Katholische Kirche

Trotz heftiger Proteste: Kardinal Woelki firmt mehrere Jugendliche in Düsseldorf

Mit Roten Karten hatten Mitglieder einer Kirchengemeinde Ende Mai gegen den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki demonstriert. Doch der ließ sich davon nicht abschrecken und kam noch einmal zurück.
Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln, kommt zur Basilika St. Margareta. Der Kölner Kardinal will hier trotz Proteste 17 Jugendliche in der Düsseldorfer Gemeinde firmen. © picture alliance/dpa

Trotz anhaltender Kritik hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki am Mittwochabend, 9. Juni, 17 Jugendliche in einer Düsseldorfer Gemeinde gefirmt. Mit Rücksicht auf die Firmlinge gab es vor der Kirche keine neuen Protestaktionen. Mehr als 140 Mitglieder der Gemeinde St. Margareta hatten in einem Offenen Brief an Woelki appelliert, von der Firmung abzusehen.

In der Gemeinde sind zwei Pfarrer tätig gewesen, die des sexuellen Missbrauchs verdächtigt werden; einer von ihnen ist mittlerweile gestorben. In beiden Fällen wird Woelki vorgeworfen, zu lange seine schützende Hand über die Priester gehalten zu haben. Als Woelki im vergangenen Monat zu einem Vorgespräch in der Gemeinde erschienen war, hatten dort etwa 100 Gläubige mit Roten Karten gegen ihn demonstriert.

Die Firmlinge selbst und ihre Eltern hätten sich aber dafür ausgesprochen, dass der Kardinal die Firmung zelebriere, sagte ein Sprecher des Erzbistums Köln. Ihrem Wunsch gemäß habe sich Woelki entschlossen, dies auch zu tun. Die Firmung fand in der Basilika St. Margareta im Stadtteil Gerresheim statt. Woelki gelangte durch einen Hintereingang in das Gotteshaus.

Keine Protestaktionen am Firmungstag

Die Unterzeichner des Offenen Briefs hatten sich gegen weitere Aktionen entschieden, weil sie den Firmlingen ihren Festtag nicht kaputt machen wollten. Sie teilten jedoch mit, dass sie nach wie vor nicht mit der Firmung durch Woelki einverstanden seien. Über das Gespräch mit ihm Ende Mai zeigten sie sich enttäuscht: „Unser Vertrauen in den Kardinal ist dadurch leider nicht gewachsen, sondern noch mehr verloren gegangen“, schrieben sie in einer Erklärung. „Wir hatten auf ein Zeichen des Verständnisses und der Übernahme von Verantwortung gehofft – vergeblich.“

Das Erzbistum Köln befindet sich seit Monaten in einer Krise. Derzeit wird die Lage von zwei Apostolischen Visitatoren – Bevollmächtigten des Papstes – untersucht. Sie führen seit Montag in Köln Gespräche, unter anderem auch mit Missbrauchsopfern und Kritikern von Woelki. Anschließend sollen sie einen vertraulichen Bericht für den Papst erstellen.

dpa

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