Die Ziegen haben bei Alut Brinkmann auf dem Hof Heidbauer viel Auslauf. © Katrin Mantzke
Käserei in Castrop-Rauxel

Ziegen haben auf dem Hof Heidbauer nichts zu meckern

Der Hof Heidbauer, ruhrgebietstypisch zwischen Einfamilienhäusern, der Emscher und der A2 gelegen, ist einer der ältesten Bauernhöfe der Region. Hier wird toller Käse nachhaltig produziert.

Manchmal muss man aufpassen, wo man hintritt und dass man bei keinem Tier auf den Füßen landet. Rinder, Schafe, Hühner und vor allem Ziegen: Viele Zwei- und Vierbeiner tummeln sich auf dem Hof Heidbauer herum. Der Jahrhunderte alte Hof im Castroper Stadtteil Ickern wird bewirtschaftet von den Geschwistern Alut und Gert Brinkmann.

Neben der Produktion von Industriealkohol ist die Viehhaltung Schwerpunkt des Betriebs. Insgesamt bevölkern rund 300 Tiere das Idyll. Bemerkenswert ist auch das Rindfleisch. Es handelt sich hier um eine französische Rasse, die auf dem Hof artgerecht aufwächst.

Wer mit dem Auto in den Hof einfährt, merkt, dass das hier nichts mit der üblen industriellen Massentierhaltung zu tun. Motorisiert muss man aufpassen, dass einem die frei herumlaufenden Hühner nicht unter die Räder kommen, und kaum verlässt man das Fahrzeug, da kommen zutrauliche Ziegen angelaufen.

Serie

Genießer -Stücke aus der Region

In unserer Serie „Genießer-Stücke aus der Region“ stellen wir besondere kulinarische Produkte aus Dortmund und der Region vor.

Ziegen knabbern und klauen

Die schnuckeligen und neugierigen Viecher wollen gestreichelt werden, knabbern an Jacken und Schnürsenkeln und klauen auch gern mal Kugelschreiber aus den Hosentaschen.

Da alle Biolandkriterien erfüllt werden, führt der Hof seit geraumer Zeit das „Bioland-Siegel“. Das setzt voraus, dass die Anzahl der Tiere an die bewirtschaftete Fläche gebunden ist. Alle Tiere müssen ferner Zugang haben zu Auslaufflächen oder Weidegang.

Bio-zertifizierte Spezialitäten aus eigener Produktion

Seit 2012 betreibt Alut Brinkmann eine Hofkäserei, in der sie die Ziegenmilch zu zahlreichen bio-zertifizierten Spezialitäten verarbeitet. Weich- und Hartkäse, zum Teil mit Kräutern aromatisiert, Quark, Rohmilch – die Angebotspalette ist groß.

Kaufen kann man die Produkte im Hofladen, wo es darüber hinaus auch Eier aus eigener Produktion, Honig und Ziegenfleisch gibt. Da findet sich Ziegenschmelzkäse neben der Schmelzkäse-Variante mit Kümmel, Ziegen-Joghurt neben Ziegen-Frischkäse, alles in Bio. Die leckere Ziegensalami ist ebenso sehr gefragt.

Ein Produkt der regionalen Ziegenkäserei Heidbauer.
Ein Produkt der regionalen Ziegenkäserei Heidbauer. © Katrin Mantzke © Katrin Mantzke

Nicht nur kulinarisch ist der Hof einen Trip wert, auch gewerbliche und kunstgewerbliche Produkte führt der Hofladen: Ziegenfelle, Kerzen aus Bienenwachs, Mützen, Schals, Geldbörsen und viele andere Kleinigkeiten finden sich regelmäßig im naturnahen Angebot.

Kinder können lernen, Ziegen zu melken

Und nicht zuletzt für Kids ist es ein Spaß – außerhalb der Corona-Beschränkungen naturgemäß. Nach Absprache bieten die Brinkmanns auch schon mal Hofführungen an, bei denen die Ziegen gemolken werden können.

Der Hof ist mit einer Kornbrennerei verbunden. Dietrich Exter Heidbauer war der Begründer, er erwarb 1912 das Brennrecht und begann 1919 zu brennen. Eine besondere Spezialität ist deshalb auch noch heute der legendäre Eierlikör aus eigenen Eiern und Ziegenmilch.

Es gibt also nichts zu meckern, doch den Ziegen ist diese Eigenart allerdings nicht zu nehmen. Die Produkte kann man auch regelmäßig über die Marktschwärmer in u.a. Bochum und Dortmund beziehen.

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