Kriminalität

Pyrotechnik und Körperverletzung: Open-Air-Partys am Wochenende in NRW eskalieren

In einigen NRW-Städten sind am Wochenede Open-Air-Partys aus dem Ruder gelaufen: Feiernde widersetzten sich Aufforderungen, bewarfen Einsatzkräfte mit Flaschen, zündeten Böller und randalierten.
Leere Flaschen sind die letzten Überreste einer Party am Aachener Weiher. © picture alliance/dpa

Flaschenwürfe, Pyrotechnik und Körperverletzungen: In mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen sind in der Nacht auf Samstag Open-Air-Partys eskaliert. Etwa im Grüngürtel am Aachener Weiher in Köln seien bei der Auflösung einer Feier mit rund 1.000 Teilnehmern zwei Polizisten und ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes durch Flaschenwürfe leicht verletzt worden, berichtete ein Polizeisprecher am Samstagmorgen. Alle drei seien jedoch dienstfähig geblieben.

Eskalation der Situation am Aachener Weiher

„Die Aggressivität und Respektlosigkeit gegenüber den Kollegen des Ordnungsdienstes und der Polizei hat mich tief erschüttert“, sagte Andrea Blome, Leiterin des Krisenstabs der Stadt Köln, am Nachmittag in einer Stellungnahme. Während in weiten Teilen des Stadtgebietes die Menschen die Lockerungen der Corona-Regeln verantwortungsvoll im Freien genossen hätten, sei die Situation am Aachener Weiher eskaliert.

Allerdings gehe es hier nicht nur um Corona, sondern um die Regeln eines respektvollen und solidarischen Zusammenlebens. „Aggressiven Chaoten werden wir uns mit aller Entschiedenheit entgegen stellen“, kündigte Blome an. Die Kölner Polizei will nun die Zahl der Einsatzkräfte in der Nacht auf Sonntag erhöhen. „Wir sind besser vorbereitet“, sagte ein Sprecher am Nachmittag.

Den Angaben zufolge hatte die Stadt die Polizei am Freitag gegen 23.00 Uhr um Amtshilfe bei der Auflösung der Party am Aachener Weiher gebeten. Diese sei mit „starken Kräften“ dorthin gefahren und habe zwei DJ-Pulte sichergestellt. „Die DJs waren aber schon flüchtig“, so der Sprecher am Morgen weiter. Die Menge habe sich dann zerstreut. Mehrere Anzeigen seien gefertigt worden. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine organisierte Party gehandelt hat.

Aggressive Randalierer auch in Münster – Ruhige Lage in Düsseldorf

Auch in Münster räumte die Polizei „wegen aggressiver Randalierer“ eine beliebte Wiese am Aasee. Nachdem Kontrollen der Stadt zunächst Wirkung gezeigt und Hunderte Besucher friedlich gefeiert hatten, sei die Situation im Laufe der Nacht eskaliert, teilte die Polizei mit. Bis zu 250 teils betrunkene Menschen hätten sich versammelt, Böller gezündet, Plastik- und Glasflaschen auf die Einsatzkräfte geworfen und Aufforderungen über Lautsprecherdurchsagen ignoriert. Ein Mann habe sich etwa nach einem Körperverletzungsdelikt den Maßnahmen widersetzt und einen Polizisten leicht verletzt.

Nach der Räumung kam es laut Polizei auch zu Sachbeschädigungen an Blumenkübeln und Fahrrädern sowie Lärmbelästigungen. Die Beamten fertigten zahlreiche Strafanzeigen. Fünf Menschen wurden in Gewahrsam genommen und mussten die Nacht im Polizeipräsidium verbringen.

In Düsseldorf sei es am Freitagabend dagegen weitestgehend ruhig geblieben, sagte ein Polizeisprecher. Es sei ein normaler Alltag in der Altstadt gewesen – ohne besondere Ausschreitungen.

dpa

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