Kirmes in NRW: Mädchen schleudert aus Krake-Karussell – Ursache jetzt klar

Aus diesem Krake-Karussell in Haan schleuderte ein Mädchen bei voller Fahrt heraus. Jetzt ist die Ursache klar. Das Karussell muss abgebaut werden.
Aus diesem Krake-Karussell in Haan schleuderte ein Mädchen bei voller Fahrt heraus. Jetzt ist die Ursache klar. Das Karussell muss abgebaut werden. © Gumpert
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Bei voller Fahrt ist ein Mädchen am Samstagnachmittag (24.9.) auf der Haaner Kirmes aus einem Fahrgeschäft herausgeschleudert worden. Das Kind wollte gegen 16.40 Uhr mit der „Krake“ fahren, als es plötzlich aus herausflog. Wie die Polizei berichtet, stürzte das Kind dabei auf ein vierjähriges Mädchen, das am Rand des Fahrgeschäfts gestanden hatte.

Nach neuesten Erkenntnissen der Polizei hatte sich das Kind zum Zeitpunkt des Unfalls auf dem Arm seiner Mutter befunden und war somit nicht, wie zunächst angenommen, direkt von der Zwölfjährigen getroffen worden.

Ermittlungen gegen vier Mitarbeiter

Am Montagvormittag hatte der TÜV das Fahrgeschäft begutachtet. Dabei ist er zu dem Entschluss gekommen, dass ein technischer Defekt am Sicherheitsbügel vorliegt, erklärte die Polizei am Montag. Daher nimmt das Fahrgeschäft seinen Betrieb auf der Kirmes in Haan nicht mehr auf, und wird abgebaut.

Gegen vier Mitarbeiter des Fahrgeschäfts hat die Polizei nun Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung eingeleitet, wie die Polizei mitteilte. Das Karussell ist für den Rest der Haaner Kirmes stillgelegt worden.

Hätten die Mitarbeiter den Sicherheitsbügel besser kontrollieren müssen?

Den Sicherheitsbügel müssen die Fahrgäste selbst schließen. Die Gondeln der „Krake“ waren neu konstruiert und wurden erst in diesem Jahr durch den TÜV endabgenommen, wie die Bild-Zeitung berichtet. Sie sind so konzipiert, dass man selbst bei offenem Bügel nicht rausfliegen würde, solange man die Sitzposition einhielte.

„Die Polizei ermittelt aber auch wegen menschlichen Fehlverhaltens“, teilte die Polizei am Montag mit. Die Mitarbeiter des Fahrgeschäfts hätten besser kontrollieren müssen, ob der Sicherheitsbügel richtig schließt. Gegen die vier Mitarbeiter wurden deswegen die Ermittlungen eingeleitet.

Rettungshubschrauber angefordert

Da am Sonntag zunächst nicht klar war, wie schwer die Mädchen bei dem Unfall verletzt worden waren, wurde ein Rettungshubschrauber angefordert. Dieser musste jedoch nicht zum Transport der Mädchen genutzt werden.

Die beiden Kinder wurden jeweils mit einem Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Das zwölfjährige Mädchen erlitt einen Schock und Prellungen. Sie konnte das Krankenhaus am Sonntag wieder verlassen. Die Vierjährige blieb noch zur Beobachtung dort.

Kleinkind stürzte in Dortmund aus einem Karussell

Erst Ende August war in Dortmund ein Kleinkind aus einem Karussell gestürzt, Bei dem Unglück auf der Bartholomäus-Kirmes stürzte das Kind etwa einen Meter aus einem „Flugzeug“ eines Kleinkinder-Fahrgeschäftes.

Auch auf der Rheinkirmes in Düsseldorf hatte es im Juli einen Zwischenfall gegeben. Hier stürzte ein 25-Jähriger Arbeiter bei Abbauarbeiten von einem Fahrgeschäft rund 15 Meter in die Tiefe. Er wurde schwer verletzt. Die Polizei geht in diesem Fall von Eigenverschulden aus.

kar/akg

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