Frist für Grundsteuer endet Wie Sie die Erklärung noch pünktlich einreichen können

Das Wort Grundsteuer erscheint auf einem Computerbildschirm auf der Seite des Online-Steuerportals Elster.
Die Frist für die Abgabe der Grundsteuererklärung endet am 31. Januar 2023. © picture alliance/dpa
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Langsam wird es eng: Wer bislang noch nicht seine Grundsteuererklärung abgegeben hat, sollte sich beeilen. Die Frist für die Abgabe endet am 31. Januar 2023. In Nordrhein-Westfalen fehlen nach Angaben des Finanzministeriums noch Millionen Erklärungen.

Grundsteuer: Erst 57 Prozent der Erklärungen abgegeben

6,7 Millionen Grundstücke sowie Betriebe der Forst- und Landwirtschaft in NRW müssen wegen der Grundsteuerreform neu bewertet werden. Laut der Oberfinanzdirektion (OfD) in Münster sind bislang (Stand 23. Januar) aber erst 3,8 Millionen Grundsteuererklärungen abgegeben worden. Das entspricht einem Wert von 57 Prozent. Einen Monat zuvor lag die Zahl der eingereichten Grundsteuererklärungen in NRW noch bei etwa 3 Millionen.

Dabei gibt es aber große Unterschiede zwischen den Einzugsgebieten der einzelnen Finanzämter in NRW: Während die Ämter in Jülich (51,8 Prozent eingegangene Grundsteuererklärungen), Hilden (51,6 Prozent) und Bergheim (51,3 Prozent) ganz vorne liegen, finden sich Brilon (40,9 Prozent), Duisburg-Hamborn (37,4 Prozent) und Köln-Mitte (37,1 Prozent) am Ende der Liste wieder. Das geht aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Ralf Witzel (FDP) hervor, aus der die Rheinische Post zitierte.

Ursprünglich sollte die Frist für die Abgabe der Grundsteuererklärung bereits am 31. Oktober 2022 enden. Weil viele Haus- und Grundstückseigentümer aber Schwierigkeiten mit der Erstellung hatten, hatte das Finanzministerium sie bis zum 31. Januar 2023 verlängert.

Grundsteuer: Keine weitere Fristverlängerung in NRW

Eine weitere Fristverlängerung wird es aber auch angesichts der weiterhin Millionen fehlenden Erklärungen nicht geben. Das sagte ein Sprecher des NRW-Finanzministeriums der WAZ. Demnach seien die Kommunen für die Neuberechnung der Grundsteuer dringend auf eine pünktliche Abgabe angewiesen.

Wer also die Hoffnung hatte, dass man sich mit der Grundsteuererklärung noch Zeit lassen kann, weil die Frist ohnehin noch einmal ausgeweitet wird, bekommt nun Zeitprobleme. Denn für die gewünschte Online-Abgabe ist eine Selbstidentifikation nötig. Wer aber die dafür erforderlichen Mittel (digitales „Elster“-Zertifikat, PIN des Personalausweises oder Freischaltcode des Finanzamtes) bislang nicht hat, wird sie auch nicht mehr pünktlich bis zum 31. Januar erhalten.

Grundsteuererklärung: So klappt es noch vor dem Ende der Frist

Trotzdem gibt es Möglichkeiten, die Grundsteuererklärung noch fristgerecht abzugeben, wie die RP berichtet. Für „Härtefälle“ ist auch eine Erklärung in Papierform möglich. Die Unterlagen dafür sind beim jeweiligen Finanzamt erhältlich. Darüber hinaus ist die digitale Abgabe auch über bereits bei der Steuersoftware „Elster“ registrierte Angehörige möglich. Schafft man das beides nicht, kann man beim Finanzamt auch eine weitere Verlängerung der Frist beantragen. Das ist aber nur mit einer stichhaltigen Begründung möglich.

Und was passiert, wenn man die Grundsteuererklärung nicht rechtzeitig vor dem Ende der Frist einreicht? Dann kann es unter Umständen teuer werden. Die Finanzämter können Verspätungszuschläge oder sogar Zwangsgelder bis zu 25.000 Euro verhängen. Doch dass es dazu direkt kommt, scheint äußerst unwahrscheinlich. Denn die Finanzbehörden in 14 von 16 Bundesländern (alle bis auf Bayern und Hamburg) gaben bei einer Abfrage des Portals Finanztip an, dass sie zunächst Erinnerungsschreiben verschicken wollen, bevor sie Strafen erheben.