Winterzeit 2021: Mit diesen Hacks schaffen Sie den Kick-Start!

Nach der Zeitumstellung sind viele Menschen so müde, dass ihnen beinahe der Kopf auf die Tischplatte fällt. Experten zeigen, warum das so ist und was Sie dagegen tun können.
Total fertig. Die Zeitumstellung kann sich wie eine Art Mini-Jetlag anfühlen. © Christin Klose/dpa-tmn

Jetlag kriegt man nur beim Reisen? Von wegen! Wenn in der Nacht auf den 31. Oktober 2021 die Uhren von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt werden, werden Sie das spüren. Denn das Ganze ist mit einem Mini-Jetlag vergleichbar. Ähnlich wie beim Reisen gerät bei vielen dann die innere Uhr durcheinander.

Doch wie war das überhaupt noch mal mit dem Umstellen der Uhren? Nobody is perfect. Es gibt 5 Merksätze, die sich schnell einprägen, suchen Sie sich einfach eine Eselsbrücke aus:

1. „Zeitumstellung funktioniert wie das Thermometer“ – im Frühjahr Plus und im Winter Minus.

2. Die 2-3-2-Regel: Im Frühling wird die Uhrzeit von 2 Uhr auf 3 Uhr gestellt. Im Herbst von 3 Uhr auf 2 Uhr – wie die Computerschnittstelle RS-232.

3. „Spring forward, fall back.“ Im Frühling (Spring) den Zeiger eine Stunde vordrehen, im Herbst (Fall) eine Stunde zurück.

4. „Früher aufstehen im Frühjahr“, denn die Uhr wird vorgestellt und die Schlafzeit verringert sich dadurch um eine Stunde.

5. „Im Winter gibt es Winterschlaf.“ Eine Stunde mehr Schlaf, denn die Uhren werden zurückgestellt.

Wie wirkt sich die Zeitumstellung auf meinen Körper aus?

Beim Wechsel auf die Winterzeit können wir eine Stunde länger schlafen. Und auch daran muss sich unser Körper erst gewöhnen.

„Die innere Uhr ist träge. Sie braucht ein wenig, um sich anzupassen“, sagt Wissenschaftlerin Mai Thi Nguyen-Kim auf ihrem Youtube-Channel maiLab in dem Video „Was die Zeitumstellung mit deinem Körper macht“.

Kein Wunder also, dass rund ein Drittel der Deutschen die Umstellung auf die Winterzeit nicht gut wegstecken. Das zeigt eine Umfrage der DAK Gesundheit im Herbst 2020. Damit bleibt der Wert mit 29 Prozent auf dem Höchststand der vergangenen Jahre. Das sind die Beschwerden:

  • Die meisten waren müde (85 Prozent).
  • Viele litten unter Einschlafproblemen (70 Prozent).
  • Die Befragten konnten sich schlechter konzentrieren (48 Prozent).
  • Auch depressive Verstimmungen wurden in Folge der Zeitumstellung genannt.

Folgen des Schlafmangels:

Wer nicht gut und ausreichend schläft, ist einfach nicht erholt. Man merkt es selbst weil man

  • …schlechte Laune hat,
  • …müde ist,
  • …nervös und/oder
  • …vergesslich ist.

Was wäre, wenn wir „ewige Sommerzeit“ hätten?

Die Zeitumstellung nervt viele. 72 Prozent der Befragten der DAK-Umfrage lehnen das Drehen an der Uhr ab. „Ewige Sommerzeit“ klingt verlockend. Aber: Wir würden auf jeden Fall schwerer wach werden, denn es wird morgens eine Stunde später hell. Das ist besonders hart im Winter, in dem wir eher im Dunkeln aufstehen. Für Youtuberin Mai Thi Nguyen-Kim ist das Licht aber der „stärkste äußere Zeitgeber“ zum Aufwachen.

Denn durch Licht werde die Serotonin-Ausschüttung stimuliert – „so werden wir morgens wach und munter“, sagt auch Schlafexperte Alfred Wiater, Vorstandsreferent der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.

3 Kickstart-Tipps in die Sommerzeit

Diese Wachmacher-Tipps helfen nach der Zeitumstellung:

1. Trinken, trinken, trinken!

  • Kaffee: „Pro Tag vier bis fünf Tassen Kaffee oder bis zu 400 Milligramm Koffein sind harmlos und können ohne weiteres getrunken werden“, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Diese Menge – mit Ausnahme von Schwangeren – empfiehlt auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit.
  • Grüner Tee und Mate-Tee: Diese Getränke sind in der Regel etwas schwächer als Kaffee. „150 Milliliter Kaffee enthalten je nach Röstung und Verarbeitungsgrad 50 bis 100 Milligramm Koffein. Dieselbe Menge grüner Tee enthält je nach Sorte und Ziehzeit 15 bis 65 Milligramm Koffein, Mate-Tee circa 40 Milligramm Koffein“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Anja Hassolt vom Berufsverband Oecotrophologie (VDOE).
  • Wasser: Trinken an sich hilft auch schon, denn manchmal macht uns der Flüssigkeitsmangel schlapp. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 1,5 Liter Wasser am Tag für Erwachsene. Wenn es draußen warm ist oder man Sport treibt, können es gerne 0,5 bis 1 Liter mehr sein

2. Abschalten

  • Nickerchen machen: Damit wäre vielen Menschen zumindest in der ersten Woche geholfen, sagt Schlafexperte Alfred Wiater. Am besten bis 15 Uhr kurz hinlegen – 20 bis maximal 30 Minuten. Länger als eine halbe Stunde sollte das Nickerchen nicht dauern. „Ansonsten kommen wir in eine Schlaftrunkenheit“, erklärt er.
  • (Tag-)träumen: Entspannt aus dem Fenster schauen und den Gedanken nachhängen – das reicht manchmal schon, um wieder fit zu werden. Diesen Tipp gibt Schlafforscher Jürgen Zulley, Professor für Biologische Psychologie an der Universität Regensburg.
  • Zeitig ins Bett gehen: Wer mit Mini-Jetlag auch noch zu spät ins Bett geht, ist am nächsten Tag müde. Mit dem früh zu Bett gehen, müsse man es aber auch nicht übertreiben, sagt Schlafmediziner Wiater Denn die Einschlafneigung am Abend ist individuell unterschiedlich. Legt sich ein Spättyp um neun Uhr ins Bett, wird er trotzdem erst dann einschlafen, wenn es seine innere Uhr zulässt.

So schützen sie sich vor Schlafmangel:

3. Licht aus!

  • Smartphone aus oder Blaulichtfilter ein: Auf Laptop, Handy und Tablet vor dem Einschlafen zu schauen, ist nicht clever. Denn helles blaues Licht blockiert die Ausschüttung unseres Schlafhormons Melatonin. Wer es trotzdem nicht lassen kann, sollte beim Smartphone den Nachtmodus mit Blaulichtfilter einstellen.
  • Zimmer verdunkeln: Wer das Licht aussperrt, kann besser schlafen. Mit dichten Vorhängen und Jalousien kann man ein Zimmer gut abdunkeln.

    dpa

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