Bande soll Zündkerzen für den Schwarzmarkt geklaut haben Gibt es vor Gericht einen „Deal“?

Der Lkw-Fahrer aus Recklinghausen (rechts hinten) und der Staplerfahrer aus Dortmund (hintere Reihe mittig) neben ihren Verteidigern Hans Reinhardt und Winfried Hoff. Rechts vorne sitzt ein Dolmetscher.
Der Lkw-Fahrer aus Recklinghausen (rechts hinten) und der Staplerfahrer aus Dortmund (hintere Reihe mittig) neben ihren Verteidigern Hans Reinhardt und Winfried Hoff. Rechts vorne sitzt ein Dolmetscher. © Werner von Braunschweig
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Im Prozess gegen zwei Speditionsmitarbeiter aus Recklinghausen und Dortmund, die ihre eigene Firma bestohlen haben sollen, sind die Angeklagten wohl doch bereit, ihr Schweigen zu brechen. Am zweiten Prozesstag ging ein Anwalt in die Offensive.

Der Verteidiger des Dortmunders, Hans Reinhardt, regte am Bochumer Landgericht offen ein „Rechtsgespräch“ zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung an.

Pragmatische „Lösung“ angestrebt

Mit Blick auf ein mögliches Geständnis seines Mandanten führe für das Gericht, so Reinhardt, im Grunde kein Weg daran vorbei, am Ende eine Bewährungsstrafe zu verhängen.

Dafür spreche die Vorstrafenlage, der Tatzeitraum (2019), außerdem sei der Gesamtschaden (70.000 Euro) im unteren Bereich vergleichbarer Seriendiebstähle anzusiedeln. Auch sei die Beweislage eher dünn.

„Ich rege daher eine pragmatische ‚Lösung‘ an“, so der Marler Strafverteidiger. Soll heißen: eine Bewährungsstrafe. Die Staatsanwaltschaft ließ ihre Zustimmung zu einem „Deal“ über die Strafe durchblicken, die Bochumer Richter hielten sich vorerst bedeckt.

Der Lkw- und der Stapler-Fahrer aus Recklinghausen und Dortmund sollen mit zwei Komplizen in ihrer Spedition monatelang Autoteile (insbesondere Zündkerzen) für Audi, BMW, Porsche und Volkswagen beiseitegeschafft und weiterverkauft haben.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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