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Schätze finden statt langweilig zu spazieren: So geht Geocaching

Bloßes Spazierengehen kann in der Pandemie auf Dauer ziemlich öde werden. Warum also das Ganze nicht ein wenig aufpeppen? Wie jeder zum Schatzjäger werden kann, verraten wir Ihnen hier.
Eine Tasche mit dem Geocaching-Logo und ein paar praktische Utensilien.
Eine Tasche mit dem Geocaching-Logo und ein paar praktische Utensilien. © Pixabay

Am 3.5.2000 versteckte Dave Ulmer in der Nähe von Portland eine Box und startete so das weltweit erfolgreiche Treasure-Hunt-Spiel „Geocaching“. Zwei Dekaden später erlebt es einen neuen Boom. Auch in der Region werden von Geocachern Schätze gesucht.

Was genau ist Geocaching?

„Cache“ ist Englisch und bedeutet „Versteck“ oder „geheimes Lager“. „Geo“ ist aus dem Altgriechischen abgeleitet und steht für „Erde“.

Geocaching, das sich aus dem vorangegangenen Letterboxing entwickelte, hat eine komplett eigene Community und wirkt auf den ersten Blick äußerst speziell. Ein wenig so wie das Star-Trek-Universum. Hat man jedoch einmal die Faszination für sich entdeckt, kann das Outdoor-Game schnell zur Sucht werden. Doch wie genau funktioniert Geocaching eigentlich? Los geht es auf der größten Geocaching-Internetseite, die ganz einfach www.geocaching.com lautet.

Hat man dort sein Profil unter einem Nickname angelegt, kann man sich mit seinem Handy oder einem anderen GPS-fähigen Gerät nach draußen bewegen. Die von der Seite entwickelte App zeigt an, wo sich in der Nähe Caches befinden, also Dosen, die von ganz normalen Mitspielern ausgelegt wurden und in denen mindestens eine Sache ist: das Logbuch.

Das Ziel ist es, sich in dieses Logbuch mit seinem Nickname einzutragen. Weitere Gegenstände können getauscht und als Souvenir mitgenommen werden. Danach wieder so verstauen, wie man es vorgefunden hat – fertig. Zur Belohnung darf man den gefundenen Cache auf seinem Profil eintragen und sammelt so seine Funde.

Gerade zu anfangs ist es aber empfehlenswert, jemanden mitzunehmen, der Geocaching kennt. Sonst wird die Jagd schnell zur Enttäuschung. Ein Blick, der mögliche Verstecke von schlecht entsorgtem Müll zu trennen weiß, muss sich erst entwickeln.

Das sind Geocaching-Typen

Die meisten Caches lassen sich in drei große Typen einteilen. „Traditionals“, kurz „Tradis“, sind diejenigen, die im Normalfall die wenigste Zeit benötigen. Hinlaufen, finden, loggen, gehen.

Als wesentlich aufwendiger definieren sich Multis, die der altbekannten Schnitzeljagd ähneln. Man hangelt sich von Station zu Station, löst an jeder eine Aufgabe, um überhaupt zum eigentlichen Cachebehälter mit dem Logbuch zu gelangen.

Manchmal sind das nur wenige Stationen, die man in einer guten Stunde abgearbeitet hat – manchmal gräbt man sich durch 20 oder mehr Haltepunkte und ist sechs Stunden unterwegs. Besonders ärgerlich wird es, wenn man an einer der letzten Stationen scheitert und nicht mehr weiterkommt.

Für Rätselfreunde sind „Mysterys“ das A und O. Bei diesen muss man bereits vorab zu Hause eine verschlüsselte Aufgabe lösen, um überhaupt zu wissen, wo man Outdoor anfangen muss zu suchen. Wie viel dann noch folgt, ist meist eine Überraschung. Gar nicht so selten scheitert man an irgendeinem Detail und kann verärgert wieder umdrehen.

So sieht eine sehr klassische Geocaching-Box aus.
So sieht eine sehr klassische Geocaching-Box aus. © Pixabay

Was ist daran so aufregend?

Klingt extrem langweilig und eintönig? Womöglich.

Allerdings ist die Geocaching-Welt dermaßen vielfältig, dass man zunächst gar nicht glaubt, was alles existiert. Denn eigentlich gibt es in der Szene nichts, was es nicht gibt. Ob körperliche oder geistige Anstrengung – beides ist gefragt.

Natürlich kann man ganz einfach starten und nach einer Filmdose hinter einem Buch suchen, in der sich ein zusammengerollter Block befindet, um darauf seinen Namen zu kritzeln. Man kann aber auch „richtig“ cachen gehen und daraus außergewöhnliche und unvergessliche Ausflugstage machen.

Über drei Millionen versteckte Dosen sind aktuell auf der Welt auffindbar – in nahezu jedem Land. Manche davon befinden sich in dem Park, in dem man jeden Tag mit dem Hund spazieren geht, andere im Vorgarten der Nachbarn, der Großteil aber in Wäldern. Für die etwas Mutigeren gibt es Verstecke in verlassenen Häusern, sogenannten „Lost Places“, für Leute mit Kletterausrüstung geht es auch mal hochhinaus auf Berge und Mauern oder tiefhinunter in Höhlen.

Hier und da braucht man Boote oder gar Tauchausrüstungen. Nicht zuletzt sind manche nur in der Nacht aufzudecken. Schön ist der Moment, wenn man im Urlaub einen Cache findet und daraufhin mit einem virtuellen, landestypischen Souvenir auf seinem Profil belohnt wird. Praktischerweise ist aber Deutschland weltweit das absolute Paradies fürs Geocaching. Kein Land hat besser bewertete Caches, nicht mal die USA, wo es ursprünglich herkommt. Und es kommt noch besser: die meisten deutschen Caches sind in NRW.

Woran erkenne ich, ob ein Cache sich lohnt?

Was bedeutet denn „bewertet“? Tatsächlich kann der „Owner“ – also der Besitzer der Dose – seinen Cache in einer Beschreibung schmackhaft machen und erste Hinweise zum Schwierigkeitsgrad geben. Auch das Equipment, welches mitzubringen ist, ist aufgelistet. Die Logger, die sich erfolgreich eingetragen haben, können jedoch auf einschlägigen Seiten anschließend von ihrem Erlebnis berichten und der Community Empfehlungen geben.

In unzähligen Foren wird über die Rätsel in den Mysterys diskutiert, Hinweise zu schwierigen Stationen bei Multis gegeben oder die besten Caches angekündigt. Ein wichtiger Indikator sind die „Favoritenpunkte“. Hat man sich für Geocaching begeistern können und möchte alle Features nutzen, die die Seite bietet, kann man sich für einen kleinen Beitrag eine Premiummitgliedschaft kaufen und so seine Lieblinge mit einem virtuellen Geschenk belohnen.

Einige Caches sind dermaßen beliebt, dass man im Vorfeld einen Termin in einem Kalender machen muss, damit sich nicht zu viele Interessierte gleichzeitig am Cache treffen und sich gegenseitig in die Quere kommen – und da ist dann Geduld gefragt. Für die absoluten Highlights ist eine Wartezeit von zwei Jahren nicht unüblich. Schon einen Terminkalender für 2023 gekauft?

Sowohl für Familien als auch für Freunde oder Paare ist Geocaching eine tolle Möglichkeit, Zeit draußen zu verbringen und diese spannend zu gestalten. Hat man Spaß daran gefunden, kann man eigene Behälter auslegen und über die Homepage zum Finden anbieten.

Spielzeug für die Kleinen zum Tauschen und das Logbuch für die Großen zum Loggen.
Spielzeug für die Kleinen zum Tauschen und das Logbuch für die Großen zum Loggen. © Pixabay

Ein Best-Of von Kennern

Hier eine Liste mit gefragten/außergewöhnlichen Caches in NRW.
Der Code in Klammern ist eine einmalige Zahlen-Buchstaben-Kombination, um den Cache in der App oder auf der Homepage schneller finden zu können:

Das Müssmannhaus (GC48D69)

… Zahlen, bitte! (GC6A0G2)

Mit der Seilbahn zum Cache (GC4N9R6)

„Hin und Her“ am Breitenbruch (GC4DCXR)

😀 Parkleitsysteme (GC4AZQX)

Goonies Revenge: BLOOD (GC578VW)

MISSING@NIGHT (GC3NDJN)

Das „blaue“ Wunder… (GC35KGZ)

Hottes kleine Serie Der Petling „O“ Meter (GC4NC2J)

LostPlaceDO „Rein in den Stollen“ (GC28JB1)

Spannendes außerhalb NRWs:

Vergissmeinnicht (GC6Z4NP)

Die Kinder des Buchbinders (GC68EVA)

Der falsche Major! (GC5N21N)

Dracula 2.0 NC (GC8FXW4)

The Witch (GC71C8C)

Das Opfer des Bahnarbeiters (GC4VXMT)

Akte69 – ungeklärt! (GC66XA0)

Hart am Wind – echte Seebären gesucht! (GC48B12)

(Mini) Müssmanndingens (GC8T634)

Isla de la Munecas (GC366E9)

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