Immer mehr Reiseveranstalter setzen ab Oktober die 2-G- statt der 3-G-Regel um. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Coronavirus in NRW: Veranstalter führen Reisen nur für Geimpfte und Genesene ein- Liveblog

Wer weder geimpft noch von Corona genesen ist, hat es beim Reisen zunehmend schwerer. Nach Alltours setzen ab Oktober immer mehr Reiseveranstalter die 2-G- statt der 3-G-Regel um.

Über die Entwicklungen der Corona-Krise in NRW berichten wir hier aktuell im Liveblog.

  • Fallzahlen in NRW: 935.812 bestätigte Fälle – 48.400 aktuell Infizierte – 17.605 Todesfälle, Wocheninzidenz: 87,9 (Stand: 16.9.2021).
  • Immer mehr Reiseveranstalter setzen ab Oktober die 2-G- statt der 3-G-Regel um. Das bedeutet, dass ein Nachweis über eine Corona-Impfung oder die Genesung von einer Covid-19-Erkrankung notwendig ist für eine Reise.
  • Neuer Corona-Maßstab ist die Lage in den Kliniken. Doch an der Hospitalisierungsinzidenz gibt es massive Zweifel. Die Daten sind ungenau.
  • Beschäftigte in Kitas, Schulen und Pflegeheimen sollen für die Zeit der Krise vom Arbeitgeber gefragt werden können, ob sie geimpft sind. Zudem ist die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken die neue wesentliche Messlatte zur Lage-Einschätzung.
  • Eine hochrangige Expertengruppe hat sich gegen generelle Corona-Auffrischungsimpfungen zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. Sie sieht dafür in Bevölkerungsgruppen mit wirksamer, vollständiger Impfung keine Notwendigkeit
  • Die Stadt Dortmund hat verkündet, dass die Sperrstunde für Nachtclubs ab Freitag (1. Oktober) aufgehoben wird.

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Donnerstag, 16. September, 13.33 Uhr

Zahl der Corona-Fälle in Schlachthof steigt auf über 120

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Beschäftigten eines Schlachthofs in Georgsmarienhütte ist auf mehr als 120 gestiegen. Die Mehrheit von ihnen – mindestens 87 – leben im benachbarten Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen. Dort gibt es unter anderem in Lengerich Unterkünfte für rumänische Arbeiter. 38 positiv getestete Beschäftigte wohnen im Landkreis Osnabrück, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Der erste Fall war dem Schlachthof-Betreiber Steinemann Holding bei den täglichen Tests vor Dienstbeginn im Betrieb aufgefallen. Es handelte sich um einen Reiserückkehrer.

Der Landkreis Osnabrück hatte dann PCR-Tests für alle rund 300 Beschäftigte angeordnet. Die Ansteckungen seien nicht im Schlachthof, sondern offenbar bei privaten Treffen passiert, bevor die Quarantäne angeordnet gewesen sei, sagte Geschäftsführer Andreas Steinemann. Der Schlachthof in Georgsmarienhütte bleibe voraussichtlich bis Ende September geschlossen.

Donnerstag, 16. September, 12.55 Uhr
Bei diesem Impfstoff sind Durchbrüche am häufigsten

Trotz Impfung gegen Corona kann es zu einer Infektion kommen. Fachleute sprechen von einem Impfdurchbruch, wenn es bei einer vollständig geimpften Person zu einer „Sars-CoV-2-Infektion mit klinischer Symptomatik“ – so auch das Robert-Koch-Institut (RKI).

Wöchentlich fasst das Bundesinstitut die aktuellen Zahlen zum Infektionsgeschehen in Deutschland in einem Bericht zusammen, auch zu den Durchbruchinfektionen. Demnach gibt es bislang insgesamt rund 30.900 identifizierte Fälle.

Die meisten davon entfallen mit Abstand auf doppelt Biontech-Geimpfte. Diese machen zwei Drittel der Betroffenen aus. Allerdings muss man bedenken, das Vakzin von Biontech/Pfizer kam in Deutschland auch mit Abstand am häufigsten zum Einsatz.

Donnerstag, 16. September, 11.52 Uhr
Umfrage: 20 Prozent der Deutschen sind gegen 2G-Regelung

20 Prozent der Deutschen sind nach einer neuen Umfrage gegen Privilegien für Geimpfte und von Corona Genesene. Sie finden es nicht gut, wenn immunisierte Menschen von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen befreit werden und ihre alten Freiheiten in Restaurants und Hotels, Sport- und Kultureinrichtungen zurückerhalten. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Hamburger Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (OIZ).

Demnach sind besonders Jüngere und Singles gegen eine Besserstellung Geimpfter und Genesener. In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen betrug die Ablehnung 25 Prozent, bei den Singles im Alter von 25 bis 49 Jahren sogar 28 Prozent. Unter Familien mit Jugendlichen und Landbewohnern ist die Ablehnung mit 15 beziehungsweise 14 Prozent dagegen deutlich niedriger.

Donnerstag, 16. September, 10.39 Uhr

Zahl der Corona-Neuinfektionen in NRW geht weiter zurück

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen ist weiter rückläufig. Innerhalb der vergangenen sieben Tage wurden den Behörden bis Donnerstag 87,9 Fälle pro 100.000 Einwohner bekannt, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Am Mittwoch hatte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 94,6 gelegen, am Dienstag bei 99,4. Elf weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Mit Stand vom Donnerstag lagen 1355 (Vortag: 1383) Corona-Patienten in NRW-Krankenhäusern, 424 (Vortag: 427) davon auf Intensivstationen. 264 (Vortag: 269) von ihnen mussten beatmet werden. 482 Intensivbetten mit Beatmung waren am Donnerstag verfügbar, acht mehr als am Vortag.

Donnerstag, 16. September, 8.44 Uhr
Brinkhaus ruft zum Impfen aus Verantwortung für Kinder auf
Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat ungeimpfte Erwachsene dazu aufgerufen, sich aus Verantwortung für Kinder impfen zulassen – zugleich zeigte er sich enttäuscht über die geringe Impfquote in Deutschland.

„Je mehr Erwachsene sich impfen lassen, desto sicherer wird es für die Kinder, für die noch kein Impfstoff zugelassen ist. Deshalb appelliere ich im Sinne der Verantwortung für die ganz Kleinen unserer Gesellschaft, die Angebote dieser Impfwoche wahrzunehmen“, sagte Brinkhaus dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Donnerstag, 16. September, 7.14 Uhr
Reisen nur für Geimpfte und Genesene: Diese Veranstalter führen 2-G-Regel ein
Nach Alltours haben bisher drei weitere Reiseveranstalter verkündet, nur noch vollständig Geimpften und Genesenen den Urlaub zu ermöglichen. Der neuste: Lernidee Erlebnisreisen.

Als Grund nennt der Veranstalter eine deutliche Verschärfung der behördlichen Vorgaben für Getestete. Aktuell erlaubten zahlreiche Länder, darunter einige EU- und Schengen-Staaten, nur Geimpften und Genesenen die quarantänefreie Einreise. Es sei damit zu rechnen, dass weitere Länder folgten.

Donnerstag, 16. September, 6.27 Uhr

RKI meldet 12.925 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 76,3
Beim Infektionsgeschehen in Deutschland gibt es derzeit kaum Dynamik. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 76,3.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 77,9 gelegen, vor einer Woche bei 83,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.925 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.23 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 15.431 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 68 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 50 Todesfälle gewesen.

Donnerstag, 16. September, 5.27 Uhr
Impfzentren in Westfalen-Lippe schließen spätestens zum 30. September

Spätestens zum 30. September werden alle 28 Impfzentren in Westfalen-Lippe ihre Türen schließen. Das vermeldete die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe am Mittwoch. Nach acht Monaten sei bald Schluss, „dann übernehmen in erster Linie die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in ihren Praxen die Impfungen gegen das Coronavirus“. Insgesamt seien seit Februar mehr als fünf Millionen Impfungen in den westfälisch-lippischen Impfzentren verabreicht worden.

Dass die Corona-Impfungen ab Oktober vor allem in den Vertragsarztpraxen durchgeführt werden, bewertet der KVWL-Vorstand positiv: „Impfen gehört in die Praxen. Die Impfzentren waren zunächst nötig, um schnell und strukturiert eine geringe Impfstoffmenge an diejenigen zu verimpfen, die bei einer Coronavirus-Infektion ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Nun ist ausreichend Impfstoff vorhanden und die Impfung gegen das Coronavirus hat, wie auch alle anderen Impfungen, ihren Platz in den regulären Strukturen der ambulanten Versorgung“.

Mittwoch, 15. September, 22.05 Uhr
Diese Arbeitgeber dürfen nach der Corona-Impfung fragen – diese nicht
Seit dem 15. September haben viele Arbeitgeber das Recht, ihre Beschäftigten zu fragen, ob sie gegen Corona geimpft oder von Covid 19 genesen sind.

Wir erklären, wer fragen darf und wer nicht.

Mittwoch, 15. September, 18.34 Uhr

Massive Zweifel an Hospitalisierungsinzidenz

Seit 15. September gilt ein neues Infektionsschutzgesetz. Corona-Maßstab ist die Lage in den Kliniken. Doch es gibt massive Zweifel an den Daten. Denn es ist keinesfalls so, dass in die Hospitalisierungsinzidenz alle Corona-Kranken einberechnet werden, die in den vergangenen sieben Tagen in ein Krankenhaus eingeliefert wurden.

Erfasst werden nur die eingelieferten Covid-19-Patienten, deren Infektion ebenfalls innerhalb der vergangenen sieben Tage dem Gesundheitsamt gemeldet wurden. Das heißt: Für das Robert-Koch-Institut ist das Meldedatum entscheidend, nicht das Einlieferungsdatum ins Krankenhaus. Die Daten sind also ungenau. Ein durchaus großes Problem.

Mittwoch, 15. September, 16.58 Uhr
Hospitalisierungsinzidenz in NRW unterliegt Einschränkungen
Nordrhein-Westfalen weist die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern zunächst nur landesweit aus – und nicht für einzelne Kreise oder Städte. Verzögerungen bei den Meldungen und fehlende Daten zu Wohnorten sprächen gegen eine Berechnung der so genannten Hospitalisierungsinzidenz für Kreise und Städte, erläuterte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Düsseldorf. Zuvor hatte die „Westdeutsche Zeitung“ berichtet.

„Die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz unterliegt derzeit noch Einschränkungen durch Meldeverzögerungen“, schrieb das Ministerium. Zudem sei im so genannten DIVI-Intensivregister der Wohnort der Patienten nicht hinterlegt. Das Register dient als Grundlage für die Berechnung der Zahl der Patienten, die intensiv betreut werden. Ein hoher Wert könnte in Städten und Kreisen mit vielen großen Krankenhäusern auch durch die Aufnahme von Patienten aus dem Umland zustande kommen.


Mittwoch, 15. September, 15.21 Uhr
Große Sorge: Pflegedienst-Mitarbeiter aus Werne sind nicht geimpft
Während es erste Auffrisch-Impfungen bei Bewohnern gibt, sind einige wenige Mitarbeiter bei einem Werner Pflegedienst immer noch nicht geimpft.

Sie entscheiden sich strikt dagegen. Und das hat verschiedene Gründe.

Mittwoch, 15. September, 13.30 Uhr

NRW fördert 20 weitere Behandlungsplätze an künstlicher Lunge
Nordrhein-Westfalen will bis zu 20 zusätzliche Plätze für die Behandlung an einer sogenannten künstlichen Lunge (ECMO) schaffen. Dazu soll jeder Platz mit 100.000 Euro bezuschusst werden – Schulungskosten für das Fachpersonal mit eingeschlossen, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte.

„Während der Covid-19-Pandemie weltweit wurde ECMO eingesetzt, um schwerstkranke Patienten zu retten, deren Lungenschädigung so schwer ist, dass die normale mechanische Beatmung versagt“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Eine Behandlung an der künstlichen Lunge sei in solchen Fällen die letzte Chance. „Deswegen wollen wir durch den Aufbau von zusätzlich 20 ECMO-Plätzen die intensivmedizinische Versorgung in der Pandemie und auch über die Pandemie hinaus weiter stärken.“ In der zweiten und dritten Corona-Welle seien die ECMO-Kapazitäten stark ausgelastet gewesen.

Mittwoch, 15. September, 12.30 Uhr
Märkte und Feste in NRW bald wieder ohne Maske und Abstand?
Großveranstaltungen im Freien könnten in Nordrhein-Westfalen schon bald wieder ohne Maskenpflicht und Abstandsgebote geplant werden. In der schwarz-gelben Regierungskoalition von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) macht sich die FDP für eine weitgehende Aufhebung der Corona-Maßnahmen bei Volksfesten, Herbst- und Weihnachtsmärkten stark.

Wie die WAZ berichtet, will die FPD eine Anpassung der Corona-Schutzverordnung so schnell wie möglich erreichen. Die aktuelle Fassung gilt bis 8. Oktober. Die Liberalen orientieren sich dabei an einer Verordnung aus Schleswig-Holstein.

Mittwoch, 15. September, 11.34 Uhr
62,4 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft
Mehr als 62 Prozent aller Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht 51,9 Millionen Menschen (62,4 Prozent), wie Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch via Twitter mitteilte. 66,7 Prozent oder 55,5 Millionen Menschen sind demnach mindestens einmal geimpft.

Der CDU-Politiker warb erneut für die Impfung. „Aktuell ist es besonders einfach, sich impfen zu lassen. Überall im Land gibt es niedrigschwellige Angebote.“ Bis Sonntag läuft eine bundesweite Aktionswoche in der Impfungen zum Beispiel in speziellen Bussen auf Parkplätzen oder in einer Berliner S-Bahn angeboten werden.

Mittwoch, 15. September, 10.35 Uhr
EU will 200 Millionen weitere Impfdosen für ärmere Länder spenden
Die Europäische Union will 200 Millionen weitere Corona-Impfdosen für ärmere Länder spenden. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in ihrer zweiten Rede zur Lage der Union in Straßburg an. Von der Leyen sprach von einer „Investition in die Solidarität und einer Investition in die weltweite Gesundheit“.

Mittwoch, 15. September, 9.32 Uhr
Kinderhilfswerk kritisiert 2G-Optionsmodell
Das Deutsche Kinderhilfswerk hat das für Berlin beschlossene 2G-Optionsmodell kritisiert. „Kinderfeindlich und familienfeindlich“ nannte Bundesgeschäftsführer Holger Hofmann es nach Angaben der „Welt“, dass darin keine Ausnahmen für Kinder unter zwölf Jahren vorgesehen sind, für die die Ständige Impfkommission die Impfung gegen das Coronavirus nicht allgemein empfiehlt. „Wir werden überprüfen, inwieweit hier ein verfassungsrechtlicher Widerspruch besteht“, kündigte Hofmann demnach an.

Hier würden „auf dem Rücken der Kinder die Freizeitinteressen der Erwachsenen befördert“, sagte Hofmann. „Die Gastronomen beispielsweise werden lieber ihr Restaurant mit Geimpften vollmachen als weiter mit halber Kapazität zu operieren und dafür auch Familien zu empfangen.“ Und niemand habe an die Situation der Familien oder Sportvereine gedacht, die für die Gesundheit der Kinder so wichtig seien.

Mittwoch, 15. September, 8.31 Uhr

Corona-Neuinfektionsrate in Nordrhein-Westfalen geht zurück

Die Zahl der innerhalb von sieben Tagen gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner ist in Nordrhein-Westfalen gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch bei 94,6. Am Dienstag hatte die Kennziffer noch bei 99,4 gelegen, am Montag bei 99,3. Die Gesundheitsämter in NRW meldeten aktuell 2700 Neuinfektionen und 22 weitere Todesfälle im Vergleich zum Vortag.

Besonders hoch war die Neuinfektionsrate weiterhin bei Schulkindern und Jugendlichen. Nach den am Mittwoch vom nordrhein-westfälischen Landeszentrum Gesundheit veröffentlichten Zahlen lag die Inzidenz bei den 10- bis 14-Jährigen bei 269,8. Bei den 5- bis 9-Jährigen betrug sie 228,0 und bei den 15- bis 19-Jährigen 186,6. Mit Stand vom Dienstag lagen 1385 Corona-Patienten in NRW-Krankenhäusern, 426 davon auf Intensivstationen. 273 mussten beatmet werden.

Mittwoch, 15. September, 7.35 Uhr

Stabile Infektionszahlen: Experte warnt vor Wiederanstieg

Trotz einer seit mehreren Tagen stabilen Infektionslage in Deutschland warnt ein Experte vor voreiligen Schlüssen. Der Saarbrücker Experte für Corona-Prognosen Thorsten Lehr hält die Stagnation bei den Neuinfektionen nicht für das Ende der vierten Welle und einen sprunghaften Wiederanstieg der Corona-Zahlen für möglich. „Dieses Verhalten der Inzidenzkurve haben wir fast auf den Tag genau im letzten Jahr beobachten können“, sagte Lehr der Deutschen Presse-Agentur.

Auch vor einem Jahr sei die Inzidenz leicht abgesunken und auf konstantem, etwas niedrigerem Niveau wie jetzt verharrt, bevor sie Ende September wieder stark angestiegen sei. „Bei der aktuellen Impfsituation und den gelockerten Kontaktbeschränkungen ist ein ähnlicher Anstieg Ende September, Anfang Oktober wieder erwartbar“, warnte Lehr.

Mittwoch, 15. September, 6.27 Uhr

Deutschlandweit 12.455 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 77,9

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist etwas gefallen. Das Robert Koch-Institut gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 77,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 81,1 gelegen, vor einer Woche bei 82,7. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.455 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 13 565 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 83 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 35 Todesfälle gewesen.

Mittwoch, 15. September, 5.50 Uhr

Experten sprechen sich gegen generellen Corona-Booster aus

Eine hochrangige Expertengruppe hat sich gegen generelle Corona-Auffrischungsimpfungen zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. „Die bisherige Studienlage zeigt keine Notwendigkeit, in Bevölkerungsgruppen mit wirksamer, vollständiger Impfung Booster auf breiter Front zu verabreichen“, schreiben die Forscher im Fachmagazin „The Lancet“.

Die weltweit noch immer begrenzte Anzahl an Impfdosen könne die meisten Leben retten, wenn sie Menschen zu Gute käme, die ein erhebliches Risiko einer schweren Erkrankung haben und noch ungeimpft sind. „Wenn Impfstoffe dort eingesetzt würden, wo sie am meisten bringen, könnten sie das Ende der Pandemie beschleunigen, indem die die weitere Entwicklung von Varianten bremsen.“

Mittwoch, 15. September, 5.18 Uhr

Neue Corona-Kriterien und Impfstatus-Auskunft in Kraft getreten

Für den Kampf gegen die Corona-Pandemie im Herbst und Winter sind am Mittwoch mehrere Neuregelungen in Kraft getreten. Dabei geht es unter anderem um Bewertungskriterien der Pandemielage und Auskünfte zum Impfstatus von Beschäftigten. Sie waren am Dienstag im Bundesgesetzblatt verkündet worden. Wesentliche Messlatte zur Lage-Einschätzung soll demnach die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken sein. Diese soll die bisherige Orientierung an den Infektionszahlen ablösen, die angesichts der Impfungen nicht mehr als so aussagekräftig gelten.

Berücksichtigt werden sollen aber auch „weitere Indikatoren“. Die Länder sollen dann jeweils festlegen können, wo kritische Schwellen liegen, ab denen weitergehende Alltagsbeschränkungen greifen. Zudem sollen Beschäftigte in Kitas, Schulen und Pflegeheimen für die Zeit der Krise vom Arbeitgeber gefragt werden können, ob sie geimpft sind.

Dienstag, 14. September, 22.29 Uhr
Laumann lehnt 2G-Regel ab
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich am Dienstag in Düsseldorf erneut eindeutig gegen eine 2G-Regel ausgesprochen. Die Inzidenzen in Nordrhein-Westfalen gingen zurück, die 3G-Regelung funktioniere, sagte er beim Besuch des Düsseldorfer Impfmobils in Rath zur bundesweiten Aktionswoche #HierWirdGeimpft.

Der Druck auf Ungeimpfte sei durch politische Entscheidungen bereits groß – so werden Schnelltests kostenpflichtig und die Entschädigung für Verdienstausfall gibt es für Ungeimpfte in Quarantäne bald nicht mehr. „Der Staat macht sehr deutlich, dass es eine gute Idee ist, sich impfen zu lassen“, sagte Laumann.

Dienstag, 14. September, 21.04 Uhr
Niederlande beschließen Lockerungen
Nach rund 18 Monaten machen die Niederlande in der Corona-Pandemie einen großen Schritt zurück zur Normalität. Der verpflichtende Sicherheitsabstand von 1,5 Meter werde ab dem 25. September abgeschafft, kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag an.

Zugleich wird aber ein sogenannter Corona-Pass für Gaststätten, Sportveranstaltungen und Kultur eingeführt.

Dienstag, 14. September, 19.35 Uhr
Hilfe fürs Nachtleben: Dortmund streicht die Sperrstunde
Seit die Nachtclubs nach dem Lockdown wieder öffnen durften, mussten sie sich weiterhin an die Sperrstunde halten. Die Stadt Dortmund hat heute verkündet, dass diese Sperrstunde aufgehoben wird. Ab Freitag, 1. Oktober, soll die Sperrstunde von 5 bis 6 Uhr morgens entfallen.

Die neue Regelung soll zunächst Bestand haben bis 30. Juni 2022. So will die Stadt dem von der Pandemie schwer geschädigten Nachtleben wieder auf die Beine helfen.

Dienstag, 14. September, 19.27 Uhr
NRW-Erlass fordert Impfangebote für Schwangere und Stillende
Nach der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Schwangere und Stillende hat das NRW-Gesundheitsministerium die Impfzentren im Bundesland aufgefordert, entsprechende Angebote zu machen. „Vor diesem Hintergrund können ab sofort in den Impfzentren sowie im Rahmen mobiler Impfangebote Impfungen von Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel sowie von Stillenden erfolgen“, heißt es in einem am Dienstagabend veröffentlichten Erlass.

Der Erlass ist bindend. Die Stiko hatte sich für Impfungen für die beiden Gruppen von Frauen mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs ausgesprochen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am vergangenen Freitag mitgeteilt hatte. Zuvor galt eine Impfempfehlung nur für Schwangere mit Vorerkrankungen oder einem erhöhten Ansteckungsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände.

Dienstag, 14. September, 18.03 Uhr

Immer mehr Infizierte nach „2G“-Party in Münster
Die Zahl der bekanntgewordenen Corona-Infektionen unter den Besuchern der „2G“-Clubparty in Münster ist auf 72 gestiegen. Davon kämen 55 Gäste aus Münster, die übrigen Personen wohnten in der erweiterten Region, teilte die Stadt am Dienstag mit. „Auch ein Mitarbeiter des Clubs ist infiziert“, hieß es. Insgesamt hatten am 3. September rund 380 Menschen an der Partynacht teilgenommen.

Für den Zutritt galt die 2G-Regel, das heißt, nur Geimpfte oder Genesene wurden reingelassen. Die Infizierten zeigten entweder milde oder keine Symptome. „Weitere Ansteckungen sind wahrscheinlich, da vereinzelt noch Infektionsmeldungen mit Bezug zu dem Club-Event eintreffen.“ Von den Infizierten aus Münster forderte das Gesundheitsamt Impfnachweise an.

Dienstag, 14. September, 15.41 Uhr
Kölner Dom aus Impffläschchen

Der Kölner Dom ist schon aus Streichhölzern, Legosteinen und Bierkästen nachgebaut worden – und nun auch aus 220 leeren Impffläschchen. Als er die leeren Flaschen gesehen habe, habe er gedacht „das ist doch schade“, berichtete der Kölner Hausarzt Bastian Kirsch.

Der Kölner Arzt Bastian Kirsch neben einem Modell des Kölner Doms, das er aus 220 leeren Impfflaschen gebaut hat. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Dann habe er die Eingebung mit dem Dom gehabt. Die Rückmeldungen seiner Patientinnen und Patienten seien durchweg positiv. Es gehe ihm mit der Aktion darum, die Impfwilligkeit zu steigern. Die 220 Flaschen hätten insgesamt 1500 Impfdosen enthalten.

Dienstag, 14. September, 13.35 Uhr
Impfgegner-Falschmeldung: Irritationen über Auffrischungsimpfung
Zwei Briefe der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO), die in Zusammenhang mit Vorfällen bei Auffrischungsimpfungen in einem Altenheim in Oberhausen stehen, haben in den vergangenen Tagen für Irritationen unter Ärzten gesorgt. Das berichtet die Rheinische Post.

In den zwei ähnlich lautenden Schreiben vom 7. September, die nach GA-Informationen auch in Chat-Gruppen von Impfgegnern rege geteilt werden, bitten die Kreisstellenverantwortlichen von Mönchengladbach und Mülheim an der Ruhr ihre Kollegen, selbst ärztlich zu entscheiden, „ob Sie nicht lieber auf die Zulassung oder Empfehlung warten wollen, oder Sie diese Auffrischungsimpfung tatsächlich für so dringlich halten“.

Die Unterzeichner sprechen von schweren Komplikationen nach der Auffrischungsimpfung. Die KVNO weist darauf hin, dass das Schreiben der Kreisstellenverantwortlichen „in eigener Verantwortung der Unterzeichner entstanden“ sei.

Dienstag, 14. September, 12.30 Uhr
Stiko: Gleichzeitige Impfung gegen Corona und Grippe möglich
Gleichzeitige Impfungen gegen die Grippe und Corona sind laut Einschätzung des Chefs der Ständigen Impfkommission (Stiko) unbedenklich. Es gebe keine Hinweise, dass einer der beiden Impfstoffe dann nicht mehr wirke, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens „MDR Aktuell“. „Insofern ist diese Vorsichtsmaßnahme des Auseinanderziehens der beiden Impfungen nicht mehr nötig.“

Mertens warb dafür, dass sich gerade Menschen aus Risikogruppen gegen die Grippe impfen lassen. Wenn es in diesem Jahr weniger Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus wie Maskenpflicht und Abstandhalten gebe, seien die Menschen besonders gefährdet. „Insofern ist eine Grippeimpfung sinnvoll für diese erwähnten Risikogruppen.“

Dienstag, 14. September, 11.25 Uhr
Corona-Infektion im Job kann Arbeitsunfall sein
Hat sich ein Arbeitnehmer im Job mit dem Coronavirus infiziert, gilt das unter bestimmten Voraussetzungen als Arbeitsunfall oder Berufskrankheit. Das berichtet die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 10/21). Erkrankte haben dann Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung.

Sie übernimmt zum Beispiel Behandlungen und zahlt bei Langzeitfolgen eine Verletztenrente. Im Todesfall unterstützt sie die Hinterbliebenen finanziell. Doch die Leistungen gibt es nicht automatisch. Manchmal hakt es schon am Arbeitgeber, der die Infektion beim zuständigen Unfallversicherungsträger anzeigen muss. Notfalls können Arbeitnehmer das aber auch selbst tun.

Dienstag, 14. September, 10.24 Uhr
Corona-Inzidenzwert steigt in NRW leicht
Der Corona-Inzidenzwert ist in Nordrhein-Westfalen wieder leicht angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner am Dienstag bei 99,4 – am Montag hatte die Kennziffer bei 99,3 gelegen, am Sonntag bei 100,8. Die Gesundheitsämter in NRW meldeten aktuell 1890 Neuinfektionen und 21 Todesfälle – und damit deutlich mehr als am Vortag.

Die höchsten Neuinfektionszahlen verzeichneten Wuppertal (213,8), der Kreis Lippe (168,3) und Leverkusen (159,2). Die größte NRW-Stadt Köln lag bei 101,6, und die Landeshauptstadt Düsseldorf kam auf eine Inzidenz von 121. Den niedrigsten Wert verzeichnete weiterhin der Kreis Wesel (45,9).

Dienstag, 14. September, 9.10 Uhr

Start der Impfwoche: Ärzte fordern langfristige Konzepte und mehr Kreativität
Die Impfaktionswoche von Bund, Ländern und Kommunen ist am Montag gestartet. In ganz Deutschland können sich Impfwillige ohne Termin impfen lassen. Ärzteverbände begrüßen die Impfaktionswoche des Bundes, fordern aber langfristig mehr Kreativität in der Impfkampagne.

„Die Aktionswoche zum Impfen ist gut und auch dringend erforderlich“, sagte der Vorsitzende des Weltärzteverbundes, Frank Ulrich Montgomery, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Transparenz über Impfungen und Nebenwirkungen, Information über Chancen und Risiken sollen Menschen erreichen, die unsicher oder uninformiert sind.“

Dienstag, 14. September, 7.59 Uhr

Dobrindt gegen Impfpflicht: „Kein weiterer Lockdown“
CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich trotz stockender Impfbereitschaft klar gegen eine Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. „Ich lehne eine Impfpflicht ab.

Wir werben weiter für das Impfen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Frage, ob er angesichts der in den vergangenen Wochen gestiegenen Infektionszahlen neue weitreichende Beschränkungen im Herbst erwarte, verneinte Dobrindt klar: „Es wird keinen weiteren Lockdown geben. Man sieht auch jetzt bereits, dass sich das Infektionsgeschehen durch die Zahl der erreichten Impfungen verlangsamt.“

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt setzt primär auf Eigenverantwortung. © Michael Kappeler/dpa © Michael Kappeler/dpa

Dienstag, 14. September, 6.59 Uhr
Spahn ruft eindringlich zu Corona-Impfung auf
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürgerinnen und Bürger noch einmal eindringlich dazu aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Es werde auf jeden Fall bis zum Frühjahr eine „Grundimmunität“ der Bevölkerung erreicht werden – und zwar „durch Infektionen oder durch Impfung“, sagte Spahn am Montagabend beim „Ständehaustreff“ der „Rheinischen Post“. Er empfehle den Weg der Impfungen, denn das erspare Pflegekräften viel Arbeit und viele Tote.

„Die Zahl der Ungeimpften in Deutschland ist noch zu groß“, sagte Spahn. Die Delta-Variante des Coronavirus sei so ansteckend, dass, wenn man sich nicht zu Hause allein für sechs Monate einschließen wolle, man nur noch eine Wahl habe: „Entweder Sie infizieren sich ohne Schutz oder Sie werden sich impfen lassen.“ Noch sei auch eine Überlastung der Krankenhäuser nicht ausgeschlossen.

Dienstag, 14. September, 5.57 Uhr

Deutschlandweit 6325 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 81,1

Beim Infektionsgeschehen in Deutschland gibt es derzeit kaum Dynamik. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Dienstagmorgen bei 81,1. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 81,9 gelegen, vor einer Woche bei 83,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 6325 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 6726 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 68 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 59 Todesfälle gewesen.

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