ÖPNV

S-Bahnen in NRW fahren wieder – aber weiter Ausfälle im Regionalverkehr

In NRW sind am Wochenende mehrere Züge und S-Bahnen ausgefallen. Gründe waren unter anderem Krankheitsfälle. Jetzt hat sich die Lage verbessert, vorüber sind die Probleme aber nicht.
Eine Regionalbahn an einem Bahnhof.
In NRW gibt es weiterhin Zugausfälle im Regionalverkehr. © picture alliance/dpa

Nach dem Ausfall mehrere S-Bahn-Linien vergangene Woche hat sich der Bahn-Verkehr in Nordrhein-Westfalen zum Wochenstart wieder normalisiert. Weil in der Leitstelle kurzfristig gut ein Drittel des Personals wegen Krankheit ausgefallen war, fielen die Linien 8, 11, 12 und 13/19 aus. Seit Montagmorgen läuft der Verkehr wieder, so eine Sprecherin.

Noch bis zum 7. August fallen aber weiterhin Züge im Regionalverkehr aus. Betroffen ist die RB 32 zwischen Duisburg und Dortmund. Hier hat die Bahn Busse als Schienenersatzverkehr organisiert. Auf einigen Teilen der Strecke sollen die Kunden auf Parallelstrecken ausweichen. Montags bis freitags fällt weiterhin der RE 49 von Wesel bis Wuppertal aus. Reisende sollten sich unter www.zuginfo.nrw über die aktuelle Lage informieren.

Auch bei anderen Anbietern kam es zu Problemen. So musste die Nordwestbahn wegen Krankheitsausfällen beim Personal auf der Strecke von Essen nach Coesfeld (RE 14) am Montag Züge ausfallen lassen. Vereinzelt traf das auch die Strecke von Dortmund nach Soest (RB 59) zu.

Man halte „die in den letzten Tagen ansteigenden Totalausfälle von Zuglinien der DB Regio für nicht mehr akzeptabel“, kritisierte der Fahrgastverband Pro Bahn. Auch beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ist man verärgert.

DB Regio hat in der Leitstelle einen Krankenstand von 35 Prozent

„Wir möchten uns bei allen Fahrgästen für die Zugausfälle entschuldigen“, teilte eine Bahnsprecherin am Freitag mit. „Wir haben derzeit in unserer Leitstelle, dem Herz der S-Bahn, einen Krankenstand von 35 Prozent. Hier werden Züge disponiert, gesteuert und überwacht. Keine Personalplanung der Welt kann einen solch hohen Krankenstand kompensieren.“

Der VRR kritisierte, man hätte sich eine frühere Information der Fahrgäste gewünscht: „Über die einseitige öffentliche Ankündigung der DB Regio, aufgrund von Mitarbeiterkrankmeldungen in den Leitstellen und bei Triebfahrzeugführer*innen, aktuell und für das kommende Wochenende SPNV-Betriebsleistungen komplett einzustellen, sind wir besorgt.“ Man erhoffe, „dass die DB Regio hierzu vorab den Dialog mit uns sucht und nicht im Alleingang entscheidet und kommuniziert.“

Pro Bahn kritisierte, wegen der kurzen Vorlaufzeit würden überwiegend keine ausreichenden Schienenersatzverkehre organisiert, sondern höchstens auf kommunale Verkehrsunternehmen verwiesen, die dem Ansturm oft nicht gewachsen seien. Auch der VRR pochte darauf: „Dort wo Ausfälle nicht zu verhindern sind, ist ein adäquates Angebot mit Schienenersatzverkehr einzurichten.“

Bahn kündigte „Joboffensive“ an

Die Bahn hatte zuletzt auch auf eine „Joboffensive“ hingewiesen: In diesem Jahr wolle man in Deutschland rund 24.000 neue Mitarbeiter rekrutieren. „Wir kämpfen gerade wie alle Eisenbahnunternehmen mit außergewöhnlich hohen Krankenständen“, sagte eine Bahnsprecherin. Eine dpa-Umfrage Anfang Juli ergab, dass auch viele andere Verkehrsunternehmen in NRW mit einer dünnen Personaldecke zu kämpfen haben. Viele Krankheitsfälle und Quarantänen nach Coronafällen treffen ausgerechnet in die Zeit der Sommerferien, in der sich ohnehin viel Menschen freinehmen.

Im Gegensatz zu den anderen Verkehrsunternehmen lege DB Regio aber immer wieder ganze Strecken still, anstatt zumindest eine Notbedienung der Strecken im Stundentakt anzubieten, kritisierte Pro Bahn. „Neukunden, die durch das 9-Euro-Ticket angelockt wurden, werden so nachhaltig abgeschreckt, auch langjährige Bestandskunden der Bahn werden vertrieben“, hieß es. „Wenn der Fahrgast beim Start morgens nicht mehr absehen kann, ob und auf welchem Wege er abends wieder nach Hause kommt, wird er sich definitiv gegen die Nutzung des Zugs entscheiden.“ Die Aufgabenträger sollten die DB notfalls mit juristischen Mitteln zu einem Mindestangebot zwingen.

dpa

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