Coronavirus

Corona-Todesfälle in Altenheimen – Virus-Mutation festgestellt

Die Corona-Infektionszahlen in NRW gehen zurück. In Altenheimen ist die Lage aber weiter prekär - auch wegen der neuen Mutation des Virus.
Die Corona-Lage in Altenheimen bleibt weiterhin angespannt. © picture alliance/dpa

Trotz der angelaufenen Impfungen gibt es in nordrhein-westfälischen Altenheimen weiter zahlreiche Fälle von Corona-Infektionen. In einer Senioreneinrichtung in Leverkusen sind 15 Bewohner gestorben, die sich mit dem Virus angesteckt hatten. Insgesamt hätten sich 47 ältere Menschen und 25 Mitarbeiter infiziert, sagte eine Sprecherin der Stadt Leverkusen am Sonntag.

In dem Seniorenheim sei die als besonders ansteckend geltende Mutation B 1.1.7 des Erregers Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Das Virus sei durch das Personal in das Seniorenzentrum gekommen. Der erste Fall sei am 28. Dezember diagnostiziert worden, zwei Tage bevor dort 150 Menschen geimpft worden seien. Die zweite Impfdosis hätten am 20. Januar 110 Menschen erhalten, 40 konnten nicht geimpft werden, weil sie sich angesteckt hatten.

Wöchentlicher Test

Der Leiter des Leverkusener Gesundheitsamts, Martin Oehler, sagte der „Bild“-Zeitung, die Mitarbeiter würden seit dem Sommer wöchentlich mit einem PCR-Test überprüft und seit Dezember zusätzlich mit einem Schnelltest. Die Stadt Düsseldorf berichtete am Samstag, dass in zwei Seniorenzentren insgesamt 45 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 21 Beschäftigte positiv auf das Virus getestet wurden. Aus jedem Heim sei jeweils eine infizierte Patientin im Krankenhaus gestorben.

Es werde geprüft, ob es sich um das Coronavirus der neuen Variante B.1.1.7 handele. In einem der Zentren habe die Erstimpfung am 13. Januar 2021 stattgefunden, die Zweitimpfung steht für Mittwoch an. In der anderen Einrichtung sei die für den 25. Februar vorgesehene Erstimpfung wegen der verkündeten Lieferausfälle des Impfstoffes auf den 10. Februar verschoben worden. Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen erhalten für ihre Mitarbeiter weniger Corona-Impfstoff als angefordert.

Nur die Hälfte des Klinikpersonals wird vorerst geimpft

Derzeit könnten nur Beschäftigte mit einer Berechtigung der höchsten Priorität geimpft werden, teilte eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums am Sonntag mit. In der Regel liege ihr Anteil unter 50 Prozent. Einige Kliniken hätten jedoch bis zu 100 Prozent des Personals gemeldet. Das sei nicht plausibel und unsolidarisch. Deshalb seien die Lieferungen zunächst auf maximal 50 Prozent begrenzt worden.

Sobald weiterer Impfstoff zur Verfügung stehe, werde auch das weitere Personal ein Impfangebot erhalten. Das „Westfalen Blatt“ hatte zuerst über die Kürzungen berichtet. Die Gesundheitsämter in Nordrhein-Westfalen haben innerhalb eines Tages 2437 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen hervor. Am Sonntag vor einer Woche waren es 2611 Neuinfektionen gewesen.

Inzidenz in NRW zwischen 24,4 und 216,2

Die Zahl der in NRW gemeldeten Todesfälle stieg um 67 auf 10 784. Der Sieben-Tage-Wert für Corona-Neuinfektionen blieb am Sonntag mit 85,2 pro 100 000 Einwohner nahezu konstant. Am Vortag hatte das RKI den Inzidenzwert für NRW mit 85,9 angegeben. NRW-weit lag Hagen mit 216,2 über dem Inzidenzwert von 200. Den niedrigsten Wert bei dieser für das Infektionsgeschehen wichtigen Kennziffer verzeichnete in NRW Münster mit 24,4.

Vor dem Hintergrund der sinkenden Infektionszahlen sprach sich der Fraktionschef der FDP im Landtag, Christof Rasche, für eine schrittweise Öffnung von Schulen, Geschäften und Restaurants aus. Er schlug vor, ab dem 15. Februar an den Grundschulen mit einem Wechsel von Unterricht in der Schule und zu Hause zu beginnen. Ab dem 1. März könnte es dann Normalunterricht in den Grundschulen und Wechselunterricht in den weiterführenden Schulen geben.

Ende des Lockdowns in Planung

Zu diesem Zeitpunkt hält Rasche bei entsprechender Infektionslage auch eine Öffnung von Restaurants, Friseuren und Fitnessstudios für möglich. Der Einzelhandel könnte ab dem 15. März folgen. Der derzeitige Lockdown ist vorerst bis zum 14. Februar befristet. Die Öffnungsstrategie sollte mit einer „Corona-Notbremse“ abgesichert werden, die schnelle Gegenmaßnahmen im Fall von lokalen Infektionsausbrüchen ermögliche, betonte der FDP-Politiker.

„Eine Verlängerung sämtlicher Beschränkungen würde die Akzeptanz für die Maßnahmen gefährden, auf die wir dringend angewiesen sind“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Mittwoch im Landtag betont, „vorschnelle Öffnungen, die das Erreichte gefährden könnten, wird es nicht geben“. Das Land stehe in der „wohl kritischsten Phase der Pandemie“.

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