Wer für die Herbstferien noch einen Urlaub plant, sollte sich genau anschauen, wie am Reiseziel die Corona-Lage ist. Wir betrachten die aktuelle Situation in elf der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen. © picture alliance/dpa
Corona-Wochenbilanz

Vor den Herbstferien: Corona-Lage in Deutschland entspannt, anders als in manchen Urlaubsländern

Die Entwicklung der Corona-Zahlen in Deutschland stimmt optimistisch. Mit Blick auf die Herbstferien allerdings gilt: In einigen der beliebten Urlaubsländern ist die Corona-Lage sehr heikel.

Seit rund zehn Tagen entspannt sich die Corona-Lage in Deutschland ein wenig, zumindest war die Zahl- der Neuinfektionen angeht. Das ist in anderen Ländern aber keineswegs überall so, was vor allem im Blick auf die in wenigen Wochen beginnenden Herbstferien wichtig ist. Wir schauen uns die Lage in elf Urlaubsländern genauer an.

Gipfel der vierten Corona-Welle scheint überschritten

Zunächst ein Blick auf die Wochenbilanz in Deutschland. Da bestätigt sich das, was sich in der vergangenen Woche bereits abgezeichnet hatte. Derzeit sieht es in der Tat so aus, als habe die vierte Corona-Welle ihren Höhepunkt überschritten. Seit dem 5. Juli war die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen neun Wochen lang von Woche zu Woche gestiegen.

In der Woche vom 6. bis 13. September sank die Zahl der Neuinfektionen erstmals wieder, zwar nur um 523, aber immer hin. In der Woche vom 13. bis 20. September lag die Zahl der Neuinfektionen gleich um 10.060 niedriger als in der Vorwoche. Das ist schon ein deutliches Zeichen. Die 7-Tages-Inzidenz, die ihren Höhepunkt während der vierten Welle am 8. September mit 90,4 hatte, lag vor einer Woche noch bei 86,1. Jetzt beträgt der Wert 71,0.

Die Hospitalisierungs-Inzidenz

Noch wichtiger ist inzwischen im Prinzip die Hospitalisierungs-Inzidenz. Sie gibt an, wie viele Corona-Kranke pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen in eine Klinik aufgenommen wurden. Diesen Wert gibt das Robert-Koch-Institut aktuell mit 1,65 an, allerdings ist dieser Wert mit äußerster Vorsicht zu genießen: Erfahrungsgemäß gibt es hier innerhalb der nächsten beiden Wochen noch zahlreiche Nachmeldungen. Trotzdem: Auch dieser Wert scheint sich derzeit zu stabilisieren, lag er doch am 30. August bei 3,42 und am 9. September bei 3,14.

Das bestätigt auch ein Blick auf die Intensivstationen. Dort werden am 20. September 1.528 Covid-19-Patientinnen und Patienten behandelt, von denen 828 beatmet werden. Auch hier verlangsamt sich die wöchentliche Zunahme von Woche zu Woche. Der Höhepunkt ist hier allerdings noch nicht erreicht, was auch nicht zu erwarten war, denn: Erfahrungsgemäß gibt es in aller Regel eine zeitliche Verzögerung zwischen Neuinfektion und Aufnahme auf einer Intensivstation um einige Wochen.

Gleiches gilt auch für die Zahl der Menschen, die an oder mit einer Coronainfektion gestorben sind. Auch diese Zahl steigt derzeit noch, allerdings sind die aktuellen Zahlen sehr weit von den hohen Todeszahlen vor allem in der zweiten Welle Anfang des Jahres entfernt.

Die Situation in Deutschland ist also relativ entspannt. Wie aber sieht es in den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen aus? Das dürfte gerade all jene interessieren, die für die Herbstferien eine Reise planen. Einen generellen Trend für alle Länder gibt es nicht. Die Lage ist höchst unterschiedlich. Hier ein alphabetisch geordneter Überblick:

Der Überblick über die Lage in elf Urlaubsländer

Belgien: Dramatisch ist die Lage in Belgien nicht, allerdings ist dort eine gewisse Stagnation festzustellen. Am 27. Juli meldete das Land eine Inzidenz von 29,3. Seither ging es aufwärts und stagniert seit etlichen Tagen bei einer Inzidenz um die 120, heute von 122,9.

Dänemark: Unser nördliches Nachbarland hatte lange Zeit sehr strenge Schutzmaßnahmen. Die wurden inzwischen gelockert, denn die Zahlen ließen das zu. So sank die 7-Tages-Inzidenz vom Spitzenwert am 17. August (121,9) auf aktuell 40,8.

Frankreich: Seit dem 15. September gilt in Frankreich für bestimmte Berufsgruppen eine Impfpflicht, die seit Monaten angekündigt worden war. Dadurch hatte sich die Impfkampagne erheblich beschleunigt – mit positiven Folgen. Der Gipfel der vierten Welle war am 17. August mit einer Inzidenz von 263,7 erreicht. Seither geht die Inzidenz zurück, aktuell liegt sie bei 78,8, wobei sie in Südfrankreich weiter über 100 liegt.

Griechenland: Die Entwicklung stimmte hoffnungsvoll, doch nun stagniert die Besserung in Griechenland. Am 26. August wurde mit einer Inzidenz von 220,7 der höchste Wert des Sommers gemessen, dann sank der Wert. Derzeit liegt die Inzidenz bei 150,7, ist allerdings zuletzt wieder leicht gestiegen.

Italien: Das Land, das vor allem von der ersten Corona-Welle heftig erwischt wurde, hat den Sommer 2021 coronamäßig gut überstanden. Den höchsten Inzidenzwert gab es mit 76,5 am 28. August, seither sinkt der Wert wieder. Heute liegt er bei 49,2.

Kroatien: Noch hat Kroatien den Höhepunkt der vierten Corona-Welle nicht erreicht. Seit das Land am 24. Juni mit 11,7 einen sehr niedrigen Wert erreicht hatte, steigen die Zahlen unaufhaltsam. Derzeit liegt die Inzidenz bi 197,7.

Niederlande: In unserem Nachbarland hat sich die Lage deutlich entspannt, seit man am 20. Juli den höchsten Inzidenzwert von 414,9 gemeldet hatte. Seither gab es einen deutlichen, stetigen Rückgang auf 97,5. In den nächsten Tagen werden daher zahlreiche Corona-Einschränkungen aufgehoben.

Österreich: Seit dem 3. Juli, als es einen Tiefstwert von 6,1 gab, ist die Inzidenz in Österreich wieder gestiegen. Der bisherige Höchstwert wurde am 16. September mit 162,3 registriert. Bis zum 20. September gab es zwar einen leichten Rückgang auf 154,9. Von einer wirklichen Entspannung kann allerdings noch keine Rede sein.

Portugal: Portugal hatte am 24. Juli mit 228,4 den höchsten Inzidenzwert der vierten Welle gemessen. Seither entspannte sich die Lage nach und nach. Aktuell beträgt die landesweite Inzidenz 63,4.

Spanien hatte in diesem Sommer sehr lange mit extrem hohen Infektionszahlen zu kämpfen. Am 20. Juli wurde der höchste Wert mit einer Inzidenz von 407,9 gemessen. Diese Zeiten liegen lange hinter dem Land. Stand heute beträgt die Inzidenz 47,2 und ist damit deutlich niedriger als in Deutschland.

Türkei: Alles andere als gut entwickelt sich die Corona-Situation in der Türkei. Am 10. Juli lag die Inzidenz bei 41,4, danach begann der wenig schöne Anstieg der Zahlen. Aktuell liegt der Wert bei 222,2. Noch ist nicht erkennbar, dass die Welle gebrochen ist.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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