Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), sieht die Gefahr, dass das Personal in den Arztpraxen knapp werden könnte. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Coronavirus in NRW – Ärztevertreter warnen vor Notstand in den Arztpraxen – Liveblog

Immer mehr medizinisches Personal infiziert sich in Deutschland mit dem Coronavirus. Ärztevertreter fürchten nun eine zunehmende Schließung von Praxen. Die Lage in NRW im Überblick.

Über die Entwicklungen der Corona-Krise in NRW berichten wir hier aktuell im Liveblog.

  • Fallzahlen in NRW: 1.828.368 bestätigte Fälle – 320.700 aktuell Infizierte – 20.999 verstorbene Personen – Wocheninzidenz: 991,8 – Hospitalisierungsinzidenz: 4,07 (Stand: 27.1.2022)
  • Weil sich immer mehr Menschen – auch Hausärzte und ihr Personal – in der aktuellen Omikron-Welle mit dem Coronavirus infizieren, warnen Ärztevertreter vor einem Notstand in den Arztpraxen.
  • Um für den kommenden Herbst gerüstet zu sein, sprach sich Karl Lauterbach heute für die Einführung einer Impfpflicht aus. Nun soll der Bundestag ohne Fraktionszwang über eine Impfpflicht abstimmen.
  • Wegen knapper Kapazitäten und steigender Corona-Fallzahlen gelten seit Mittwoch Änderungen für Grundschüler bei Lolli-PCR-Tests. Es wird nur noch mit Schnelltest nachgetestet.
  • Einer Studie aus den USA zufolge sterben geboosterte Menschen zu 99 Prozent seltener durch das Coronavirus.
  • Aufgrund der hohen Infektionszahlen sind die Labore in Deutschland mit der schnellen Auswertung von PCR-Tests überfordert. Daher werten sie nur noch Pool-Tests von Schulklassen und Kitas aus, keine Einzeltests. NRW-Schulministerin Gebauer will eine neue Regelung bei positiven Befunden finden.
  • Hier finden Sie die bis zum 9. Februar 2022gültigen Corona-Regeln in NRW in 20 Punkten einfach erklärt.
  • Nicht alle Corona-Tests sind sicher. Wie zuverlässig ist Ihrer? Hier ist der Überblick.

+++

Donnerstag, 27. Januar, 8.41 Uhr

Corona-Inzidenz in NRW steigt bis knapp unter 1000er-Marke

Die Corona-Inzidenz ist in Nordrhein-Westfalen bis knapp unter die Marke von 1000 gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag 991,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, nachdem am Mittwoch im bevölkerungsreichsten Bundesland noch ein Wert von 929,5 registriert worden war.

Am höchsten fiel der Wert in Solingen mit 1904 aus, gefolgt von Borken mit 1701, dem Märkischen Kreis mit 1645,9 und Bonn mit 1528,2. Die Gesundheitsämter meldeten für Mittwoch binnen 24 Stunden 41.841 Neuinfektionen und 37 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

Donnerstag, 27. Januar, 7.50 Uhr

Moderna startet klinische Studie zu Omikron-Impfstoff

Der Hersteller Moderna hat seine erste klinische Studie zur Untersuchung eines speziell auf die Omikron-Variante zugeschnittenen Corona-Impfstoffs begonnen. Insgesamt 600 Freiwillige – teils mit zwei oder bereits drei Injektionen – würden daran an 24 Standorten in den USA teilnehmen, teilte Moderna mit.

Die Beständigkeit der Antikörper mit der normalen Booster-Impfung stimme zwar zuversichtlich, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel. „In Anbetracht der langfristigen Bedrohung durch die sogenannte Immunflucht von Omikron treiben wir unseren Omikron-spezifischen Impfstoffkandidaten dennoch weiter voran.“

Donnerstag, 27. Januar, 6.50 Uhr

Ärztevertreter befürchten Personalengpässe wegen Omikron

Ärztevertreter befürchten Lücken in der medizinischen Versorgung, weil zunehmend auch Personal sich mit dem Coronavirus infiziert. „Je stärker die Inzidenzen steigen, desto mehr Praxen werden auch vorübergehend krankheitsbedingt schließen müssen“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Omikron-Infektionswelle mache auch vor Hausärztinnen und Hausärzten und ihren Praxisteams nicht Halt. Schon jetzt arbeiteten die Praxen „am Limit“. Bei weiter steigenden Infektionszahlen werde sich die Lage zuspitzen, befürchtet Weigeldt.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, warnte ebenfalls vor Personalengpässen. „Die Die Quarantäne wird zum Problem werden in den kommenden Wochen“, sagte er den Funke-Zeitungen. „Wenn im Krankenhaus die halbe Belegschaft zu Hause bleiben muss, weil sie in Quarantäne ist, ist auch ein normales Aufkommen schon schwer zu bewältigen. Dasselbe gilt für die Praxen – auch Ärzte und medizinische Fachangestellte können sich infizieren und in Quarantäne müssen, auch da wird das Personal knapp werden.“

Donnerstag, 27. Januar, 6.32 Uhr

Genesenenregelung: Unionspolitiker fordern Rücknahme

Unionspolitiker fordern mit Verweis auf eine neue EU-Vereinbarung, die Verkürzung des Genesenenstatus nach Corona-Infektionen in Deutschland zurückzunehmen. Der Chef der CSU-Abgeordneten im Bundestag, Alexander Dobrindt, griff in der „Welt“ Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) an: „Während Lauterbach den Genesenenstatus in Deutschland fragwürdig auf drei Monate verkürzt, stimmt die Ampel auf EU-Ebene einem Genesenenstatus von sechs Monaten zu. Das ist vollkommen planlos“.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte am Mittwoch bei „Bild“: „Der Genesenenstatus sollte in Deutschland wieder sechs Monate gelten.“ Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge (CDU), sagte: „Minister Lauterbach wird der Öffentlichkeit erklären müssen, warum Deutschland einen Sonderweg geht. Als Land in Europas Mitte einen Alleingang zu vollziehen, wäre fragwürdig.“

Die Regierung verwies erneut darauf, dass die Festlegung vom zuständigen Robert Koch-Institut auf Basis der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse getroffen worden sei.

Donnerstag, 27. Januar, 5.51 Uhr

Bundesweite Sieben-Tages-Inzidenz springt erstmals über 1000er-Marke

Dem Robert Koch-Institut wurde nach Angaben vom Donnerstagmorgen binnen eines Tages 203.136 Neuinfektionen (Vortag: 940,6; Vorwoche: 638,8; Vormonat: 222,7) übermittelt, so viele wie nie zuvor – und das exakt zwei Jahre nach der ersten Coronavirus-Infektion im Land. Die Sieben-Tages-Inzidenz, also die Ansteckungen je 100.000 Einwohner und Woche, kletterte auf den Rekordwert von 1017,4. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 188 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 4,26 (Dienstag 4,07; Montag 3,87) an.

Donnerstag, 27. Januar, 5.14 Uhr

Spitzenwert bei PCR-Tests in NRW erreicht

Mit der Omikron-Welle hat die Zahl der PCR-Tests in Nordrhein-Westfalen in der vergangenen Woche einen Spitzenwert erreicht. Wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein am Mittwoch berichtete, sind in der dritten Kalenderwoche 2022 von den Laboren landesweit 809.375 PCR-Tests durchgeführt worden. „Damit haben wir einen neuen Spitzenwert, der auch an die Kapazitätsgrenze der Labore derzeit geht“, sagte Abteilungsleiter Holger Neye. Die Berufsverbände der Labore hätten eine Auslastung der Labore von 95 Prozent gemeldet. Vor diesem Hintergrund sei die aktuelle Debatte um eine Priorisierung bei den PCR-Tests wichtig.

Mittwoch, 26. Januar, 22:16 Uhr
Von Wien lernen: Können Gurgeltests den PCR-Engpass lösen?
Wien testet mehr als 300.000 Menschen täglich – per PCR-Test. Man geht längst nicht mehr in Testzentren, stattdessen können alle Menschen, „die in Wien leben, dort arbeiten oder dort Urlaub machen“, wie Elisabeth Pelzer, Sprecherin des Gurgeltestherstellers Lead Horizon sagt, sich online registrieren und mit einem Abholcode in der Drogerie ein Testkit abholen. Zu Hause wird gegurgelt, vor der Kamera, die hin und wieder zur Kontrolle Fotos macht. Stichprobenartig, in rund 20 Prozent der Fälle, wird manuell kontrolliert. Die Gurgelflüssigkeit kann dann im Supermarkt, an Tankstellen, in Drogeriemärkten oder Apotheken abgegeben werden und fertig ist der PCR-Test.

Karl Lauterbach, SPD-Bundestagsabgeordneter und Bundesminister für Gesundheit, spricht bei der Orientierungsdebatte zu einer SARS-CoV-2-Impfpflicht im Bundestag.
Karl Lauterbach, SPD-Bundestagsabgeordneter und Bundesminister für Gesundheit, spricht bei der Orientierungsdebatte zu einer SARS-CoV-2-Impfpflicht im Bundestag. © picture alliance/dpa

Mittwoch, 26. Januar, 20:12 Uhr
Lauterbach plädiert für Impfpflicht
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat erneut für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht geworben. Wenn man diese jetzt umsetze, sei man im Herbst gerüstet, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im Bundestag. Er wandte sich dagegen, abzuwarten. Für die Umsetzung der Impfpflicht brauche man mindestens fünf bis sechs Monate. „Wenn wir das Problem vor uns wegschieben, dann wird das Problem in voller Stärke zurückkommen.“ Das könne man Kindern, Pflegekräften, Ärzten und Menschen, die gefährdet seien, nicht weiter zumuten. „Wir müssen handeln“.

Mittwoch, 26. Januar, 17.25 Uhr

Gericht: Kein Geld zurück an Bund für mangelhafte FFP2-Masken

In dem Streit mit Corona-Maskenhändlern hat der Bund eine Schlappe einstecken müssen. Das Bonner Landgericht wies am Mittwoch eine Klage ab, mit der das Bundesgesundheitsministerium die Rückzahlung von 4,3 Millionen Euro hatte durchsetzen wollen. Diesen Betrag hatte der Bund an eine Firma aus dem Raum Frankfurt gezahlt, die im Frühjahr 2020 – wie viele andere Unternehmen auch – FFP2-Masken an den Bund geliefert hatte. Damals hatte der Staat wegen der Corona-Pandemie händeringend nach Schutztextilien gesucht und in einem sogenannten Open-House-Verfahren Masken für 4,50 Euro pro Stück geordert.

Das Ausschreibungsvolumen war nach oben nicht gedeckelt und der Bund bekam viel mehr Ware als gedacht. In vielen Fällen verweigerte das Ministerium die Bezahlung und berief sich auf Qualitätsmängel, die es nach Darstellung zahlreicher Händler aber gar nicht gegeben hatte. Vor einer Kammer des Bonner Landgerichts sind inzwischen 113 Klagen von Händlern gegen den Bund anhängig, bei denen es um insgesamt gut 206 Millionen Euro geht.

Mittwoch, 26. Januar, 15.31 Uhr

Apothekerverband: Warten auf Impfstoff – Bewährungsprobe im Frühjahr

Viele Apotheker stehen bereits für die Durchführung von Corona-Impfungen in den Startlöchern. Allerdings könne es erst losgehen, wenn die Apotheken Impfstoff bestellen könnten, sagte der Vorsitzende des Apothekerverbandes Nordrhein, Thomas Preis, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Er gehe davon aus, dass die Freischaltung der Apotheker im Impfsystem in den kommenden Tagen erfolge werde. Dann werde ein Vorlauf von etwa einer Woche benötigt.

Spätestens Mitte Februar könnte der Impfstart in den Apotheken losgehen. Im Rheinland werde dann kurzfristig etwa jede zweite Apotheke impfbereit sein. Mit einem großen Andrang Impfwilliger rechnet der Apothekerverband im Frühjahr, weil dann voraussichtlich ein an die Omikron-Variante angepasster Corona-Impfstoff zur Verfügung stehen werde.

Mittwoch, 26. Januar, 13.48 Uhr
Stamp: Kitas können von PCR-Pool-Tests auf Schnelltests umsteigen
Angesichts der Labor-Engpässe bei der Auswertung von Corona-PCR-Tests hat der nordrhein-westfälische Familienminister Joachim Stamp (FDP) betroffenen Kindertagesstätten angeboten, schnell auf das Schnelltest-System umzusteigen. Rund 27 bis 29 Prozent der Kinder in den NRW-Kitas würden derzeit mit PCR-Pool-Tests auf das Virus getestet, sagte Stamp am Mittwoch im Landtag in Düsseldorf. Das Ministerium habe den Jugendämtern, die ein solches Testsystem etabliert hätten, angeboten, kurzfristig in das Schnelltest-Liefersystem des Landes zurückzukehren.

Das Ministerium hatte Anfang April Corona-Schnelltests für alle Kinder in den Kitas zur Verfügung gestellt. Dort wo es die Laborkapazitäten erlaubten, habe das Land den Kommunen zudem ermöglicht, auf PCR-Pool-Tests umzustellen und das finanziell unterstützt, sagte Stamp.

Mittwoch, 26. Januar, 12.28 Uhr

Weiße Fahnen gehisst: Schulen versinken im Corona-Chaos

Rund 70 Grundschulen in Düsseldorf und Wuppertal haben mit weißen Fahnen und Tüchern auf die angespannte Corona-Lage im Schulbetrieb aufmerksam gemacht. „Mit der weißen Fahne wollen wir ein Zeichen setzen: Bis hier hin und nicht weiter“, erklärte Holger Thrien von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch.

Die am Dienstag verkündete kurzfristige Änderung im Testverfahren sei symbolisch für die Probleme, denen die Schulen seit Beginn der Pandemie gegenüber stünden. Thrien befürchtet, dass einige Lehrer aufgrund der großen Belastung aus dem Beruf aussteigen könnten. Der Akku sei leer.

In den Dortmunder Grundschulen sorgte die Änderung im Testverfahren währenddessen für ordentliches Chaos. „Das ist vom Vorgehen sehr schlecht gelaufen“, ärgert sich Jutta Portugall, die Leiterin der Lieberfeld-Grundschule in Wellinghofen und Sprecherin der Grundschulen in Dortmund. Viele seien verzweifelt.

Auch in Lünen waren Lehrer und Schulleiter konsterniert angesichts der kurzfristigen Änderung. „Frechheit, Unverschämtheit, beschissene Organisation“ waren Worte, die fielen.

Mittwoch, 26. Januar, 11.48 Uhr

Wüst im Landtag: Lockerungen ausgeschlossen

Eine Aufweichung der Corona-Schutzmaßnahmen hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) angesichts der Omikron-Welle vorerst ausgeschlossen. „Es kann kein Signal zu großflächigen, pauschalen Lockerungen geben“, sagte Wüst am Mittwoch in einer Unterrichtung des Landtags.

Das Land NRW werde aber mit den Arbeiten für ein „umsichtiges Zurückfahren der Schutzmaßnahmen“ dann beginnen, wenn eine Überforderung des Gesundheitssystems absehbar ausgeschlossen werden könne.

Mittwoch, 26. Januar, 10.51 Uhr

Wüst: wieder mehr Corona-Patienten in den Krankenhäusern

Die Zahl der Corona-Patienten steigt in den Krankenhäusern von NRW nach Angaben von Ministerpräsident Hendrik Wüst wieder deutlich an. Innerhalb von zwei Wochen sei die Zahl der Corona-Patienten um 50 Prozent gestiegen, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Düsseldorf im Landtag.

Schwere Verläufe dagegen gebe es vor allem bei immunisierten Menschen weniger. Omikron sei dennoch deutlich ansteckender als Delta. Deshalb gebe es die in ganz Deutschland extrem hohen Infektionszahlen.

Mittwoch, 26. Januar, 10.15 Uhr
Testverfahren an Grundschulen geändert – „Strategie 2.0“
Wegen knapper Kapazitäten und steigender Corona-Fallzahlen gelten seit Mittwoch kurzfristig Änderungen für Grundschüler bei Lolli-PCR-Tests. Auf die neuen detailreichen Test-Regelungen einer „Strategie 2.0“ wies das Schulministerium am Dienstagabend in einer Rundmail an die Schulen hin.

Bei Grundschülern mit positivem Pool-Ergebnis bei den Lolli-Tests wird nur noch mit Schnelltests nachgetestet. Die Abgabe von einzelnen PCR-Rückstellproben an die Labore entfällt – laut Schulministerium wegen starker Labor-Belastung und der von Bund und Ländern beschlossenen Konzentration – Priorisierung – von PCR-Testungen auf bestimmte Gruppen.

Schüler eines positiv getesteten Pools dürfen nur am Unterricht teilnehmen, wenn sie zuvor noch ein negatives Schnelltestergebnis oder ein „anderweitig eingeholtes“ negatives PCR-Testergebnis vorweisen können, „bzw. zum Unterrichtsbeginn einen Schnelltest mit negativem Ergebnis durchführen“, heißt es in der Neuregelung.

Mittwoch, 26. Januar, 9.02 Uhr

Niederlande beenden harten Lockdown

Nach mehr als fünf Wochen dürfen Restaurants, Gaststätten, Theater, Museen und Kinos in den Niederlanden wieder öffnen – ab heute täglich bis 22 Uhr. Auch bei Sportwettkämpfen wie etwa dem Fußball ist wieder eine begrenzte Zahl von Zuschauern erlaubt. Die Regierung reagiere damit auf die „großen Spannungen“, welche die Beschränkungen im Kultursektor und im Gastgewerbe ausgelöst hätten, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag.

Rutte verwies allerdings zeitgleich darauf, dass diese Entscheidung ein Risiko bedeute angesichts der hohen Infektionszahlen im Land. Die Inzidenz in den Niederlanden betrug am Dienstag 2034,4. „Das scheint widersprüchlich vor dem Hintergrund, dass die Infektionszahlen durch die Decke gehen“, so Rutte.

Mittwoch, 26. Januar, 8.01 Uhr

Weiter starker Anstieg der Corona-Inzidenz in NRW

Die Corona-Inzidenz steigt in Nordrhein-Westfalen weiter deutlich an. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwoch 929,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, nachdem am Dienstag im bevölkerungsreichsten Bundesland noch ein Wert von 867,5 registriert worden war. Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in 22 Kreisen und kreisfreien Städten über der Schwelle von 1000.

Am höchsten fiel der Wert in Solingen mit 1700,5 aus, gefolgt von Remscheid mit 1611,4 und Bonn mit 1540 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern. Die Inzidenz für die Landeshauptstadt wurde wegen eines technischen Fehlers mit 252,9 angegeben. Die Stadt Düsseldorf hatte am Vorabend mitgeteilt, dass der Wert ohne bestehende Softwarefehler für Dienstag bei geschätzt rund 950 liegen dürfte.

Die Gesundheitsämter meldeten für Mittwoch binnen 24 Stunden 37 470 Neuinfektionen und 21 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus.

Mittwoch, 26. Januar, 7.41 Uhr

RKI meldet 164.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Erstmals in der Corona-Pandemie sind binnen eines Tages mehr als 150.000 Neuinfektionen an das Robert Koch-Institut übermittelt worden. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben 164.000 Fälle in 24 Stunden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz überschritt mit 940,6 erstmals die Schwelle von 900 (Vortag: 894,3; Vorwoche: 584,4; Vormonat: 220,7). Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 166 Todesfälle verzeichnet.

Mittwoch, 26. Januar, 7.02 Uhr

Hohe Corona-Belastung: NRW-Grundschulen hissen weiße Fahnen

Um auf ihre Überlastung durch steigende Corona-Zahlen aufmerksam zu machen, wollen am heutigen Mittwoch mehrere Grundschulen weiße Fahnen in die Fenster hängen. Initiiert wird die Protestaktion von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Nordrhein-Westfalen. GEW-Vertreter erwarten in Düsseldorf 40 und in Wuppertal rund 30 teilnehmende Grundschulen.

Die Schulen fordern unter anderem Fachpersonal für die morgendlichen Corona-Tests in den Klassen, einen reduzierten Lernplan und weniger Unterricht. So sollen Lehrkräfte und Schüler, die immer öfter zu Hause in Quarantäne bleiben müssen, entlastet werden. Mit der weißen Fahne wolle man zeigen, dass die Schulen bald kapitulieren, sagte der Geschäftsführer der Gewerkschaft in NRW, Michael Schulte.

Mittwoch, 26. Januar, 6.04 Uhr

Bundestag debattiert erstmals ausführlich über Impfpflicht

Der Bundestag debattiert heute erstmals ausführlich über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland. Die Beratungen beginnen um 15 Uhr und sind auf drei Stunden angesetzt. Es handelt sich um eine sogenannte Orientierungsdebatte. Dieser liegt noch kein konkreter Gesetzentwurf zugrunde. SPD, Grüne und FDP haben vereinbart, dass die Abgeordneten in freier Abstimmung ohne übliche Fraktionsvorgaben beraten und entscheiden sollen. Scholz begründet die offene Debatte auch damit, dass dies einen befriedenden Konsens ermöglichen soll.

Mittwoch, 26. Januar, 5.30 Uhr

Risiko, an Covid-19 zu sterben, sinkt durch Booster-Impfung um 99 Prozent

Die Impfung schützt davor, schwer durch das Coronavirus zu erkranken oder sogar zu sterben. Den großen Unterschied, den es machen kann, geimpft, geboostert oder ungeimpft zu sein, unterstreicht Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf der Social-Media-Plattform Twitter.

Dort bezieht er sich auf Daten der US-Gesundheitsbehörde „Centers for Desease Control an Prevention“ (CDC). Die Die Grafik zeigt die wöchentliche Rate an Sterbefällen durch Covid-19 in der US-Bevölkerung, aufgeschlüsselt nach Impfstatus. Den Daten zufolge lag die Sterberate unter den Ungeimpften in den USA am 4. Dezember 2021 bei 9,74 Todesfällen pro 100.000 Einwohnern. Die Zahl ist deutlich höher gegenüber der Rate der doppelt Geimpften: In dieser Gruppe wurden im selben Zeitraum nur 0,71 Todesfälle pro 100.000 Einwohner verzeichnet.

Unter den dreimal geimpften Personen sank die Sterberate sogar auf 0,1 – das Risiko, an Covid-19 zu sterben, lag für Geboosterte also fast bei Null. „Mit drei Impfungen sinkt das Risiko, an Covid zu sterben, um 99 Prozent“, schreibt Lauterbach deshalb. Er appelliert: „Ohne Impfpflicht verzichten zu viele auf diesen Schutz und müssen stattdessen auch von den Geimpften geschützt werden.“

Dienstag, 25. Januar, 21.19 Uhr

Wüst dankt Polizei für Einsatz bei Corona-Demos

Mit ihrem Einsatz bei den landesweiten Protesten gegen die Corona-Politik erweist sich die Polizei nach den Worten von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst als „Schutzschild für die Demokratie“. Die „als Spaziergänge getarnten“ Versammlungen stellten für die Einsatzkräfte neben physischen und psychischen Herausforderungen eine enorme zeitliche Belastung dar, sagte der Ministerpräsident am Dienstagabend in Minden.

Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, begrüßt Anna-Katharina Bölling (r), Landrätin des Kreises Minden-Lübbecke.
Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, begrüßt Anna-Katharina Bölling (r), Landrätin des Kreises Minden-Lübbecke. © picture alliance/dpa

Der CDU-Politiker hatte dort Anna-Katharina Bölling, Landrätin des Kreises Minden-Lübbecke, besucht. Am 3. Januar hatten rund 70 Personen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert und versucht, zum Haus der CDU-Politikerin zu gelangen. Die Polizei vor Ort habe besonnen agiert und die Demonstranten frühzeitig gestoppt. Ihnen wie den Kollegen landesweit dankte Wüst „für ihren Dienst in dieser schwierigen Zeit“.

Dienstag, 25. Januar, 20.14 Uhr

Experte: Nichterfassung durch PCR-Priorisierung nicht abschätzbar

Dem Kölner Gesundheitsdezernenten Harald Rau zufolge ist kaum absehbar, wie viele Corona-Fälle künftig unerkannt bleiben dürften, wenn der Einsatz von PCR-Tests auf Menschen aus bestimmten Gruppen konzentriert wird. Die Gesundheitsämter könnten nicht seriös beziffern, wie viele PCR-Tests bislang auf positive Schnelltests zurückgingen, denn eine entsprechende Erfassung gebe es nicht, sagte Harald Rau auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Im Umkehrschluss sei auch nicht abschätzbar, wie hoch eine künftige Nichterfassung via PCR-Tests durch die neuen Pläne der Bundesregierung sein dürfte.

Dienstag, 25. Januar, 19.05 Uhr

Heinsberger Landrat: Gesundheitsämter produzieren „Datenfriedhöfe“

Der für seine Videos mit deutlichen Ansagen zur Corona-Politik bekannte Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) kritisiert das Fallzahlen-Management in der Pandemie als „puren Aktionismus“. Die Gesundheitsämter würden zur Zeit ihre größten Ressourcen mit dem Erfassen und Melden von Fallzahlen verbrennen, die niemand mehr brauche, sagte der CDU-Politiker in einer am Dienstag bei Facebook veröffentlichten Videobotschaft.

„Tatsächlich produzieren wir im Moment Datenfriedhöfe, die (…) für gar nichts mehr gut sind.“ Schließlich hänge die Corona-Politik nicht mehr von der Menge der gemeldeten Infektionen ab. So sei es wichtiger für Bürger erreichbar zu sein, die Fragen zu ihrer Gesundheit hätten. Auch sei es zielführender den Bürgern zu erklären, was aktuell an Quarantäne- oder Testregeln gelte.

Stephan Pusch (CDU), Landrat des Kreises Heinsberg
Stephan Pusch (CDU), Landrat des Kreises Heinsberg © picture alliance/dpa

Dienstag, 25. Januar, 18.06 Uhr

Sechs Prozent der Schüler pandemiebedingt nicht in der Schule

Die Zahl der Schüler, die wegen der Pandemie nicht am Präsenzunterricht in den Schulen teilnehmen können, ist kräftig gestiegen. Zum Stichtag 19. Januar waren es nach der wöchentlichen Umfrage des Schulministeriums in Nordrhein-Westfalen knapp 121.000 Schüler gegenüber rund 58.500 eine Woche zuvor. Das sind nach der jüngsten Umfrage knapp 6 Prozent aller Schüler (Vorwoche: knapp 3 Prozent) gewesen. An der Umfrage haben sich landesweit gut 4800 Schulen (knapp 92 Prozent) beteiligt. Im Detail meldeten die Schulen in der vergangenen Woche rund 43.000 bestätigte Corona-Fälle unter den Schülern (2,10 Prozent, Vorwoche: 0,99 Prozent).

Dienstag, 25. Januar, 16.19 Uhr
Großlabore werten PCR-Einzeltest von Schulkindern nicht mehr aus

Zahlreiche Labore werten aktuell keine einzelnen PCR-Tests von Schulkindern mehr aus. So etwa das Großlabor Eurofins, das am Dienstag Hunderte Grundschulen darüber informiert hat, dass nur noch Pool-Tests ausgewertet werden können.

Aufgrund der stark steigenden Zahlen könnten die an Grund- und Förderschulen zusammen mit den Pool-Tests abgegebenen Rückstellproben in den Laboren zurzeit nicht mehr ausgewertet und positive Pools nicht aufgelöst werden, teilte das Schulministerium in Düsseldorf der dpa mit. Die Labore hätten nach den Bund-Länder-Beratungen die Schulen und Eltern darüber informiert.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) werde einen Vorschlag in die Kabinettssitzung an diesem Dienstag einbringen, der den Schul- und Unterrichtsbetrieb auch weiterhin mit regelmäßigen Testungen sicherstelle, hieß es.

Dienstag, 25. Januar, 14:46
Omikron-Impfstoff von Biontech und Pfizer bereits in der klinischen Studie
In einer großangelegten Studie mit doppelt geimpften Menschen, Geboosterten und Ungeimpften testen Biontech und Pfizer derzeit einen neuen Impfstoff gegen die Omikron-Variante des Coronavirus.

Dabei sollen die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten geprüft werden, wie die beiden Unternehmen am Dienstag mitteilten.

„Die Studie ist Teil unseres wissenschaftlichen Ansatzes zur Entwicklung eines variantenbasierten Impfstoffs, der vor Omikron einen ähnlichen Schutz bietet, wie wir ihn bei vorherigen Varianten beobachtet haben, der aber gleichzeitig länger anhält“, erklärte Biontech-Chef Ugur Sahin. Impfstoffe böten nach wie vor einen hohen Schutz vor schweren Verläufen durch Omikron.

Biontech-Gründer Ugur Sahin. Sein Unternehmen testet in einer klinischen Studie jetzt einen Impfstoff gegen die Omikron-Variante. © picture alliance/dpa

Dienstag, 25. Januar, 12:49 Uhr
Studie: Maske mindert Leistung der Schüler wohl nicht
Das Tragen einer Maske im Unterricht beeinträchtigt einer kleinen Studie der Universitätskinderklinik Bochum zufolge wohl nicht die Leistungsfähigkeit der Schüler. Das zumindest habe eine Untersuchung mit Kindern an einer Gesamtschule in Gelsenkirchen ergeben, teilte die Uni Bochum am Dienstag mit. „Das Tragen der Maske wirkt sich nicht negativ auf die Leistungs- und Aufnahmefähigkeit der Schüler aus.“ Teilgenommen hatten 133 Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 14 Jahren aus insgesamt 13 Klassen der Jahrgangsstufen 5, 6 und 7 in Räumen mit guten Ventilationssystemen und Luftfiltern. Auch die „Westfälische Allgemeine Zeitung“ berichtete.

Dienstag, 25. Januar, 11:40 Uhr
Priorisierung für pflegende Angehörige bei PCR-Tests
Auch pflegende Angehörige sollen bei der Priorisierung der PCR-Tests berücksichtigt werden, so fordert es die Stiftung Patientenschutz. In der Ministerpräsidentenkonferenz wurden die PCR-Tests zuvor als unzureichend eingestuft. „Fünf Millionen Angehörige haben jetzt keinen Zugang mehr zu Labor-Tests“, teilte der Vorsitzende Eugen Brysch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mit.

Eine nicht oder zu spät erkannte Infektion mache das Leben zu Hause zu einem Hochrisikogebiet, sagte Brysch: „Drei Millionen Pflegebedürftige brauchen die tägliche Unterstützung ihrer Verwandten. Hier also sicher zu erkennen, ob eine Infektion vorliegt, ist lebenswichtig.“ Diese Kontaktpersonen sollen in der Testverordnung mitberücksichtigt werden, so lautet die Forderung an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach.

Dienstag, 25. Januar, 9.33 Uhr

Weiter starker Anstieg der Corona-Inzidenz in NRW

Die Corona-Inzidenz ist in NRW erneut stark gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) registrierte am Dienstag im bevölkerungsreichsten Bundesland 867,5 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Montag hatte der Wert noch bei 789,5 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden 33.037 Neuinfektionen und 39 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus.

Negativ-Spitzenreiter ist Bonn mit einer Inzidenz von 1517,3 dahinter folgen Solingen mit 1417,8 und Remscheid mit 1376,5. Nach Angaben des Landeszentrums für Gesundheit (LZG) vom Dienstag lag die Hospitalisierungsinzidenz bei 3,56. 2887 Covid-19-Patienten befinden sich demnach aktuell im Krankenhaus, 443 davon auf der Intensivstation. 454 Intensivbetten mit Beatmung sind noch frei.

Dienstag, 25. Januar, 8.38 Uhr

Hunderte Menschen in NRW bekunden Unmut über den Corona-Kurs

Aus Kritik an den Corona-Maßnahmen und als Zeichen gegen eine Impfpflicht sind am Montagabend mehrere Hundert Menschen in verschiedenen Ruhrgebiets-Städten auf die Straße gegangen. In Mülheim an der Ruhr und in Bochum seien es jeweils etwa 620 gewesen, in Essen 500 und in Duisburg etwa 350.

In Dortmund fanden sich auf dem Friedensplatz circa 160 Menschen ein, vor einer Woche waren es noch 1400 gewesen. Die deutlich niedrigere Zahl lag daran, dass die Privatperson, die die Demo angemeldet hatte, diese Anmeldung kurzfristig zurückzog. Bei einer großen Demo hätte die 3G-Regel gegolten – für die Einhaltung dieser Vorgabe wollte die Privatperson nicht einstehen und machte einen Rückzieher.

Dienstag, 25. Januar, 7.46 Uhr

Virologe kritisiert 2G und 2Gplus

Der Virologe Klaus Stöhr hat die Ergebnisse des Bund-Länder-Treffens als unzureichend kritisiert. „Was bei den Beschlüssen fehlt, ist eine Lockerung der von Anfang an wenig zielführenden Corona-Regeln 2G und 2Gplus“, sagte Stöhr im Gespräch mit dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND). Auf den Intensivstationen machen die Geimpften weniger als ein Viertel der Patienten aus, so Stöhr. Das Risiko für einen schweren Verlauf ist also gering. „Warum sollen die sich noch testen lassen, wenn sie einkaufen oder ins Restaurant gehen?“, fragt der Virologe.

Ohnehin geht Stöhr davon aus, dass sich wegen der sich schnell ausbreitenden Omikron-Variante bald ein Großteil der Ungeimpften infiziert und dann als genesen gilt. Die Folge: „Geimpft oder genesen, also 2G, wird schon sehr bald Normalität für alle sein.“ Die Politik hätte deshalb deutliche Lockerungen beschließen müssen.

Dienstag, 25. Januar, 6.56 Uhr

Erklärung für mildere Verläufe bei Omikron

Einer Studie der Frankfurter Goethe-Universität und der University of Kent zufolge, kann die Omikron-Variante des Coronavirus zelluläre Abwehrmechanismen weniger gut gegen Viren blocken als Delta. Das könnte erklären, warum Omikron milder verläuft. „Unsere Zellkulturexperimente liefern eine erste Erklärung dafür, warum Omikron-Infektionen häufiger milde klinische Verläufe nach sich ziehen“, sagt Martin Michaelis, Professor an der University of Kent.

Die im Fachblatt „Cell“ veröffentliche Studie zeigte zudem, dass acht der bisher wichtigsten eingesetzten Medikamente gegen das Coronavirus auch gegen Omikron wirken.


Dienstag, 25. Januar, 6.02 Uhr

Sieben-Tage-Inzidenz steigt erneut auf Höchstwert

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 894,3 an (Vortag: 840,3; Vorwoche: 553,2; Vormonat: 242,9).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 126.955 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 74.405 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 214 Todesfälle verzeichnet. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.871.795 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 3,87 an (Freitag: 3,77).


Dienstag, 25. Januar, 5.31 Uhr

Lauterbach kündigt Lockerungen an
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geht davon aus, dass in Deutschland die Corona-Maßnahmen gelockert werden können, wenn die Omikron-Welle ihren Höhepunkt erreicht hat. Aktuell hoffe er noch, „dass wir ohne Verschärfungen hinkommen“, sagte er am Montagabend in der ARD.

Er nannte sogar einen möglichen Zeitpunkt, wann das der Fall sein könnte: „beispielsweise Mitte Februar“. Gingen die Infektionszahlen dann runter, „dann ist die Zeit für Lockerungen gekommen“.

Bis dahin allerdings rechnet der Bundesgesundheitsminister mit mehreren Hunderttausend Neuinfektionen pro Tag. Bund und Länder haben mit Blick auf die rasant steigenden Zahlen am Montag beschlossen, die geltenden Alltagsauflagen vorerst beizubehalten. Sie schlossen aber auch weitere Schritte nicht aus, falls eine Überlastung des Gesundheitssystems drohen sollte.


Montag, 24. Januar, 21.26 Uhr
Wüst hadert mit RKI – Lauterbach entschuldigt sich
Die Menschen dürfen von neuen Corona-Regeln wie der Änderung des Genesenenstatus nach Worten von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) künftig nicht mehr überrumpelt werden.

Die kurzfristige und unangekündigte Verkürzung des Genesenenstatus durch das Robert Koch-Institut (RKI) von 180 Tagen auf 90 Tage habe „viele Menschen überrascht und verunsichert“, sagte Wüst am Montag nach den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise.

Nach den jüngsten Änderungen beim Genesenenstatus und beim Impfstatus von Menschen mit Erstimpfung des Präparats von Johnson & Johnson ist auch das Bundesgesundheitsministerium aus der Union heftig kritisiert worden.

Die Änderungen seien nicht klar mitgeteilt worden, heißt es. Bundesgesundheitsminister Lauterbach entschuldigte sich bei der Bund-Länder-Schalte am Montag nach Angaben mehrerer Teilnehmer für das Vorgehen und sagte Besserungen zu.



Montag, 24. Januar, 19.15 Uhr

Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. © picture alliance/dpa/POOL AP

Die wichtigsten Beschlüsse des Corona-Gipfels in der Übersicht

1. Aktuelle Corona-Maßnahmen: Alle bisherige Maßnahmen gelten weiter.

2. Lockerungen: Bund und Länder wollen Öffnungsperspektiven erarbeiten. Sie sollen angewendet werden, sobald eine Überlastung des Gesundheitssystems ausgeschlossen werden kann.

3. Großveranstaltungen: Bund und Länder wollen sich bis zum 9. Februar 2022 auf einheitliche Regelungen einigen.

4. PCR-Tests: Bund und Länder haben den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz zur Kenntnis genommen, dass PCR-Tests priorisiert werden müssen für vulnerable Gruppen und Beschäftigte, die diese betreuen und behandeln. Beim Verdacht auf eine Infizierung mit dem Coronavirus können sich also beispielsweise Klinik- und Pflegepersonal weiterhin PCR testen lassen. Ein entsprechendes Testsregime sollen von den Gesundheitsministern erarbeitet und die Nationale Teststrategie sowie die Coronavirus-Testverordnung entsprechend angepasst werden. Gleichzeitig sollen die PCR-Testkapazitäten erhöht werden.

5. Quarantäne und Isolation: Klinik- und Pflegepersonal kann sich sieben Tagen nach einer Infektion und 48 Stunden Symptomfreiheit durch einen zertifizierten Antigenschnelltest freitesten. Ohne Test endet sie nach 10 Tagen. Für die Quarantäne von Kontaktpersonen ist ebenfalls eine Freitestung durch negativen Antigentest nach sieben Tagen möglich. Geboosterte sind von der Quarantäne als Kontaktpersonen ausgenommen.

6. Kontaktnachverfolgung: Bund und Länder sprechen sich dafür aus, „umsetzbare Regelungen“ für die priorisierte Nachverfolgung der Kontakten durch die Gesundheitsminister und dem RKI erarbeiten zu lassen.

7. Impfquote: Die Länder wollen die Impfquote bei Beschäftigten sowie Bewohnerinnen und Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen erfassen. Das Bundesgesundheitsministerium soll ein flächendeckendes Monitoring prüfen.

Montag, 24. Januar, 18.45 Uhr

Corona-Maßnahmen nur leicht angepasst – Lockerung in Aussicht

Am Montag haben sich die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten zusammen mit Bundeskanzler Olaf Scholz auf eine Änderung der Corona-Maßnahmen verständigt. Hintergrund ist die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante. Im Fokus der Beratungen stand unter anderem die Frage, wie die PCR-Tests angesichts begrenzter Kapazitäten in Zukunft priorisiert werden sollen.

Einigkeit herrschte bereits vor den Gesprächen darüber, dass nicht mehr alle vermuteten Corona-Fälle künftig mittels PCR-Tests bestätigt werden können. Stattdessen sollen in vielen Fällen Antigentests zum Einsatz kommen. Bund und Länder wollen zudem Öffnungsperspektiven erarbeiten. Sie sollen angewendet werden, sobald eine Überlastung des Gesundheitssystems ausgeschlossen werden kann.

Montag, 24. Januar, 18.20 Uhr

Bund und Länder verzichten vorerst auf schärfere Corona-Maßnahmen

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die grundsätzliche Beibehaltung der aktuellen Corona-Maßnahmen mit der Ungewissheit der Lage in der Pandemie begründet. Die eingeschlagene Richtung mit den sehr strengen Kontaktbeschränkungen habe dazu beigetragen, dass Deutschland die Pandemie aktuell anders bewältigen könne als viele Nachbarländer, sagte er am Montag in Berlin nach Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder.

„Trotzdem sind es sehr hohe Infektionszahlen und deshalb gilt für uns auch, dass wir unverändert vorsichtig sein müssen.“ Man wisse noch nicht, wie sich die Infektionszahlen weiter entwickeln würden und ob mit einer dramatischeren Situation zu rechnen sei. Man werde in beiden Fällen zur richtigen Zeit die notwendigen Entscheidungen treffen. „Jetzt aber gilt erstmal: Kurs halten.“

Montag, 24. Januar, 17.53 Uhr

Die Entscheidungen der Bund-Länder-Runde im Livestream

Sehen Sie hier die Entscheidungen zu den neuen Corona-Maßnahmen im Livestream.

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.