Auch bei ansteigenden Zahlen sollten die Regeln nicht mehr verschärft werden, sagt Virologe Oliver Keppler. © picture alliance/dpa/AAP
Coronavirus

Coronavirus – Steil ansteigende Zahlen: Virologe rät trotzdem zu Lockerungen – Liveblog

Der Anstieg der Corona-Infektionen beschleunigt sich bald erheblich. Das sagt Oliver Keppler, Leiter der Virologie an der Uni München. Dennoch rät er zu Lockerungen. Die Lage im Überblick.

Über die Entwicklungen der Corona-Krise in NRW berichten wir hier aktuell im Liveblog.

  • Fallzahlen in NRW: 981.517 bestätigte Fälle – 21.800 aktuell Infizierte – 18.019 Todesfälle – Wocheninzidenz: 47,9 – Hospitalisierungsinzidenz: 1,62 (Stand: 17.10.2021).
  • Der Leiter der Virologie an der Universität München, Oliver Keppler, sagt für die kommenden Wochen einen erheblichen Anstieg der Infektionen voraus. Dennoch ist er gegen eine Verschärfung der Maßnahmen. Grund seien die insgesamt gute Impfquote, die gute Teststruktur und das Wissen um die Übertragungen.
  • Eine Studie zeigt, dass Raucher tendenziell seltener an Corona erkranken als Nichtraucher. Raucher haben allerdings ein fast doppelt so hohes Risiko, an einer Corona-Infektion zu sterben, wie Nichtraucher und Nichtraucherinnen.
  • Während die Wocheninzidenzen in NRW leicht sinken, nimmt das Infektionsgeschehen in Deutschland wieder Fahrt auf. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen liegt jetzt bei 70,8, die Hospitalisierungsinzidenz liegt bei 2,02.
  • In der Düsseldorf gilt ab dem 1. November die 2G-Regel für städtische Kultureinrichtungen wie Museen, Theater oder Oper. Ausnahmen gelten etwa für VHS und Büchereien.
  • Alle Regeln, die vom 1. bis 29. Oktober gelten, haben wir hier in 10 Punkten einfach erklärt.











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Sonntag, 17. Oktober, 17.35 Uhr
Viele Infektionen in Schulen: Kinderärzte fordern Impfung
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hat Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren aufgerufen, sich gegen Corona impfen zu lassen. „Nachdem Daten von über zehn Millionen Kindern und Jugendlichen erhoben wurden, empfehle ich die Impfung den über 12-Jährigen heute allgemein und uneingeschränkt, ich werbe dafür so dringlich wie bei Erwachsenen“, sagte Verbandspräsident Jörg Dötsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Risiko-Nutzen-Abwägung falle eindeutig zugunsten der Impfung aus.

Das Robert Koch-Institut hatte am Freitag von besonders vielen Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen (RKI) in einzelnen Regionen Deutschlands berichtet. In acht Landkreisen und einer kreisfreien Stadt liege die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei den 10- bis 19-Jährigen bei mehr als 500. Laut RKI wurden in den vergangenen vier Wochen bundesweit 636 Schulausbrüche übermittelt – wegen möglicher Nachmeldungen sind demnach aber insbesondere die vergangenen beiden Wochen noch nicht zu bewerten.

Sonntag, 17. Oktober, 15.44 Uhr
Weihnachtsmärkte in NRW finden statt – Termine und Regeln
Die bekannten Weihnachtsmärkte in Nordrhein-Westfalen sollen in diesem Jahr alle stattfinden. Die Märkte würden jeweils in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern geplant, sagte Albert Ritter, der Vorsitzende des Deutschen Schaustellerbundes.

Es gibt unterschiedliche Regeln und Termine.


Sonntag, 17. Oktober, 13.34 Uhr
Gebete in Mekka wieder ohne Abstandsregel

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat in der Großen Moschee von Mekka in Saudi-Arabien wieder ein Gebet ohne Abstandsregeln stattgefunden. Nach entsprechenden Lockerungen fänden die Gebete dort jetzt wieder „normal“ statt, teilte das staatliche Kommunikationszentrum am Sonntag mit. Hunderte Pilger in weißen Gewändern standen nun wieder beim Gebet Schulter an Schulter im Hof der Moschee.


Sonntag, 17. Oktober, 10.44 Uhr
Virologe: Anstieg der Infektionen wird sich jetzt erheblich beschleunigen

Der in diesem Herbst bislang allenfalls milde Anstieg der Corona-Infektionen wird sich in den nächsten Monaten voraussichtlich erheblich beschleunigen. Das prognostiziert Oliver Keppler, Leiter der Virologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. „Im vor uns liegenden Herbst und Winter müssen wir von einer deutlichen Verschärfung des Infektionsgeschehens ausgehen. Unser Leben verlagert sich nach innen“, sagte der Wissenschaftler.

Zu einer neuerlichen Verschärfung der Corona-Maßnahmen rät der Virologe nicht: „Grundsätzlich müssen wir in dieser Phase der Pandemie in verschiedenen Bereichen Lockerungen versuchen, um zu sehen, was gut vertretbar ist und wo man noch Hygienemaßnahmen oder Testungen zur Absicherung beibehalten muss.“ Zentrale Bausteine der Pandemiebekämpfung seien die insgesamt gute Impfquote, die gute Teststruktur und das Wissen um die Übertragungen.


Sonntag, 17. Oktober, 7.16 Uhr
Sieben-Tages-Inzidenz steigt weiter an

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist am Sonntag weiter gestiegen, von 70,8 am Samstag auf 72,7 am Sonntag. Vor einer Woche waren es 66,1. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) wurden binnen eines Tages 8682 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert.

Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stieg um 17 Fälle auf 94.618. Die Gesamtzahl der Infektionen seit Pandemiebeginn liegt laut RKI bei 4.373.789, die Zahl der Genesenen bei rund 4.147.000.


Samstag, 16. Oktober, 19.16 Uhr

Corona und das Raucherparadox: weniger Infektionen, aber schlimmere Folgen?

Rauchen gilt als Risikofaktor für schwere Verläufe von Covid-19. Aber es gibt auch Untersuchungen, die zeigen, dass Raucher und Raucherinnen sich womöglich seltener infizieren. Neue Studien lösen den scheinbaren Widerspruch auf.

Schon zu Beginn der Pandemie sorgte eine verblüffende Publikation für Aufsehen: So hatten französische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gezeigt, dass der Anteil an Rauchern und Raucherinnen unter an Covid-19-Erkrankten geringer war als in der Bevölkerung. Wer stark raucht, hat allerdings außerdem ein fast doppelt so hohes Risiko, an einer Corona-Infektion zu sterben, wie Nichtraucher und Nichtraucherinnen.

Raucher erkranken laut einer Studie seltener an Corona – dafür aber schwerer. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Samstag, 16. Oktober, 16.15 Uhr

Lauterbach: „Die Durchseuchung der Kinder ist nach wie vor eine große Gefahr“

SPD-Gesundheits­experte Karl Lauterbach hat sich besorgt über die hohen Corona-Inzidenzen bei Kindern gezeigt. „Wenn es zu Lockerungen kommt, rechne ich mit noch höheren Inzidenzen bei Kindern“, sagte er dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND). „Das ist eine Gefahr, denn wir werden große Probleme mit Long Covid bei Kindern bekommen.“

Studien würden zeigen, dass zwischen 2 und 4 Prozent der Kinder ein halbes Jahr nach ihrer Erkrankung noch Symptome hätten. „Die Durchseuchung der Kinder ist nach wie vor eine große Gefahr“, sagte der studierte Epidemiologe. Eine schnelle Durchseuchung der Kinder sei anders als bei einer Erkältung bei Sars-CoV nicht möglich. „Denn bei Erkältungen haben Kinder nicht sechs Monate später noch Symptome“, sagte der SPD-Politiker.

Samstag, 16. Oktober, 13.17 Uhr
Dramatische Entwicklung in Russland: 1000 Tote pro Tag

In Russland hat die Zahl der Corona-Toten erstmals die Marke von 1000 pro Tag überschritten. Das ist ein Höchststand seit Beginn der Pandemie. Am Samstag meldeten die Behörden 1002 Todesfälle innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Zugleich gab es mehr als 33.200 Neuinfektionen binnen eines Tages. Auch das ist ein Negativrekord. Seit Wochen spitzt sich die Corona-Lage im flächenmäßig größten Land der Erde dramatisch zu.

Laut Corona-Statistik sind seit Frühjahr vergangenen Jahres mehr als 222 000 Menschen mit dem Virus gestorben. Die Corona-Zahlen stehen jedoch seit langem als geschönt in der Kritik. Die Behörden sehen den Hauptgrund für die hohen Todes- und Infektionszahlen in der geringen Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Knapp 30 Prozent sind nach den jüngsten offiziellen Angaben vollständig immunisiert.


Samstag, 16. Oktober, 11.08 Uhr
Entwicklung in NRW gegen den Bundestrend

Entgegen dem Bundestrend ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen weiter ganz leicht rückläufig. Das Robert Koch-Institut meldete am Samstagmorgen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 47,9 für NRW.

Am Vortag hatte die Zahl der neuen Corona-Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche noch bei 48,5 gelegen. Deutschlandweit stieg die Kennziffer erstmals seit dem 20. September wieder über die Marke von 70. Über die Woche betrachtet ist der Rückgang in NRW allerding nur minimal: Am Samstag der Vorwoche wies das RKI für NRW eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50,3 aus. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden in NRW insgesamt 1461 neue Corona-Fälle gemeldet.



Samstag, 16. Oktober, 9.38 Uhr
Lehrerin fragt Schüler nach Impfung – Ist das ein Datenschutzverstoß?

Das Büro des Landesdatenschutzbeauftragten wirft einer Lehrerin in Ostthüringen einen Datenschutzverstoß vor, weil sie in einer Deutschstunde Schüler fragte, ob sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen würden. Ein entsprechendes Schreiben habe das Bildungsministerium erhalten, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Lehrerin habe die Schülerinnen und Schüler nach ihrer Impfbereitschaft gefragt, und das stelle nach Ansicht der Datenschutzbehörde eine unzulässige Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten dar, erklärte der Sprecher.

Bildungsminister Helmut Holter (Linke) reagierte empört. „Dieses neuerliche Verfahren des Landesdatenschutzbeauftragten alarmiert mich zutiefst, und ich stelle mich auch dieses Mal vor die betreffende Lehrkraft“, erklärte Holter. Es sei nicht hinnehmbar, dass Datenschutz gegen die pädagogische Freiheit in Stellung gebracht werde. Holters Ansicht nach gehöre es zu zeitgemäßer Didaktik, Themen, die Schülerinnen und Schüler aktuell bewegen, aufzugreifen und gerade nicht auszuklammern

Samstag, 16. Oktober, 7.22 Uhr
Sieben-Tages-Inzidenzen steigen an

Nach wochenlanger Stagnation scheint das Infektionsgeschehen in Deutschland wieder Fahrt aufzunehmen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt erstmals seit 20.9. wieder über der Marke von 70. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 70,8 an. Gestern hatte der Wert bei 68,7 gelegen, vor einer Woche bei 64,4. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10 949 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 8854).

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 75 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter, die Hispitalisierungsinzidenz – gab das RKI am Freitag mit 2,02 (Donnerstag 1,93) an.

Freitag, 15. Oktober, 21.57 Uhr
In Düsseldorf gilt ab 1. November die 2-G-Regel für alle Kultureinrichtungen

In der Landeshauptstadt Düsseldorf gilt ab dem 1. November die 2G-Regel für städtische Kultureinrichtungen wie Museen, Theater oder Oper. Das teilte die Verwaltung am Freitag mit. Ausnahmen gelten für Kinder und Jugendliche.

Seit dem 1. Oktober durften bereits nur noch Geimpfte und Genesene zu Veranstaltungen, die von der Stadt organisiert wurden. Nun wird die 2G-Regel auf alle städtischen Kultureinrichtungen außer VHS, Musikschule und Büchereien ausgeweitet.

Jüngere Kinder dürfen weiter in Museen oder Theater. Schüler gelten wegen der regelmäßigen Corona-Tests in ihren Einrichtungen als getestet und dürfen die Einrichtungen auch ungeimpft besuchen. Wer als Erwachsener attestiert bekommt, dass er nicht geimpft werden kann, darf ebenfalls einen Test vorlegen.

Freitag, 15. Oktober, 19.55 Uhr
Tunesien, Sri Lanka und Marokko für Deutsche ab heute einfacher zu bereisen

Die Urlaubsländer Tunesien, Sri Lanka und Marokko sind für deutsche Urlauberinnen und Urlauber bald wieder einfacher zu bereisen. Denn die Bundesregierung stuft die Regionen am Sonntag, 10. Oktober 2021, nicht mehr als Hochrisikogebiete ein. Somit besteht keine Quarantänepflicht mehr nach einem Urlaub in diesen Ländern. Für geimpfte Reisende besteht in Tunesien keine Quarantänepflicht und ab dem 16. Oktober benötigen diese für die Einreise auch keinen negativen PCR-Test mehr.

In Norwegen müssen nicht geimpfte oder genesene Reisende für zehn Tage in Quarantäne. Diese kann nach drei Tagen mit einem negativen PCR-Test verkürzt werden. Ab Sonntag gelten die afrikanischen Länder Gabun sowie São Tomé und Príncipe als Hochrisikogebiete.

Freitag, 15. Oktober, 17.31 Uhr

Corona wirft Kampf gegen Tuberkulose um Jahre zurück

Die Coronavirus-Pandemie hat den Kampf gegen Tuberkulose nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um Jahre zurückgeworfen. Von knapp zehn Millionen Menschen, die nach Schätzungen im vergangenen Jahr an Tuberkulose (TB) erkrankten, wurden nur 5,8 Millionen diagnostiziert, berichtete die WHO am Donnerstag in Genf.

Im Jahr davor waren es noch 7,1 Millionen. Der Rückgang ist unter anderem auf Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen zurückzuführen sowie auf die Überlastung von Gesundheitsdiensten. TB war 2020 nach Covid-19 die zweithäufigste Todesursache durch einen einzelnen Infektionserreger. Es starben gut 1,5 Millionen Menschen daran, nach 1,4 Millionen im Jahr davor.

Der über Jahre geschaffte Trend eines Rückgangs von Neuansteckungen wurde fast gestoppt. Wenn Kranke nichts von ihrer Infektion wissen, können sie nicht behandelt werden. Die Zahlen für 2021 und 2022 dürften deshalb noch schlechter sein, so die WHO. Ausgaben für Diagnose, Behandlung und Prävention gingen 2020 von 5,8 auf 5,3 Milliarden Dollar (4,6 Mrd Euro) zurück. Das ist weniger als halb so viel, wie nach WHO-Angaben nötig wäre.



Freitag, 15. Oktober, 16.21 Uhr

Biontech beantragt Impfstoff-Zulassung für Kinder von fünf bis elf Jahren

Biontech und sein US-Partner Pfizer haben jetzt auch in Europa eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt. Beide teilten am Freitag in Mainz und New York mit, dass sie der EU-Arzneimittelbehörde EMA die entsprechenden Daten zu den klinischen Untersuchungen übermittelt hätten.

Die klinischen Studien zeigen nach Angaben von Biontech und Pfizer, dass der Impfstoff von Kindern in dieser Altersgruppe gut vertragen wird und eine stabile Immunantwort hervorruft. Anders als bei Jugendlichen wurde den Kindern dieser Altersgruppe nur ein Drittel der Dosis verabreicht.

Die Pharma-Unternehmen Biontech und Pfizer haben die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Fünf- bis Elfjährige in der EU beantragt. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

An der Studie nehmen nach Angaben der Unternehmen insgesamt 4500 Kinder im Alter von einem halben Jahr bis elf Jahren teil, die Daten zu den Fünf- bis Elfjährigen beruhen auf 2268 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Beteiligt waren mehr als 90 Kliniken in den USA, Finnland, Polen und Spanien.


Freitag, 15. Oktober, 14.22 Uhr
Arbeitnehmer in Italien müssen 3G-Nachweis vor Dienstantritt nachweisen

Die Impfzentren in ganz Italien erleben derzeit einen beträchtlichen Andrang: Zahlreiche Ungeimpfte beschaffen sich einen Last-Minute-Termin, um nach dem Gang zum Büro oder zur Fabrik nicht gleich wieder nach Hause geschickt zu werden. Denn in Italien gilt seit diesem Freitag die sogenannte „Greenpass-Pflicht“: Arbeitnehmer müssen vor Dienstantritt nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Tests gelten für zwei Tage.

Ein Italiener zeigt seinen Impfnachweis bei einer Video-Einlasskontrolle. Von diesem Freitag an müssen alle Beschäftigten nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. © picture alliance/dpa/LaPresse via ZUMA Press © picture alliance/dpa/LaPresse via ZUMA Press

Dass zum Arbeiten statt einer Impfung auch Tests ausreichen, hilft vielen Ungeimpften nicht weiter: Monatlich müsse er sonst über 150 Euro für Tests ausgeben, das könne er sich nicht leisten, erklärt der Speditions­angestellte Vincenzo Marini in Rom. Er fühle sich „erpresst“. Denn wer wegen mangelndem Greenpass nicht zur Arbeit erscheinen kann, erhält auch keine Lohnfortzahlung.

Die Impfbereitschaft in Italien ist überdurchschnittlich und inzwischen haben bereits mehr als 80 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahre die zweite Impfdosis erhalten. Aber am vergangenen Samstag haben in Rom mehr als 10.000 Impfgegner gegen die Regierung demonstriert, wobei es, geschürt durch rechts­extreme Gruppierungen, zu schweren Krawallen gekommen ist.


Freitag, 15. Oktober, 11.59 Uhr

Handelsverband will 2G-Option für Einzelhandel in ganz Deutschland

Der Handelsverband spricht sich für ein deutschlandweites 2G-Optionsmodell im Einzelhandel nach hessischem Vorbild aus. „Es ist gut, wenn die Händler die Wahlmöglichkeit haben, wie sie mit dem Thema 2G oder 3G als Zutrittsvoraussetzung zu ihren Geschäften umgehen möchten“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Zuvor hatte Hessen bereits ein 2G-Optionsmodell im Einzelhandel eingeführt, das auch Supermärkte in Anspruch nehmen können.

Genth betonte jedoch, dass kein Händler gezwungen werden darf, nur noch Geimpfte und Genesene in sein Geschäft zu lassen: „Wichtig ist, dass das freiwillig bleibt, denn eine 2G- oder 3G-Pflicht beim Einkauf wäre in der Praxis gerade für Geschäfte mit hoher Kundenfrequenz wie bei Lebensmitteln oder Bekleidung nicht umsetzbar.“

Wird die 2G-Option bald auch in Nordrhein-Westfalen eine Möglichkeit? „Eine Einführung einer 2G-Option ist derzeit weder für den Einzelhandel noch für andere Bereiche vorgesehen. Allerdings können zum Beispiel Gastronomen im Rahmen ihrer Privatautonomie entscheiden, nur Geimpfte oder Genesene einzulassen“, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der „Rheinischen Post“.

Freitag, 15. Oktober, 11.08 Uhr

Erneut gefälschte Impfausweise im Münsterland aufgetaucht

Wie der WDR berichtet, sind im Münsterland erneut gefälschte Impfausweise aufgetaucht. Seit Juni seien es 15 im Kreis Warendorf; zudem beschlagnahmte die Polizei gefälschte Ausweise in Münster sowie in den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt.

Die gefälschten gelben Impfausweise sind vergleichsweise leicht zu bekommen. Über Messengerdienste und anonyme Bezahlung sind sie einfach nach Hause bestellbar. Die Fälschungen seien optisch oftmals täuschend echt, so die Polizei.

Freitag, 15. Oktober, 9.50 Uhr

Corona-Infizierter bei Partynacht mit 400 Gästen in Wuppertal

Nach einer Partynacht in einem Wuppertaler Club mit rund 400 Menschen ist ein Gast positiv auf Corona getestet worden. Er sei bereits bei der Feier am vergangenen Freitag infektiös gewesen, wie die Stadt am Donnerstag berichtete. Ob es seitdem weitere Coronafälle unter den Gästen gab, war laut Angaben einer Stadtsprecherin unklar.

Das Gesundheitsamt habe bereits 285 Teilnehmer erreichen können, die bei der 3G-Veranstaltung zwischen 23 und 5 Uhr im Club waren. Nach einem Bericht der WAZ bat das Gesundheitsamt die anderen Besucher am Donnerstag, sich telefonisch zu melden, um Infektionsketten zu verhindern.


Freitag, 15. Oktober, 7.52 Uhr
Corona-Inzidenz in NRW sinkt auf 48,5
In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter rückläufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Freitagmorgen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 48,5. Am Vortag hatte die Zahl der neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche noch bei 49,6 gelegen. Damit liegt der im bevölkerungsreichsten Bundesland notierte Wert weiter klar unter dem bundesweiten Schnitt von 68,7.

In NRW wurden innerhalb von 24 Stunden 1647 neue Corona-Fälle registriert. Elf Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Mit Blick auf die höchste Inzidenz löste Hagen (132,0) den Kreis Minden-Lübbecke (127,6) als Spitzenreiter ab. Die größte NRW-Stadt Köln und die Landeshauptstadt Düsseldorf meldeten jeweils einen Wert von 57,9. Die Ruhrmetropolen Dortmund und Essen lagen bei 53,3 beziehungsweise 39,8. Am niedrigsten fiel die Kennziffer im Kreis Coesfeld mit 13,6 aus.

Für die im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten lagen am Freitagmorgen noch keine neuen Daten vor. Mit Stand Donnerstag wurden 871 Patienten in NRW-Kliniken behandelt. Davon lagen 303 auf den Intensivstationen, 189 Personen mussten beatmet werden. Die Hospitalisierungsinzidenz, die die Zahl der neu hinzu gekommenen Covid-Patienten in den Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche beschreibt, lag am Donnerstag in NRW bei 1,56.

Freitag, 15. Oktober, 7.18 Uhr
Wieler über Morddrohungen – Pandemie-Erklärer als Zielscheibe für Hass
Ärzte und Virologen vor der Kamera und Epidemiologen, die auf Twitter Studien kommentieren: In der Pandemie ist das alltäglich geworden. Fachleute beziehen Stellung zu Fragen rund um Corona. Eine Umfrage der Fachzeitschrift „Nature“ unter mehr als 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus mehreren Ländern wirft nun ein Schlaglicht auf die oft negativen Reaktionen, die ein Teil von ihnen wegen der Präsenz in der Öffentlichkeit erfahren hat.

Es geht nicht nur um Hassbotschaften, sondern auch um Morddrohungen und seltener sogar körperliche Angriffe. RKI-Präsident Wieler berichtet nun der Funke Mediengruppe: „Ich wünschte, die Lage wäre angenehmer, aber ich bekomme immer noch Drohungen.“

Wenn etwa öffentlich behauptet werde, er sei dafür verantwortlich, dass Schulen geschlossen würden, oder wenn irgendwo behauptet werde, er wolle Lockdown statt Freiheit, „dann nehmen die Drohungen, auch die Morddrohungen, massiv zu“. Dies halte ihn „aber nicht ab von meiner Pflicht. Solange ich Beamter dieses Staates bin, werde ich ihm verantwortungsvoll dienen“, sagt Wieler.

Freitag, 15. Oktober, 6.41 Uhr
Lauterbach hält Freedom Day ab bestimmter Impfquote für denkbar
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält ab einer Impfquote von mindestens 90 Prozent bei den über 65-Jährigen einen Freedom Day in Deutschland für denkbar.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht in der ZDF-Sendung «Maybrit Illner» (Archivbild). © picture alliance/dpa/ZDF © picture alliance/dpa/ZDF

„Da es keine Herdenimmunität gibt, müssen wir darauf achten, dass wir bei den über 65-Jährigen auf jeden Fall über 90 Prozent – idealerweise 95 Prozent – kommen“, sagte er an diesem Donnerstagabend bei Maybrit Illner im ZDF auf die Frage, welche Impfquote für ein Ende der Corona-Maßnahmen seiner Meinung nach nötig wäre. Einen Freedom Day für Kinder, wie ihn etwa der Virologe Klaus Stöhr forderte, lehnt er hingegen strikt ab. Das liefe auf eine Durchseuchung hinaus, sagte er.

Freitag, 15. Oktober, 5.25 Uhr
RKI registriert bundesweit 11.518 Corona-Neuinfektionen
Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 68,7 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 67,0 gelegen, vor einer Woche bei 63,8 (Vormonat: 77,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.518 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10.429 Ansteckungen gelegen.

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