindernisse stoßen

An den Bushaltestellen in Erle ist in Sachen Barrierefreiheit noch einiges zu tun. © privat

„Die Idee wurde ursprünglich entwickelt, nachdem klar war, dass der Fahrstuhl für Behinderte in der Villa Becker nicht mehr repariert wird und somit Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen der Zugang zum Gebäude und damit zu Veranstaltungen verwehrt bleibt“, so SPD-Ortsvereinsvorsitzende Elke Rybarczyk.

Bürgermeister Andreas Grotendorst hatte im Mai auf Anfrage gesagt, dass die Aufzug-Frage technisch nicht gelöst sei. Eine konkrete Lösung sei aufgrund von Denkmalschutz und Baurecht schwierig. Betroffenen sei aber eine Alternative angeboten worden.

Auf der Suche nach Hindernissen

Ähnliche Mängel vermutete die SPD auch in Erle. „Mit Rollstuhl, Rollator und Mutter mit Kind und großem Kinderwagen“ habe man sich aufgemacht, den Ort zu erkunden, so Rybarczyk, um mit einer Gruppe engagierter SPD-Mitglieder beschwerliche Hindernisse für Mobilitätseingeschränkte in Erle zu entdecken.

Fündig wurde die Testgruppe an der Silvesterkirche. Die öffentlichen Zugänge der Erler Kirche forderten den Rollstuhlfahrern eine Menge Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit sowie im Zweifel sogar eine Begleitung ab. „Hergerichtete Rampen oder wenigstens Geländer könnten hier eine erleichternde Hilfe sein“, so Rybarczyk. Im Zuge der Kirchplatzumgestaltung soll der Zugang von Westen barrierefrei gestaltet werden.

Wo Rollstuhl- und Rollatorfahrer noch auf Hindernisse stoßen

Die Rampen an der Silvesterkirche bedeuten für Rollstuhlfahrer eine Herausforderung. © privat

Im abschüssigen, umlaufenden Weg zwischen Kirche und Pfarr- und Seniorenheim sahen die Teilnehmer der Rolli-Tour ebenfalls eine Gefahrenquelle. Auch der Zugang zum Heimathaus in der Silvesterstraße hat seine Tücken. „Rollstuhlfahrer können kaum aus eigener Kraft die Rampe bewältigen“, so Rybarczyk. „Hier wären Geländer links und rechts eine große Hilfe.“

Bushaltestellen nachbesserungswürdig

Insgesamt lautete das Fazit: Für Menschen, die Rollatoren oder Gehhilfen nutzen oder für Eltern mit geräumigen Kinderwagen sieht es in Erle gar nicht schlecht aus. Die Schwierigkeiten lägen im Üblichen und Zumutbaren. Auch an Bushaltestellen in Erle gebe es überwiegend keine Probleme. „Dennoch nützt es dem Rollstuhlfahrer wirklich nichts, wenn zwar die vorgeschriebene Höhe für das Anbringen der Fahrpläne an den Bushaltestellen eingehalten wurde, die Pfähle aber, an denen die Fahrpläne hängen, wegen Unkraut und allerlei anderem Bewuchs oder unzureichender Böden nicht ausreichend nah angefahren werden können“, so Rybarczyk.

So sei es zum Beispiel an den Haltestellen „Holten“ und „Im Erbgrund“ Richtung Erle und Schermbeck. Aus der Ferne ließen sich die Pläne nicht wirklich lesen, selbst dann nicht, wenn sie auf der richtigen Höhe hängen. Besonders unbefriedigend sei die Situation an der Haltestelle „Im Erbgrund“ Richtung Schermbeck. Dort mache die Anordnung von Unterstellhaus und Fahrplan „nur noch sprachlos“, so das Fazit.

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