Die Erholungspause hat ihm gut getan: BVB-Neuzugang Jude Bellingham. © dpa
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Hummels in beeindruckender Form – Bellingham sehr präsent

BVB-Abwehrchef Mats Hummels bestätigt seine beeindruckende Form beim 2:0-Sieg in Bielefeld, Jude Bellingham präsentiert sich nach einer Erholungspause sehr präsent. Die Einzelkritik.

Gegen einen offensiv harmlosen Aufsteiger aus Bielefeld kommt Borussia Dortmund zu einem solide herausgespielten Arbeitssieg. Erneut bleibt der BVB ohne Gegentor, Abwehrchef Mats Hummels trifft doppelt. Die Einzelkritik:

Roman Bürki: Immerhin 14 Ballkontakte zählten die Statistiker für den Schweizer Torhüter bis zur Pause, alle mit dem Fuß. Halten musste er keinen Ball. Das blieb auch nach dem Seitenwechsel so, selten dürfte Bürki so einen ruhigen Arbeitstag erlebt haben. Note: 3,0

Thomas Meunier: Auf der rechten Seite mit vielen Freiheiten nach vorn, weil die Arminia in ihren seltenen konstruktiven Ballbesitzphasen ausschließlich mit langen Bällen auf das Sturmduo Klos/Schipplock setzte. Hatte daher viele Ballaktionen, Druck über die Seite kam allerdings kaum einmal dabei heraus. Spulte die zweiten 45 Minuten dann souverän herunter. Note: 3,0

Mats Hummels: Defensiv hatte er mit Klos keine Probleme. Sein toller Außenristpass auf Sancho riss die Bielefelder Defensive auf, das hätte die BVB-Führung sein müssen (27.). Lange Bälle über die Abwehrlinie der Ostwestfalen blieben ein probates Mittel von ihm, der Ball auf Sancho geriet nur etwas zu lang (36.). Warum er nach einer Ecke so frei zum Abschluss kam, dürfte er sich beim 1:0 auch gefragt haben (53.). Auch bei seinem dritten Treffer innerhalb von acht Tagen konnte er weitgehend ungehindert köpfen (71.). Dass er angeschlagen runter musste (86.), dürfte Lucien Favre Sorgen bereiten. In beeindruckender Form. Note: 1,5

Manuel Akanji: Auch der Schweizer, gegen Schipplock Herr der Lage, versuchte sich mit einem langen Ball auf Julian Brandt, der die Kugel mit der Brust annahm, dann aber abgelaufen wurde. Eine gute Chance (38.). Als Jude Bellingham scharf und tief in den Strafraum passte, war Akanji wohl überrascht davon, dass der Ball bis zu ihm durchrutschte – sein Abschluss ging knapp neben das Tor (42.). Mit Hummels hatte er auch nach der Pause defensiv alles im Griff. Note: 2,5

Felix Passlack: Auf der linken Seite hielt er die Außenbahn deutlich konsequenter als am Mittwoch Guerreiro. Den Japaner Ritsu Doan, hochgelobter Arminia-Leihspieler von PSV Eindhoven, verlor er nur einmal aus den Augen (22.), daraus entstand aber keine Gefahr. Brunner holte ihn rüde von den Beinen, sah dafür Gelb (26.). Unterm Strich erneut ein solider Auftritt. Note: 3,0

Jude Bellingham: Oft am Ball mit gewohnt guter Übersicht, ohne dass lange die zündende Idee in die Spitze dabei gewesen wäre. Sein scharfer Flachpass in den Strafraum aber war klasse und erreichte den überraschten Akanji (42.). 65 Ballkontakte bis zur Pause. Er blieb im Mittelfeld auch nach der Pause sehr präsent, leitete den zweiten Treffer mit einem Ball auf Reus ein. Die Erholungspause in dieser Woche hat ihm gut getan. Note: 2,0

Thomas Delaney: Im defensiven Mittelfeld fast schon unterfordert, weil die Arminia häufig mit langen Bällen in die Spitze operierte. Wenn nötig, brachte er seine Robustheit ein, viele Brände musste er bis zur Pause nicht löschen. Viel unterwegs, schon zur Pause fast mit sieben Kilometern. Sein Schuss aus 25 Metern, ein guter Aufsetzer, zwang Ortega zu einer ersten Parade (6.). Sah Gelb (63.), als er gegen Schipplock eigentlich den Ball spielte. Van der Hoorn hätte seinen Flankenversuch fast ins eigene Tor befördert. Der Pfosten stand im Weg (69.). Note: 2,5

Jadon Sancho: Schade, dass er seine Stärken fast ausschließlich mit den Füßen ausspielt. Der Kopfball nach Hummels‘ starker Vorbereitung hätte dennoch das 1:0 bringen müssen. Versuchte viel, nicht alles gelang. In der Offensive aber dennoch aktivster Dortmunder bis zum Halbzeitpfiff, auch wenn die Klarheit in den Aktionen manchmal fehlte. Vorbereiter des 1:0, es geht langsam aufwärts für den Engländer. Note: 3,0

Marco Reus: Er arbeitet sich weiter an seine gewohnte Form heran. Offensiv blieb er lange ohne zielführende Aktion, defensiv ließ er Arminias ersten Torschuss durch Hartel zu. Sein Distanzschuss (32.) kam zu zentral, beim Schuss von Hazard stand er unabsichtlich im Weg (44.). Dass seine Flanke auf Hummels beim zweiten Dortmunder Treffer perfekt kam, sollte ihm Selbstvertrauen geben (71.), der Weg zur Bestform führt diesmal über harte Arbeit. Note: 3,5

Julian Brandt: Tat sich lange schwer als vorderste Spitze, rotierte dann auch oft in eine hintere Position. Seine beste Szene war der kluge Rückpass auf Hazard, als er sich mit einem energischen Antritt in den Bielefelder Strafraum vorarbeitete (44.). Unglücklich, wie er Sanchos Vorarbeit verdaddelte, weil er zu verschnörkelt spielte (68.). Es ist noch ein weiter Weg bis zu seiner Bestform, immerhin ein leichter Aufwärtstrend ist erkennbar. Ortegas Abwehrbein verhinderte einen Treffer, der ihm sicher gut getan hätte (86.). Die Leichtigkeit in seinem Spiel ist aber immer noch nicht zurück. Note: 3,5

Thorgan Hazard: Schön anzusehen war seine Hackenweiterleitung auf Bellingham, biss sich aber wie die offensiven Kollegen an der Arminia-Defensive lange die Zähne aus. Guter Laufweg vor dem Rückpass von Brandt, da hatte er Pech, dass seine Abnahme an Reus‘ Rücken hängen blieb (44.). Solides Startelf-Comeback nach auskurierter Verletzung. Note: 3,0

Fotostrecke

Bundesliga, 6. Spieltag: Arminia Bielefeld – BVB 0:2 (0:0)

Raphael Guerreiro (74. für Sancho), Giovanni Reyna (74. für Reus), Axel Witsel (82. für Delaney), Reinier (82. für Hazard) und Lukasz Piszczek (86. für Hummels) kamen spät ins Spiel und bleiben ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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