Coronavirus

Laschet löst Corona-Expertenrat in NRW auf – trotz Delta-Variante

NRW-Ministerpräsident Laschet möchte einen Corona-Expertenrat auf Bundesebene einführen, sollte er Bundeskanzler werden. Sein Expertenrat in NRW wurde derweil aufgelöst.
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, möchte im Falle seiner Bundeskanzlerschaft einen Corona-Expertenrat auf Bundesebene einführen. © picture alliance/dpa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will im Fall seiner Wahl zum Bundeskanzler auch auf Bundesebene den Rat von Experten und Expertinnen unterschiedlicher Bereiche zur Bewältigung der Corona-Krise einholen.

„Natürlich ist die Pandemie nicht zu Ende“, sagte der Unions-Kanzlerkandidat am Freitag in einer Aktuellen Stunde im Landtag in Düsseldorf. Der CDU-Bundesvorsitzende rechtfertigte in der Debatte die Auflösung seines eigenen Corona-Expertenrats, der die CDU/FDP-Landesregierung seit April 2020 unter anderem zu den sozialen, psychischen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie beraten hatte.

Der Expertenrat für NRW habe in seiner sechsten und letzten Stellungnahme Grundsätze formuliert, die schon jetzt klar machten, „was uns im Herbst droht“, sagte Laschet. Zur „Kernfrage“, wie mit der potenziellen vierten Welle umzugehen sei, liege „alles auf dem Tisch“. Es werde möglicherweise auch weitere Coronaviren in den nächsten Jahren geben.

Rat betrachtet auch soziale und wirtschaftliche Folgen

„Wir werden in ein Jahrzehnt gehen, wo wir mit solchen Risiken leben müssen“, sagte Laschet. Er werde auch weiter individuell wissenschaftlichen Rat einholen. Der Expertenrat habe empfohlen, auf Bundesebene nicht nur auf medizinisch-naturwissenschaftliche Modelle zu setzen, sondern auch die sozialen und wirtschaftlichen Folgen zu betrachten, sagte Laschet.

Das Gremium hatte geschrieben: „Wird diese Chance versäumt, einen multi- und transdisziplinären Diskurs zu organisieren, droht eine unfruchtbare Dominanz von allein auf das Infektionsgeschehen konzentrierten Modellanalysen.“ NRW habe diesen ganzheitlichen Ansatz bereits befolgt, sagte Laschet. SPD und Grüne im Landtag kritisierten die Auflösung des Expertengremiums in einer Phase, in der sich die Delta-Variante in Deutschland und in NRW ausbreite und die Folgen noch ungewiss seien.

Dem Expertenrat Laschets gehörten unter anderem der Bonner Virologe Hendrik Streeck, die Vorsitzende des Europäischen Ethikrates, Christiane Woopen und der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, an.

dpa

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