A45-Talbrücke Lüdenscheid: Sprengung rückt näher

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Die Rahmede-Talbrücke in Lüdenscheid
Die Planungsarbeiten für die Sprengung der gesperrten Rahmede-Talbrücke an der A45 sind aufwendig. Doch der Termin rückt näher. © picture alliance/dpa
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Der genaue Termin der Sprengung der Talbrücke Rahmede in Lüdenscheid bleibt weiter unklar. Die Planungsarbeiten der beauftragten Firma seien sehr aufwendig, sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes, am Mittwoch im Verkehrsausschuss in Düsseldorf. „Hier ist Sorgfalt vor Schnelligkeit gefragt“, sagte sie. Einen Zeitplan könnte es nächste oder übernächste Woche geben.

Die Pfeiler sollen bei der Sprengung zur Seite wegknicken, die Brücke horizontal herunterfallen. Dafür seien erhebliche Erdarbeiten notwendig, 85.000 Kubikmeter Boden müssten bewegt werden, sagte Sauerwein-Braksiek. Zum Schutz sollen 55 mit Erde gefüllte Container aufgestellt werden. Auch der Abtransport von insgesamt 150.000 Tonnen Material will geplant sein. Zeitkritisch sei außerdem der Grunderwerb, sagte sie. Teils sei man hier noch in Verhandlungen.

Gleichzeitig läuft die Ausschreibung für den Neubau der Brücke. Vorgesehen ist, dass bis zum 30. September 2026 die Brücke mit der ersten Fahrbahn stehen soll. Bis zum 21. Dezember 2027 soll dann auch die zweite fertig sein.

Sprengarbeiten Anfang Oktober vergeben

Zuletzt hatte es ein Aufatmen in der Region gegeben, weil der Auftrag für die Sprengung der Talbrücke endlich vergeben worden war. „Das Vergabeverfahren zur Sprengung der Talbrücke Rahmede ist abgeschlossen. Das ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Ersatzneubau. Jetzt kann die Detailplanung für den Sprengabbruch beginnen“, erklärte Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing.

Zuvor waren Zweifel aufgekommen am Zeitplan für den Neubau der Rahmedaltalbrücke der Autobahn A45. Daher hatte die Stadt Lüdenscheid unter anderem eine Bürgerinformation abgesagt und Bürgermeister Sebastian Wagemeyer (SPD) hatte den Stadtrat darüber informiert, dass das Vergabeverfahren zur Sprengung der Autobahnbrücke noch nicht wie geplant abgeschlossen werden konnte. Damit waren auch Zweifel daran gekommen, dass der Zeitplan wie vorgesehen eingehalten werden kann.

Fällarbeiten unter der A45-Talbrücke Rahmede haben bereits begonnen

Doch nun geht es voran: „Heute haben bereits die Fällarbeiten unter der Brücke begonnen, um die Flächen für das Fallbett vorzubereiten. Ziel ist, die Brücke so schnell wie möglich zu Boden zu bringen“, erklärt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Leiterin der Autobahn-Niederlassung Westfalen in einer Mitteilung. Aus rund 60.000 Kubikmeter Boden werde nun unter der Brücke ein Fallbett gebaut. Ziel sei es, die Brücke so schnell wie möglich zu sprengen. Übernehmen wird das mit der Heitkamp Umwelttechnik GmbH die Firma Liesegang, die bereits Anfang des Jahres auch die Talbrücke Rinsdorf gesprengt hatte.

Vollsperrung der A45 bei Lüdenscheid sorgt für riesige Probleme

Die A45 ist seit Dezember 2021 wegen der maroden Talbrücke zwischen Anschlussstellen Lüdenscheid-Nord und Lüdenscheid in beiden Richtungen voll gesperrt. Der Fernverkehr wird weiträumig über die Autobahnen A4, A3, A1 und A44 umgeleitet. Für die Anwohner in der Region ist die Vollsperrung eine extreme Belastung, nicht nur durch die großen Umwege, sondern auch durch die Verkehrsbelastung der teils kleinen Straßen rund um die Autobahn.

In Lüdenscheid hatte ursprünglich am Mittwoch (28.9.) eine Infoveranstaltung für die Anwohner stattfinden sollen, diese wurde kurzfristig abgesagt. Die Stadt wollte unter anderem über geplante Maßnahmen wie Nachtfahrverbote und teilweise Tempo-30-Beschränkungen informieren. Diese müssten allerdings noch geprüft werden. „Auf dieser Basis ist es weder sinnvoll noch fair, eine Informationsveranstaltung anzubieten – vor allem, wenn sicher geglaubte wesentliche Infos Tage vorher plötzlich fraglich sind“, erklärte Bürgermeister Wagemeyer in einer Pressemitteilung.

Ganze Region wartet sehnsüchtig auf den Neubau der A45-Talbrücke Rahmede

Sehnsüchtig wird in der Region auf den Startschuss für den Neubau gewartet. „Wir werden noch vor Weihnachten diese Brücke sprengen“, hatte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) im August gesagt und damals beteuert, dass es keine Verzögerungen gebe.

Das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium hatte einen verbindlichen Zeitplan für den Neubau der Brücke sowie ein Beschleunigungskonzept und schnellere Entscheidungen gefordert. Wissing hatte die Kritik zurückgewiesen: Es werde schnell und mit besonderem Engagement gearbeitet.

Ein Problem sind neben der Brücke stehende Häuser und Gebäude

Ein großes Problem bei der geplanten Sprengung: Direkt neben der 70 Meter hohen Talbrücke stehen Häuser und Gewerbebetriebe, die während der Sprengung geschützt werden müssen. Die extreme Hanglage ist eine weitere Herausforderung für die Sprengexperten. Das „Fallbett“ muss entsprechend ausmodelliert werden, damit die Brücke nach der Sprengung „weich fällt“ und nicht ins Rutschen gerät. In den Tagen rund um die Sprengung müssen zudem die Straßen unter der Brücke für den Verkehr komplett gesperrt werden.

mit dpa


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