Gaskrise

Energiekrise: LEG warnt Mieter vor hohen Nachzahlungen für Heizkosten

Der Immobilienkonzern LEG betont: Auch Energiesparen im Winter wird nicht vor Nachzahlungen schützen. Die Geschäfte des Unternehmens liefen im ersten Halbjahr dennoch gut.
Ein Logo der LEG Immobilien AG ist an einem Wohnungsgebäude zu sehen.
Auch wenn die Mieter bereit seien, Energieverzicht zu leisten, werde es im nächsten Jahr zu Nachzahlungen kommen, so die LEG. © Ina Fassbender/dpa/Symbolbild

Der Immobilienkonzern LEG hat die Mieterinnen und Mieter noch einmal vor drohenden hohen Nachzahlungen bei der Nebenkostenabrechnung im nächste Jahr gewarnt. „Die Mehrkosten werden in einer Dimension von ein bis zwei Nettokaltmieten liegen“, sagte LEG-Chef Lars von Lackum am Mittwoch in Düsseldorf.

Und dabei sei die Belastung durch die angekündigte Energieumlage noch nicht eingerechnet. „Wir müssen unsere Mieterinnen und Mieter sensibilisieren, mit welch exorbitanter Energiepreisexplosion wir es zu tun haben“, sagte der Manager. Auch wenn die Mieter bereit seien, Energieverzicht zu leisten, werde es im nächsten Jahr zu Nachzahlungen kommen.

Die LEG hat bereits eine ganze Reihe ihrer Mieter angeschrieben und und angeboten, die Vorauszahlungen auf freiwilliger Basis zu erhöhen, um den Kostenanstieg über mehrere Monate abzufedern. Rund ein Drittel der Kontaktierten habe dieses Angebot angenommen. Wer dies nicht wolle, tue gut daran, schon jetzt damit zu beginnen, Geld für die Nachzahlung zurückzulegen.

Enttäuscht zeigte sich von Lackum, dass sein bereits vor einigen Wochen öffentlich präsentierter Vorschlag, die gesetzlichen Möglichkeiten zu schaffen, die Temperaturen in den Wohnungen im Winter stärker als bisher erlaubt abzusenken, in der Politik keine Widerhall gefunden habe. „Uns ist nicht bekannt, dass es dazu weitergehende Überlegungen in Ministerien gibt“, sagte er.

Heizungen werden verbrauchssparend eingestellt

Aktuell sei das Unternehmen dabei, die Heizungen in seinen Immobilien möglichst verbrauchssparend einzustellen. Dabei werde – im gesetzlich erlaubten Rahmen – die Temperaturkurve ein bisschen heruntergeregelt und die Nachtabsenkung etwas früher als bisher eingeleitet.

Das Unternehmen kündigte an, es werde wie schon in der Corona-Krise auch jetzt Mietern, die durch die Explosion der Energiepreise in Probleme gerieten, unter die Arme greifen – etwa durch Unterstützung bei der Beantragung von Wohngeld, aber auch durch die Möglichkeit zur Ratenzahlung. Niemand müsse Sorge haben, aufgrund der Explosion der Energiekosten seine Wohnung zu verlieren.

Operativer Gewinn bis Ende Juni klettert um 5,2 Prozent

Die jüngsten Wohnungszukäufe und steigende Mieten bescherten der LEG im zweiten Quartal 2022 unterdessen weiter gute Geschäfte. Der operative Gewinn aus dem laufenden Geschäft kletterte von Anfang April bis Ende Juni im Jahresvergleich um 5,2 Prozent auf 120 Millionen Euro. Für Gesamtjahr zeigte sich der Vorstand um Konzernchef Lars von Lackum weiterhin zuversichtlich, das operative Ergebnis auf 475 Millionen bis 490 Millionen Euro zu steigern.

Vor allem in den Großstädten steigen die Mieten schon seit Jahren, inzwischen holen aber auch zahlreiche mittelgroße Städte kräftig auf. Die Miete stieg zur Jahresmitte auf vergleichbarer Fläche auf durchschnittlich 6,26 Euro pro Quadratmeter nach 6,10 Euro ein Jahr zuvor, wie der Konzern mitteilte.

Angesicht der unsicheren Rahmenbedingungen will der Immobilienkonzern aber bei Zukäufen, Neubauten und Investitionen in den Bestand vorläufig auf die Bremse treten. Außerdem sollen bis zu 5000 Wohnungen verkauft werden.

dpa

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