Vorbild 9-Euro-Ticket: Kommunen fordern unbegrenzt Billigticket für Nahverkehr

Fahrgäste steigen am Hauptbahnhof an Pfingstsamstag in ihren ihren Zug ein. Durch das 9-Euro-Ticket wird mit mehr Verkehr gerechnet. Pfingstreiseverkehr nach dem Beginn der Aktion 9-Euro-Ticket.
Das 9-Euro-Ticket kommt gut an. Kommunen fordern auch nach dem Angebot Billigtickets für den Nahverkehr. © picture alliance/dpa
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Der Städte- und Gemeindebund fordert nach Auslaufen des auf drei Monate befristeten 9-Euro-Monatstickets für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ein bundesweit unbegrenzt gültiges ÖPNV-Billigticket.

„Wir brauchen keinen kurzen ÖPNV-Sommer, sondern ein flächendeckendes ÖPNV-Land“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem „Handelsblatt“. „Deshalb müssen wir darüber nachdenken, perspektivisch ein bundesweit gültiges, einheitliches und vergünstigtes Ticket folgen zu lassen.“

Erfahrungen aus dem 9-Euro-Ticket nutzen

Über die Frage der Finanzierung sollten sich Bund und Länder vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem 9-Euro-Ticket verständigen, sagte Landsberg. Erst mit einer dauerhaften Mittelerhöhung durch Bund und Länder entstünden die Spielräume, um mehr Busse und Bahnen fahren zu lassen und auch tarifliche Angebote deutlich zu verbessern.

Ähnlich äußerte sich die Interimschefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Jutta Gurkmann. „Um den ÖPNV zu stärken und Fahrgäste dauerhaft zu halten, sind konstant günstige Ticketpreise wichtig“, sagte Gurkmann. „Die Bundesregierung sollte deshalb ein Preismoratorium für Busse und Bahnen beschließen und in einen kundenfreundlichen ÖPNV und attraktive Angebote investieren.“

„Nutznießer-Finanzierung“ als Option

Gurkmann regte als zusätzliche Finanzierungsoption eine „Nutznießer-Finanzierung“ an. Das würde bedeuten, Arbeitgeber, Einzelhändler oder Private, deren Immobilien etwa durch einen guten ÖPNV-Anschluss an Wert gewinnen, an der Finanzierung zu beteiligen.

dpa

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