Energiepreise

Kaltes Wasser in NRW-Freibädern? Verband gibt deutliches Signal

Trotz steigender Energiepreise drehen die meisten Schwimmbäder in NRW die Wassertemperatur noch nicht herunter. Alternativ könnten künftig jedoch „Energiefresser“ abgeschaltet werden.
Ein Mann springt vom Sprungturm in einem Freibad. © Roberto Pfeil/dpa/Symbolbild

In den meisten Bädern Nordrhein-Westfalens müssen die Gäste nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen zumindest vorerst nicht mit einem kühleren Wasser als gewohnt rechnen. Wegen der gestiegenen Energiepreise hätten zwar einige Bäder in den vergangenen Wochen eine niedrigere Wassertemperatur als bisher üblich in Erwägung gezogen, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Christian Mankel, der Deutschen Presse-Agentur. „Es sind definitiv mehr als nur Einzelfälle, aber der große Trend ist es noch nicht“, erklärte er.

Alternative Maßnahmen zur Senkung der Kosten

Bei einer Temperaturabsenkung von zwei Grad bestehe zwar ein Energiesparpotenzial zwischen zehn und 25 Prozent. Allerdings hätten die Badbetreiber auch viele andere Möglichkeiten, um die hohen Energiekosten zu senken. Mankel verwies auf Dämmungen, Wärmepumpen und Solaranlagen, die jetzt schneller genutzt werden sollten. Zudem könnten Betreiber kurzfristig auf „energieintensive Wellness- und Luxusangebote“ verzichten: Stark beheizte Außenbecken, Whirlpools oder auch Großrutschen seien besonders große „Energiefresser“.

Trotz der möglichen Alternativen geht die Gesellschaft für das Badewesen davon aus, dass in den nächsten Wochen noch weitere Bäder ihre Wassertemperatur herabsetzen könnten. Bisher habe man die Maßnahme häufiger in Hallenbädern beobachtet. „Manche sehen das als politisch-symbolisches Zeichen“, schilderte Mankel. „Und manche sehen das als Kostenfaktor, um sich in der Finanzplanung ein bisschen abzusichern, damit die nächste Abrechnung nicht vollends explodiert.“

Das Düsseldorfer Allwetterbad reduzierte beispielsweise die Außenbeckentemperatur von 24 auf 22 Grad. In Köln sollen die Sport- und Freizeitbecken der Freibäder wie in den vergangenen Jahren bis zu 21 Grad beheizt werden. Dafür wird nach Angaben der Köln Bäder unter anderem die Temperatur in den „4-Jahreszeitenbecken“ um drei Grad gesenkt, sagte eine Sprecherin. In diese wärmeren Außenbecken könnten die Gäste von den Hallenbädern aus schwimmen.

dpa

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