Coronavirus

Sicherheitslücke entdeckt: Apotheken stellen keinen digitalen Impfpass mehr aus

Aktuell können Apotheken in Deutschland keine digitalen Impfzertifikate mehr ausstellen. Der Service musste bereits am Mittwoch (21. Juli) wegen offenbarter Sicherheitslücken eingestellt werden.
Ein Schild mit dem Aufdruck „Digitaler Impfnachweis: Hier in der Apotheke“ steht in einer Apotheke. Aktuell ist dieser Service nicht mehr möglich. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

An vielen Stellen ist trotz Lockerungen der Nachweis einer vollständigen Impfung gegen das Coronavirus nötig. Vor allem bei Reisen sind die Impfnachweise gefragt. Der digitale Impfpass sollte den Nachweise erleichtern – doch aktuell kann dieser Impfnachweis für viele Menschen nicht ausgestellt werden.

Schon am Donnerstag (22.07.) teilte der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit, dass Apotheken bundesweit keinen digitalen Impfnachweis ausstellen könnten. Das ist auch am Freitag (23.07.) der Fall. Es stehe noch nicht fest, wann die Zertifikate in Apotheken wieder erhältlich seien, sagte eine Sprecherin des DAV.

Der Verband hatte die Ausstellung in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt, da es Berichte über eine Sicherheitslücke gab. In einer Pressemitteilung hieß es, das „Handelsblatt“ habe mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber erzeugt.

Dazu wurden eine gefälschte Betriebserlaubnis und ein gefälschter Bescheid des Nacht- und Notdienstfonds vorgelegt. Unter der gefälschten Apotheken-Identität wurden insgesamt zwei Impfzertifikate ausgestellt.

Bereits ausgestellte Zertifikate wohl nicht betroffen

Nach einer entsprechenden Information durch das „Handelsblatt“ habe der Deutsche Apothekerverband in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium die Ausstellung von Zertifikaten am gestrigen Mittwoch (21. Juli) gestoppt, um zusätzlich zu der ohnehin mehrfach pro Woche laufenden Überprüfung der über Gastzugänge angemeldete Betriebsstätten eine weitere Prüfung vorzunehmen.

Diese habe bis zum heutigen Donnerstagmittag keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge ergeben, deren Erstellung in betrügerischer Absicht nur mit erheblichem Aufwand und krimineller Energie denkbar ist. Daher sei davon auszugehen, dass die über 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher über Apotheken ausgestellt worden sind, alle von rechtmäßig registrierten Apotheken ausgestellt wurden.

Es werde noch geprüft, welche zusätzlichen Sicherheitsmechanismen gegen Missbrauch implementiert werden können oder sollen. Wann die Ausstellung von Zertifikaten wieder aufgenommen wird, stehe noch nicht fest, der DAV befinde sich im engen Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium.

rej/dpa

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