Impfungen sind wichtig, aber auch teuer. Wir geben einen Überblick über die Vergütungen, die Ärztinnen und Ärzte dafür erhalten. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Corona-Impfung als Geschäft: So viel verdient ein Arzt pro Tag im Impfzentrum

Impfungen sind im Kampf gegen Corona die beste Waffe. Das ist unter Experten unstrittig. Zugleich aber sind sie für impfende Ärzte ein Riesen-Geschäft. Die Vergütungen sind fürstlich.

Impfende Ärztinnen und Ärzte spielen eine zentrale Rolle im Kampf gegen die fürchterliche Corona-Pandemie. Aber sie übernehmen diesen sicherlich zuweilen anstrengenden Part nicht ehrenamtlich und selbstlos, sondern werden dafür durchaus großzügig entlohnt.

Dabei gilt es, zwei Rollen zu unterscheiden: Wenn ein Arzt in einem Impfzentrum beschäftigt ist, regelt das jeweilige Bundesland seine Bezahlung. In allen anderen Fällen – also bei Haus-, Fach- und Betriebsärzten – gibt es eine bundesweit einheitliche Vergütungsregelung.

Für alle aber gilt: Der Impfstoff und das notwendige Zubehör werden vom Staat gestellt, das muss nicht vom ärztlichen Honorar abgezweigt und bezahlt werden.

Die Vergütung für Haus-, Fach- und Betriebsärzte

Für Haus-, Fach- und Betriebsärzte gibt es bundesweit diese Regelung:

  • Ärztinnen und Ärzte, die in ihrer Praxis impfen, erhalten pro Impfung 28 Euro. Dieser Satz wurde gerade erst um 40 Prozent erhöht, bis zum 16. November gab es pro Impfung lediglich 20 Euro. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen werden 36 Euro pro Impfung gezahlt.

  • Für Hausbesuche darf der Arzt pro Impfung zusätzlich 35 Euro, insgesamt also 63 Euro in der Woche und 71 Euro an Wochenenden abrechnen.

  • Wenn Ärzte in eine Einrichtung – etwa in ein Wohn- oder Pflegeheim – fahren, gibt es für die Impfung des ersten Patienten 63 Euro, für jeden weiteren 43 Euro. Impft ein Arzt oder eine Ärztin also beispielsweise bei einem Besuch in einem Wohnheim zehn Menschen, so darf er oder sie dafür 450 Euro in Rechnung stellen.

  • Geschieht das Ganze auch noch an einem Wochenende oder Feiertag, erhöht sich der Betrag auf 530 Euro.

  • Übrigens: Wenn ein Arzt einen Patienten zur Impfung berät und es danach nicht zu einer Impfung kommt, kann der Arzt für diese Beratung 10 Euro abrechnen.

So viel Geld gibt es in NRW für die Arbeit in einem Impfzentrum

Das Landes-Gesundheitsministerium hat zusammen mit den beiden Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW einerseits und mit den beiden Apothekerkammern in NRW andererseits die Vergütung für das in Impfzentren und mobilen Einheiten eingesetzte ärztliche und pharmazeutische Personal vereinbart. Danach gelten folgende Sätze:

  • Ärztinnen und Ärzte erhalten pro Stunde 150 Euro. Das bedeutet umgerechnet: Nach einem 8-Stunden-Tag in einem nordrhein-westfälischen Impfzentrum geht ein Arzt an einem Werktag mit 1.200 Euro nach Hause. Nach einem Monat mit 20 Arbeitstagen wäre das ein Verdienst von 24.000 Euro.

  • An den Wochenenden sowie an Feiertagen gibt es 185 Euro pro Stunde. Für die ärztliche Leitung eines Impfzentrums werden 200 Euro pro Stunde bezahlt.



  • Zugelassene Vertragsärztinnen und -ärzte mit einem vollen Sitz erhalten montags bis freitags zudem einen Zuschlag zur Kompensation ihres Praxisausfalls in Höhe von 35 Euro pro Stunde. Dies gilt nicht für die ärztliche Leitung.

  • Die pharmazeutische Leitung in einem Impfzentrum erhält einen Stundenlohn von 110 Euro. Weitere im Impfzentrum tätige Apothekerinnen und Apotheker erhalten 70 Euro pro Stunde, an Wochenenden und Feiertagen 100 Euro.

  • Die Vergütung für Pharmazeutisch-Technische Assistenten beträgt 40 Euro pro Stunde, an Wochenenden und Feiertagen 60 Euro. Zusätzlich gibt es für alle Mitglieder des pharmazeutischen Personals pro Tag 10 Euro für die An- und Abfahrt.

  • Wird in den Impfzentren weiteres medizinisches Fachpersonal eingesetzt, so können die Kreise und kreisfreien Städte die Höhe der Vergütung für diese Menschen selbst festlegen.

  • Übrigens: Die Vergütungen sind nicht überall so hoch wie in Nordrhein-Westfalen. In Hessen und Berlin erhält ein Arzt oder eine Ärztin beispielsweise pro Stunde in einem Impfzentrum 120 Euro, in Bayern 130 Euro.

Bezahlt wird die Impfkampagne gegen das Coronavirus inklusive der Personalkosten von Bund, Ländern und der gesetzlichen sowie der privaten Krankenversicherung, unterm Strich also von allen Steuer- und Beitragszahlern.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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