Gaspreis sinkt jetzt nahezu überall in NRW Interaktive Karten zeigen Daten Ihrer Stadt

Redakteur
Ein Mann zündet eine Flamme an einem Gasherd an.
Das Kochen und Heizen mit Erdgas ist in den vergangenen Wochen wieder ein wenig günstiger geworden, zumindest in den meisten Städten und Gemeinden in NRW, wie unsere interaktiven Karten zeigen. © picture alliance/dpa/dpa-tmn
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Seit Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine schossen die Gaspreise explosionsartig in die Höhe. Dieser Anstieg scheint aktuell zum Glück vorbei zu sein. Das zeigt ein Blick auf die aktuelle Gaspreisentwicklung für 74 Städte und Gemeinde in Nordrhein-Westfalen.

Am 30. August, am 12. Oktober und am 31. Oktober haben wir die von den Verbrauchern zu zahlenden Gaspreise in der Grundversorgung und beim zum jeweiligen Stichtag günstigsten Alternativanbieter miteinander verglichen. Berücksichtigt hatten wir unter den Alternativanbietern ausschließlich solche mit einer Preisbindung von einem Jahr.

Für den Vergleich haben wir drei Durchschnitts-Kategorien ausgewählt: für eine 50, eine 100 und eine 150 Quadratmeter große Wohnung. Dabei gab es eine Überraschung, die bis heute anhält: Jahrelang war der Grundtarif des Grundversorgers regelmäßig der teuerste Tarif, jetzt ist er fast überall der günstigste Tarif.



Warum das so ist, hatte Lundquist Neubauer von Verivox seinerzeit unserer Redaktion so erläutert: „Der Grundversorger hat es mit einem festen Kundenstamm zu tun. Daher hat er langfristige Verträge mit seinen Gas-Lieferanten abgeschlossen und Gas zu festen Konditionen eingekauft.“

Fünf wichtige Erkenntnisse

Beim Vergleich der drei Gaspreise an den drei Stichtagen zeigt sich eine erfreuliche Entwicklung seit der letzten Erhebung am 12. Oktober. Dazu fünf Aspekte:

1. Die wichtigste Erkenntnis: Es gibt kaum noch Städte und Gemeinden, in denen der Grundversorger die Preise weiter erhöht hat. Das ist zwischen dem 12. und 31. Oktober nur noch in Köln, Hagen, Wuppertal und Lüdenscheid geschehen. In 46 weiteren von uns untersuchten Städten und Gemeinden sanken die Preise, in 24 wurden sie zumindest nicht erhöht.



2. Noch immer sind die Grundversorger nahezu flächendeckend die günstigsten Anbieter für Erdgas. Neben den bisher einzigen beiden Ausnahmen in unserer Untersuchung (Attendorn und Rheine) sind aber einig weitere Orte im Kreis Borken (etwa Stadtlohn und Südlohn) hinzugekommen, wo zumindest in einigen Tarifen ein Alternativanbieter inzwischen wieder günstiger ist.



3. Die Alternativanbieter haben flächendeckend ihre Preise wieder gesenkt, auch wenn sie nach wie vor fast überall über den Preisen der Grundversorger liegen. Dieser Trend hatte sich bereits in der Entwicklung zwischen dem 30. August und 12. Oktober gezeigt. Er hat sich fortgesetzt.

4. Dass die Preise in den vergangenen Wochen wieder gesunken sind, hängt mit einem Rückgang der Gaspreise auf dem internationalen Markt zu tun. Eine Garantie dafür, dass sich dieser Rückgang fortsetzt, gibt es nicht. Das ist reine Spekulation und hängt von zu vielen Faktoren ab.

5. Da noch immer der Grundversorger nahezu überall der günstigste Gasanbieter ist, könnte für manche Verbraucher ein Wechsel sinnvoll sein. Dabei ist allerdings zweierlei zu beachten. Erstens sind Grundversorgungs-Verträge mit einer nur zweiwöchigen Frist jederzeit kündbar.

Zweitens gibt es keine Preisgarantie für ein oder zwei Jahre. Jeder muss für sich selbst die Entscheidung treffen: Rechnet er eher mit weiter sinkenden Preisen? Dann empfiehlt sich ein Vertrag ohne lange Preisbindung. Befürchtet er allerdings wieder steigende Preise, könnte eine längere Laufzeit sinnvoll sein.