Aufwachen und mal nicht im eigenen Bett liegen - das passiert nur noch sehr selten. © Unsplash
Freizeittipps NRW

Außergewöhnliche Campingplätze in NRW: Das gibt’s nicht überall

„Normales“ Camping macht jeder. Stattdessen kann in der Gegend aber auch in schwebenden Zelten, Schlaffässern oder im Naturpark übernachtet werden. Wir präsentieren die ganz besonderen Orte.

So langsam geht’s mit der Pandemie in die richtige Richtung. Zielstrebig schauen wir dem Sommer entgegen und damit auch dem wohlverdienten Urlaub. Doch wenn der letztendlich doch wieder nicht so wird, wie wir möchten, ist ein kleiner Campingausflug eine schöne Alternative – und für den muss man gar nicht so weit fahren und darf seine Erwartung trotzdem hochschrauben, da NRW gleich mehrere verrückte Übernachtungsoptionen bietet. Inspiration gesucht?

Achtung: In Regionen mit niedriger Corona-Inzidenz dürfen Campingplätze wieder öffnen, unterliegen aber besonderen Auflagen. Somit ist es wichtig, sich vor dem Besuch auf jeden Fall beim Campingplatz zu informieren, ob dieser geöffnet ist. Bei den meisten Plätzen ist ein Aufenthalt nur mit vorheriger Reservierung möglich.

Schlafen im Holzfass bei Camping Hohensyburg | Dortmund

Mitten im Ruhrgebiet, auf dem Campingplatz Hohensyburg, kann man in der Tonne übernachten. Zum Glück nicht wie Oscar aus der Sesamstraße, sondern tatsächlich in einem richtig schönen Holzfass. Die beiden Schlafmöglichkeiten hören auf die Namen Erna und Hedwig und bieten Platz für je bis zu zwei Erwachsene. Im Inneren findet man einen Schlafbereich und einen Wohnbereich mit ausziehbarem Tisch und zwei Bänken. So geht Gemütlichkeit.

Camping Hohensyburg , Syburger Dorfstraße 69, Dortmund

Nicht einfach spazieren – direkt auf der Hohensyburg übernachten. © Camping Hohensyburg © Camping Hohensyburg

Safari-Land | Stukenbrock

In Stukenbrock findet die Übernachtung zwischen Löwen und Tigern statt. Zwar nicht direkt im Gehege, aber doch in unmittelbarer Umgebung. Denn zum Safari-Land Stukenbrock bei Bielefeld gehört ein Erlebnisresort, das entweder Mobilheime oder Zelt-Lodges als Schlafplätze anbietet. Das geht schon sehr in Richtung Glamping, aber dafür interessiert sich sicher auch der ein oder andere. Und wo sonst kann man sein Haupt da betten, wo sich Affen und Großkatzen “Gute Nacht” sagen?

Safari-Land Stukenbrock , Mittweg 16, Schloß Holte-Stukenbrock

Die Tiere warten schon! © Severine Groneberg/Safariland © Severine Groneberg/Safariland

Sleeperoo auf dem Kahlen Asten | Winterberg

Sleeperoo, das sind kleine Kunststoffwürfel, die durch ihre transparente Hülle ein einzigartiges Camping-Erlebnis mitten in der Natur ermöglichen. Zum Beispiel auf dem Kahlen Asten im Sauerland, dem zweithöchsten Berg Nordrhein-Westfalens. In Kooperation mit der Stadt Winterberg hat das Start-up einen dieser Schlafpods, in dem bis zu zwei Erwachsene und ein Kleinkind Platz finden, direkt an der Wetterstation auf dem Berg installiert.

Die Bergspitze des Kahlen Astens liegt übrigens noch einmal 100 bis 200 Meter über der Stadt Winterberg, es handelt sich hier also um ein einzigartiges Erlebnis. Und zusätzlich können Sie natürlich alle Möglichkeiten wahrnehmen, die die Tourismus-Region sowieso schon bietet, wie Wanderungen, Kletterparks, Downhill-Radstrecken, oder Sommerrodelstrecken. Die Saison erstreckt sich von Mitte April bis Mitte Oktober.

Sleeperoo auf dem Kahlen Asten , Winterberg

Tierische Beobachter an jeder Ecke. © Ferienwelt Winterberg © Ferienwelt Winterberg

Ruhrcamping | Essen

Früher fuhr man aus dem Ruhrgebiet zum Camping häufig in die Niederlande oder ins Sauerland. Heutzutage ist das Revier selbst eine Camping-Region. Nirgendwo wird das deutlicher als beim Ruhrcamping in Essen-Horst. Hier verbringt man die Tage und Nächte direkt an der Ruhr und kann sich wunderbar entspannen. Die eigenen Zelte und Camper können getrost zuhause gelassen werden.

Denn auf diesem gemütlichen, kleinen Campingplatz kommt jeder in vormöblierten Bauwagen unter, die Namen wie Bredeney, Kray oder Steele tragen – damit man nicht vergisst, wo man sich gerade befindet. Ausgestattet sind die Behausungen mit Betten, Küchen, WC mit Waschbecken und Gartenmöbeln. Für darüber hinausgehende Bedürfnisse steht eine moderne Waschkaue parat. Und sollten die Bauwagen doch mal ausgebucht sein, gibt es auch noch einige Plätze für Zelte, Wohnwagen und -mobile.

Ruhrcamping , In der Lake 76, Essen

Rustikal und ruhrgebietsschick! © RuhrCamping © RuhrCamping

Campen im schwebenden Zelt | Arnsberg-Vosswinkel

Übernachten im Wald – das kann ja jeder. Übernachten im Wald und dabei schweben – das ist schon etwas anderes. Gelegenheit dazu hat man im Wildwald Vosswinkel im sauerländischen Arnsberg. Hier steht für Abenteuerlustige das Baumzelt am Halberg bereit, mitten in der Natur und ohne andere Menschen in der unmittelbaren Umgebung.

Das regenfeste Zelt schwebt, aufgehängt an zwei Bäumen, etwa einen Meter über dem Boden und bietet Platz für bis zu zwei Erwachsene. Bei so einer außergewöhnlichen Schlafmöglichkeit (Isomatte und Schlafsack sollten mitgeführt werden) muss man auf ein bisschen Komfort verzichten: Fließendes Wasser gibt es nicht, dafür aber ein Plumpsklo. Die Anreise erfolgt zu Fuß, vom Eingang des Wildparks aus steht ein 20-minütiger Marsch bevor. Das im Preis enthaltene Frühstück können Sie an einer kleinen Tisch-Bank-Kombo zu sich nehmen.

Campen im schwebenden Zelt , Wildwald Vosswinkel, Arnsberg

Baumzelte zwischen Lüerwaldbuchen. © Waldakademie Vosswinkel © Waldakademie Vosswinkel

Campen unterm Sternenzelt | Simmerath

Wer schaut sich denn nicht gerne den nächtlichen Sternenhimmel an? Eben. In der Stadt hat man dazu leider nur eingeschränkt Gelegenheit, denn zahlreiche künstliche Lichtquellen „verschmutzen“ den ungetrübten Blick ins All. Im Camp Hammer in der Eifel sieht es da schon anders aus. Denn auf diesem Campingplatz sind die Lampen so angebracht, dass sie ausschließlich Licht nach unten abstrahlen und so der Blick in die Sterne frei wird. Nachts geht die Beleuchtung dann sogar ganz aus.

Camp Hammer , An der Streng 6–7, Simmerath

Ein einmaliger Moment. © Unsplash © Unsplash

Basecamp | Bonn

Camping, aber drinnen – ist das nicht ein Widerspruch in sich? Nicht im Basecamp Bonn. Hier kann der Besucher zwar in einem Camper übernachten, der steht aber in der Halle. „Wo ist da der Witz?“, mögen da einige zu Recht fragen. Der Clou: man übernachtet nicht in irgendwelchen Wohn- und Schlafwagen von der Stange, sondern in historischen Modellen, die es so nur noch äußerst selten in der freien Wildbahn zu sehen gibt.

Jeder einzelne Wagen wurde mitsamt seiner Umgebung von einer Filmset-Designerin ansprechend gestaltet. Will heißen: Die Innenausstattung und auch die vor den Wagen stehenden Möbel sind alle aufeinander abgestimmt. Stilvoller geht‘s wohl kaum. Und so hat man das Beste aus beiden Welten: Camping-Flair im Wohnwagen und urbanen Urlaub mitten in der Hauptstadt der Herzen.

Basecamp Bonn , In der Raste 1, Bonn

Basecamp in Bonn. © Basecamp Young Hostel Bonn © Basecamp Young Hostel Bonn

Trekking Eifel | Hohes Venn

Ein ganz besonderes Naturerlebnis erwartet einen in Form von Trekking Eifel genau da: im Naturpark Hohes Venn in der wunderschönen Eifel. Warum das so besonders ist? Basierend auf einer Idee aus den Schutzgebieten in den USA kann man nun auch mitten im Naturpark eine Nacht (und wirklich nur eine, mehr kann man am Stück nämlich nicht buchen) unter den Sternen verbringen. Hier steht kein Campingplatz-Luxus zur Verfügung, sondern Sie sind im direkten Kontakt mit der Natur.

Die kleinen Lagerplätze lassen nur Raum für ein bis zwei Zelte. Und auch das „Trekking“ im Namen kommt nicht von ungefähr: Nur zu Fuß kommt man zu den vorbereiteten Plattformen. Dabei sind einige der Plätze näher, andere sehr viel weiter entfernt von der restlichen Zivilisation. Jeder, wie er kann. Klar, dass beim Übernachten in einem Naturschutzgebiet besondere Regeln und Auflagen nötig sind. Aber das nimmt man für so ein Traumerlebnis doch gerne in Kauf.

Trekking Eifel , verschiedene Orte, Naturpark Hohes Venn

Vogelgezwitscher und Waldduft – besser kann ein Morgen nicht starten. © Michael Guite © Michael Guite

Übernachtung im Schlaffass | Lindlar

Neben ordinären Campingplätzen kann man hier auch in sogenannten Schlaffässern nächtigen. Die vier Meter langen Kiefernholzfässer bieten nicht nur Platz für ein Doppelbett, eine zur Schlaffläche umbaubare Bank, Tisch, Stauraum und Heizung, sondern auch einen herrlichen Ausblick über das buckelige bergische Land. Für Peter-Lustig-Freunde stehen außerdem auch Bauwagen als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung.

Campingpark im Bergischen Land , Oberbüschem 45, Lindlar

Der Campingpark in Lindlar lädt ein. © Dominik Ketz © Dominik Ketz
Über den Autor
Lesen Sie jetzt