Politik

„Frauofrau“: Merz spottet über gendergerechte Sprache – Kritik und Häme im Netz

Ein spöttischer Tweet über gendergerechte Sprache hat dem CDU-Politiker Friedrich Merz Kritik und Häme beschert. Merz hatte sich auch beim Nominierungsparteitag am Samstag so geäußert.
Friedrich Merz (CDU) erntet nach einer Äußerung gegen gendergerechte Sprache Kritik. © picture alliance/dpa

Der ehemalige Unions-Fraktionschef Friedrich Merz hat sich über gendergerechte Sprache lustig gemacht – und dafür im Netz reichlich Kritik bekommen. Auf seinem Twitter-Profil veröffentlichte sein Team am Samstag

spöttische Aussagen des CDU-Politikers über Gendersternchen und Co.:

„Grüne und Grüninnen? Frauofrau statt Mannomann? Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Mutterland? Hähnch*Innen-Filet? Spielplätze für Kinder und Kinderinnen? Wer gibt diesen #Gender-Leuten eigentlich das Recht, einseitig unsere Sprache zu verändern?“

Hämische Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. In unzähligen Kommentaren unter dem Tweet wurde Merz aufs Schärfste kritisiert. Die Autorin Sophie Passmann etwa schrieb: „Der Witz war 2008 ganz lustig und damit sind Sie sich selbst im Vergleich zu Ihrem restlichen Weltbild weit voraus.“ Die Europaabgeordnete Katrin Langensiepen (Grüne) erklärte: „Es schMERZt“.

Merz sieht Gendergerechtigkeit nicht als Priorität

Zuvor hatte Merz sich auf dem Nominierungsparteitag im Hochsauerlandkreis ähnlich geäußert. Laut vorab verbreiteten Redemanuskript sagte er außerdem: „Wir werden niemandem erlauben, Meinungsfreiheit an Schulen und Universitäten einzuschränken, und wir sagen auch klar, dass wir in dieser Zeit andere Herausforderungen sehen, als uns damit zu beschäftigen, die Mohrenstraße umzutaufen oder Universitätsarbeiten schlechter zu bewerten, weil die oder der „Zuprüfende“ die „Gender***“ nicht richtig gesetzt hat.“

Der CDU-Kreisverband wählte den 65-jährigen Merz in einer Kampfabstimmung zum Direktkandidaten für den Wahlkreis. Das Gendersternchen („Kolleg*innen“) dient dazu, in Personenbezeichnungen männliche, weibliche und auch weitere Geschlechter und Geschlechtsidentitäten einzubeziehen.

dpa

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