Auch wenn das Robert-Koch-Institut steigende Corona-Infektionszahlen prognostiziert, droht bislang keine Überlastung der Krankenhäuser. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Robert-Koch-Institut erwartet in den nächsten Wochen Anstieg der Corona-Infektionszahlen

Das Robert-Koch-Institut rechnet in den nächsten Wochen wieder mit einem Anstieg der Corona-Fälle. So steht es im aktuellen Wochenbericht, der sich auch zu Ausbrüchen in Schulen und Kitas äußert.

Dass sich die Corona-Situation in den vergangenen Wochen etwa entspannt hat, daran haben wir uns schon gewöhnt. Doch das wird wohl nicht so bleiben.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) führt die Entspannung in seinem aktuellen Wochenbericht auf verschiedene Faktoren zurück. Unter anderem nennt das RKI den Rückgang des Sommerreiseverkehrs, eine Abnahme der zum Schulanfang bei Testungen entdeckten Infektionen, die erreichte Impfquote und das vielerorts noch relativ milde Wetter als Ursachen dieser Entwicklung.

Allerdings geht das RKI nicht davon aus, dass sich das so fortsetzen wird, sondern schreibt: „Ein Anstieg der Infektionszahlen im Herbst und Winter ist zu erwarten. Gründe dafür sind insbesondere die noch immer große Zahl ungeimpfter Personen und mehr Kontakte in Innenräumen.“

Die Ausbrüche in Kitas und Schulen

Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 64,3. Vor einer Woche lag sie bei 62,5, ist also in den vergangenen Tagen schon wieder leicht gestiegen. Von Neuinfektionen sind vor allem die Jüngeren betroffen. Die höchsten Inzidenzen mit Werten von über 100 weisen die 5- bis 19-Jährigen au. Bei den 5- bis 9-Jährigen liegt der Wert bei 139, bei den 10- bis 14-Jährigen bei 168 und bei den 15- bis 19-Jährigen bei 116.

Von Mitte August bis Anfang September, so schreibt das RKI, hat die Zahl an übermittelten Ausbrüchen in Kitas wieder zugenommen. Die weitere Entwicklung in den letzten zwei Wochen könne wegen Nachmeldungen noch nicht gut bewertet werden, aber eines zeige sich schon jetzt: Im Vergleich zu den Monaten Juli/August 2020, in denen Kinder unter fünf Jahren lediglich 27 Prozent der an den Kita-Ausbrüchen beteiligten Fälle ausmachten, waren es in den Monaten Juli/August 2021 65 Prozent. Um diese Zahlen einordnen zu können, muss man wissen, dass das RKI auch Horte zu den Kitas zählt, in denen auch ältere Kinder betreut werden.

In diesen Altersgruppen sinken die Infektionsraten

Wie zu erwarten war, hat die Zahl der übermittelten Schulausbrüche seit Mitte August wieder deutlich zugenommen. Interessant ist ein Blick auf die Altersentwicklung, denn: Seit Anfang August 2021 nimmt der Anteil der in Schulausbrüchen übermittelten 15- bis 20-Jährigen und vor allem der über 20-Jährigen ab. Hier macht sich die vor einigen Wochen erfolgte Ausweitung der Impfmöglichkeiten für die Jüngeren ab zwölf Jahren bemerkbar.

Zu den Impfungen generell: Aktuell sind 64,4 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Diese Quote steigt weiterhin nur sehr langsam. Das ist nach wie vor unverständlich, wenn man die neuesten Zahlen zur Wirksamkeit der Impfungen sieht, die das RKI im Wochenbericht vorgestellt hat.

Zahlen belegen Wirksamkeit der Impfungen

Danach schützt eine vollständige Impfung gegen das Coronavirus 18- bis 59-Jährige mit 93-prozentiger Sicherheit vor einer Covid-19-Erkrankungen, die im Krankenhaus behandelt werden muss. Über 60-Jährige sind noch immer zu 89 Prozent vor einer Hospitalisierung geschützt.

Vor einer notwendigen Behandlung auf einer Intensivstation bewahrt eine Impfung 18- bis 59-Jährige sogar zu 96 Prozent, Menschen ab 60 Jahren zu 94 Prozent. Und vor einem Corona-Tod schützt eine Impfung 18- bis 59-Jährige zu 97 Prozent, über 60-Jährige zu 88 Prozent.

Vier weitere wichtige Fakten aus dem Wochenbericht:

  • Das RKI stellt klar, dass sich die Lage auf den Intensivstationen nicht weiter verschärft, sondern ein „leichtes Plateau“ erreicht hat.

  • Auch die Zahl der insgesamt mit einer Covid-Infektion ins Krankenhaus eingelieferten Menschen hat sich stabilisiert und steigt derzeit nicht weiter.

  • Aus dem Ausland mit nach Deutschland gebrachte Infektionen spielen praktisch keine Rolle mehr. Hier werden nur noch vereinzelte Fälle registriert.

  • In Deutschland, wie auch im europäischen Ausland, werden fast ausschließlich alle Corona-Infektionen durch die Delta-Variante verursacht
Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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