Das Amtsgericht in Recklinghausen. © Werner von Braunschweig
Amtsgericht Recklinghausen

9-Jähriger bettelt um Nahrung für seinen Hund „Amy“ – Gericht verurteilt Mutter

Ein neunjähriger Junge hat in Datteln öffentlich um Hilfe für seine vollkommen abgemagerte Hündin gebettelt. Die Mutter des Jungen musste sich jetzt vor Gericht verantworten.

Weil sie zur Überzeugung des Gerichts ihre Hunde-Dame „Amy“ nicht ausreichend mit Wasser versorgt und gefüttert hat, ist eine 38-jährige Mutter aus Datteln am Freitag zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.250 Euro (90 Tagessätze) verurteilt worden. Das Amtsgericht in Recklinghausen bewertete die dramatische Unterernährung der Hündin als Tierquälerei.

Auslöser für Anschuldigungen gegen die Hundehalterin war der neunjährige Sohn der Angeklagten, der im Juni 2020 öffentlich für seine Hündin „Amy“ gebettelt hatte, weil diese sonst sterben werde. „Amy“ kam anschließend in die Obhut der Tierschutzorganisation „Arche 90“, wo sie sich recht zügig wieder erholt hat. Dort war man sich bei der Aufnahme hundertprozentig sicher: „Ohne das Kind hätte die Hündin nicht überlebt.“

Hund war abgemagert bis auf die Knochen

Bei der Inobhutnahme, so eine Tierärztin als Zeugin, sei „Amy“ auffällig vernachlässigt gewesen. „Die Augen waren eingefallen“, so die Ärztin. Amy sei abgemagert bis auf die Knochen, nahezu jede einzelne Rippe sei sichtbar gewesen. Außerdem sei die Hündin erkennbar dehydriert gewesen. Weil sich ansonsten keine Krankheiten nachweisen ließen, sprach in den Augen der Ärztin alles für eine Mangelernährung.

Die Dattelnerin beteuerte im Prozess, dass Amy immer ausreichend Wasser und Futter angeboten bekommen habe. Aus unerklärlichen Gründen habe „Amy“ aber plötzlich die Nahrung verweigert. Zum Tierarzt gegangen sei sie aber nicht. Die Amtsrichterin ließ beim Urteil aber keine Zweifel aufkommen, dass die 38-Jährige als verantwortliche Hundehalterin „dem Tier über einen langen Zeitraum Leiden zugefügt“ hat.

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