NRW: Polizisten überfahren Katze absichtlich – Staatsanwaltschaft ermittelt

Ein Streifenwagen fährt eine Straße entlang.
Ein Anwohner zeigte die Polizisten wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz an (Symbolbild). © picture alliance / dpa
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Die Staatsanwaltschaft befasst sich mit dem Fall dreier Polizisten, die eine angefahrene, schwer verwundete Katze mit ihrem Streifenwagen überfahren haben sollen, um sie von ihrem Leid zu erlösen. Ein Tierarzt war laut Schilderung der Beamten auf die Schnelle nicht zu bekommen, ein Fangschuss zu gefährlich, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Auch das schwerstverletzte Tier zu bewegen, hätten sie ausgeschlossen, „sodass der Streifenwagen eingesetzt wurde“.

Ein Anwohner zeigte die Polizisten wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz an. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt Ermittlungen gegen die beiden Polizisten eingeleitet. Dabei handele es sich um den Fahrer und den Beifahrer des Streifenwagens, der das Tier überrollt hatte, wie ein Behördensprecher am Montag auf Anfrage sagte. Es seien bereits zwei Zeugen vernommen worden.

Ein Schuss aus der Dienstwaffe, wie in solchen Fällen üblich, wäre in diesem Fall zu gefährlich gewesen, hatte die Polizei mitgeteilt. Die Katze habe auf hartem Untergrund gelegen, so dass die Gefahr eines Querschlägers zu groß gewesen sei.

Überfahrene Katze wird Thema im Landtag

Jetzt wird die Katze ein Fall für den Landtag. Die SPD-Opposition will von Reul in einer offiziellen Anfrage wissen, wie er den Fall bewertet, so die Bild-Zeitung. Außerdem soll die Polizei die Frage beantworten, warum sie so sicher gewesen sei, dass die Katze nicht mehr gerettet werden konnte.

Die Regierung hat jetzt vier Wochen Zeit, die Fragen der Opposition schriftlich zu beantworten.

Katze war „augenscheinlich nicht mehr zu retten“

Die Beamten waren laut Polizei an einem frühen Morgen Ende August zu der Straße in ländlichem Gebiet bei Barntrup (Kreis Lippe) gerufen worden. Dort habe die schwerstverletzte Katze gelegen, die offenbar von einem Fahrzeug angefahren worden war. Das Tier sei augenscheinlich nicht mehr zu retten gewesen. Einen Tierarzt habe man angesichts der frühen Uhrzeit aber nicht erreichen können, woraufhin die Polizisten entschieden hätten, das Leid des Tiers selbst zu beenden.

So einen Fall hätten Beamte alle paar Wochen, dabei gehe es um Wild-, aber auch Haustiere, sagte ein Polizeisprecher. „So was macht keiner gerne.“ In aller Regel werde geschossen, das müsse aber vor Ort bewertet werden. In dem Fall war ein Schuss laut Einschätzung der beteiligten Polizisten zu gefährlich, weil die Katze demnach auf hartem Untergrund lag und sie Querschläger befürchteten.

dpa/akg

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