Endlich geht es los: Die BVB-Fußballerinnen sind ins Training eingestiegen. © Foltynowicz
Borussia Dortmund

Beim Trainingsauftakt der BVB-Frauen geht „ein Traum in Erfüllung“

Das Frauenfußballteam von Borussia Dortmund steht erstmals auf dem Trainingsplatz. Man sieht strahlende BVB-Gesichter. Und das nächste Highlight steht schon vor der Tür.

Mit breitem Lächeln in den Gesichtern stimmen die Spielerinnen in den schwarzen Hosen und weißen Trikots mit dem schwarzgelben Logo in den Applaus der Trainingsbeobachter ein. Mit ihrer ersten Übungseinheit schreibt das neu gegründete Frauen-Fußballteams von Borussia Dortmund Vereinsgeschichte. Etwas mehr als 90 Minuten lang stehen die Frauen am Montagabend auf dem Kunstrasenplatz der Fußballakademie, absolvieren erste gemeinsame Dribblings, Koordinations- und Passübungen – und zum Abschluss ein erstes Trainingsspiel.

Erst das Foto, dann rollt der Ball bei den BVB-Frauen

Bevor der Ball rollt, steht aber erst einmal das obligatorische Mannschaftsfoto an. Danach geht es langsam los: Drei Runden warmlaufen um den Platz, ehe Trainer Thomas Sulewski seine Spielerinnen mit Koordinationsübungen beginnen lässt. Der 30-jährige Dortmunder kennt sich aus im Frauenfußball – den SV Berghofen führte er als Nachrücker zum Aufstieg in die 2. Liga, ehe er sich aus beruflichen Gründen zurückzog.

Nach den Koordinationsübungen geht es für das neu gegründete Team, das in der Kreisliga an den Start geht, mit Passtraining weiter. Gelbe Hütchen liegen auf dem Kunstrasen und markieren verschiedene Stationen, die Spielerinnen üben neben präzisen Abspielen auch die Ballan- und Mitnahme sowie das Dribbling mit dem Spielgerät am Fuß. Thomas Sulewski hat das Team in drei Gruppen aufgeteilt, die jeweils die gleiche Übung absolvieren.

BVB-Spielerinnen geben sich gegenseitig Tipps

Die Spielerinnen reden miteinander, geben sich Tipps. Sulewski betrachtet die Übungen, unterbricht kurz, um in ruhigem Ton die Ausführung zu verbessern: „Stopp einmal hier kurz.“ Die Spielerinnen sollen sich schon vor der Ballannahme anders positionieren, um das Leder schneller im Dribbling mitnehmen zu können. Und weiter geht’s.

Weitere Übungen zu flachen und halbhohen Pässen folgen, mal mit Ballannahme, mal nur mit einem Kontakt. Und dann ist es soweit: Zum Abschluss folgt ein Trainingsspiel. Die Hälfte der Spielerinnen streift sich orangene Leibchen über und schon rollt der Ball.

BVB-Trainer Sulewski: „Für den Start war das sehr ordentlich“

Die BVB-Frauen stehen auf beiden Seiten hoch und üben früh Druck aus – mit dem die Abwehrspielerinnen größtenteils gut umzugehen wissen. Die Kugel läuft von rechts nach links, die Torhüterinnen werden mit ins Spiel eingebunden. Die Spielerinnen kommunizieren viel und lautstark, die Abstimmung funktioniert für das erste gemeinsame Spiel überraschend gut. Der Sieg geht am Ende verdient an das Team ohne Leibchen: Nach einem Eckball landet der Ball zum Tor des Tages im Kasten.

Fotostrecke

Für BVB-Frauen geht beim Trainingsauftakt ein Traum in Erfüllung

„Für den Start war das sehr ordentlich“, resümierte Trainer Thomas Sulewski. „Wir finden es gut, dass die Mädels so euphorisch sind, dass sie sehr motiviert sind, dass sie gut zuhören, versuchen, das bestmöglich umzusetzen, was wir ihnen vorgeben. Das ist wichtig ganz am Anfang, dass wir uns finden und zu einem Team entwickeln, und das ist heute schon sehr gut gelaufen.“

Zwei angeschlagene BVB-Spielerinnen sind bald einsatzbereit

Zwei Spielerinnen können verletzungsbedingt nicht am Mannschaftstraining teilnehmen, sind aber in BVB-Trainingskleidung vor Ort. „Nichts Ernstes“, versichert Thomas Sulewski. „Kleinigkeiten, sie werden bald einsatzbereit sein.“

Und wie ist das, auf dem gleichen Gelände zu coachen wie einst Matthias Sammer? „Wenn man darüber nachdenkt und das mal wirklich sacken lässt, man in Dortmund geboren ist, den Verein liebt, die Stadt mag, Fußball generell liebt – dann ist das ein herausragendes Gefühl hier auf dem ehemaligen Trainingsgelände stehen zu dürfen, auch im Schatten des Stadions“, sagt Sulewski.

Für BVB-Trainer Sulewski ist es „ein herausragendes Gefühl“

Es sei eine Ehre, Trainer dieser Mannschaft sein zu dürfen, aber auch eine richtige Herausforderung und ein super spannendes Projekt. Für Spielerin Vanessa Heim ist das erste Training ebenfalls „besonders“. „Als kleines Mädchen habe ich immer davon geträumt“, berichtet die Offensiv-Allrounderin. „Ich habe da auch schon mal eine E-Mail geschrieben, ob es nicht eine Mädchenmannschaft gibt, da war ich noch sehr jung. Für mich ist jetzt ein Traum in Erfüllung gegangen.“

Es sei einfach cool, nach den ganzen Monaten der Pandemie endlich wieder zu kicken. „Von daher tut das sehr, sehr gut und macht sehr viel Spaß“, so Heim. Einen kleinen Kennenlern-Abend habe es auch bereits gegeben, verrät die 29-Jährige. „Das ist auf jeden Fall eine gute Truppe. Es sind super Mädels dabei, das Team ist bunt gemischt. Junge, etwas Ältere und Erfahrenere, das ist echt super.“

Riesige Vorfreude auf erstes BVB-Spiel gegen 1860 München

Die Vorfreude auf das erste Testspiel gegen 1860 München (8. August, 15 Uhr, Stadion Rote Erde) sei schon „riesig“, ebenso wie die Aufregung. „Das wird ein Mega-Ereignis, es wird wahrscheinlich in die Geschichte von Borussia Dortmund eingehen“, sagt Vanessa Heim. „Ich glaube, wir freuen uns alle – und ich freue mich besonders.“ Diese Freude strahlte auch noch aus den Gesichtern der Borussinnen, als sie nach der ersten Trainingseinheit applaudierend gemeinsam den Kunstrasenplatz der Fußballakademie an der Strobelallee verließen.

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