Neuzugang Donyell Malen (l.) wird im BVB-System von Marco Rose eine wichtige Rolle übernehmen. © imago / Revierfoto
Gastkolumne

BVB-Neuzugang Donyell Malen: Sprinter mit einer großen Schwäche

BVB-Neuzugang Donyell Malen hat sich in Eindhoven ins Rampenlicht gespielt. Seine Schnelligkeit macht den 22-Jährigen zu einem perfekten Konterspieler - noch mit einer großen Schwäche.

Dass sich Borussia Dortmund bei der Suche nach einem Nachfolger für Jadon Sancho auf Donyell Malen festgelegt hat, kann ich sehr gut nachvollziehen. Malen ist 22, er hat sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft, passt aber jetzt schon sehr gut zum Spiel von Borussia Dortmund. Und es war schlau von ihm, nicht wieder zurück nach England zu gehen, sondern bei einem Klub wie dem BVB, bei dem es im Vergleich doch noch etwas ruhiger zugeht, den nächsten Schritt zu machen.

Der BVB bekommt in Donyell Malen einen perfekten Konterspieler

Die Fans in Dortmund dürfen sich freuen. Ich glaube nicht, dass es in der Bundesliga einen Spieler gibt, der auf den ersten fünf, sechs Metern schneller ist als Malen. Seine Schnelligkeit macht ihn zu einem sehr guten Konterspieler, am besten aufgehoben ist er auf der linken Seite. Unter Roger Schmidt musste er in dessen bevorzugtem 4-2-2-2 oft den Zulieferer für Eran Zahavi spielen und sehr viel laufen. Das hat ihm nicht so gut gefallen.

Malen stammt aus dem Nachwuchs von Ajax, aufgewachsen ist er quasi „unter Bauern“, auf dem Land in Wieringen in Nordholland. Als er 2017 zur PSV kam, weil der FC Arsenal für ihn keine Verwendung in der A-Mannschaft hatte, galt er als Talent, aber nicht als Riesen-Talent. Doch er konnte sich hier perfekt weiterentwickeln.

BVB-Neuzugang Donyel Malen schießt Tore am Fließband

Der damalige Trainer Phillip Cocu steckte ihn in die zweite Mannschaft, die in der 2. Liga spielt. Dort sind alle Nachwuchsmannschaften der großen Vereine vertreten, vielleicht vergleichbar mit der 3. Liga in Deutschland. Malen hatte ein schwieriges erstes Halbjahr, aber dann begann er, Tore zu schießen. Und hörte einfach nicht mehr auf. Zur A-Mannschaft holte ihn dann Mark van Bommel. Ab der Saison 2018/19 war er Stammspieler – und ab da eigentlich nicht mehr aufzuhalten.

Rik Elfrink schreibt seit 2010 für „Eindhovens Dagblad“ über die PSV. © privat © privat

Ich weiß nicht, wie er mit dem Druck klarkommen wird. 30 Millionen Euro, das ist viel Geld. Donyell ist ein sehr selbstkritischer Spieler, der nie zufrieden ist und es immer besser machen will. Diese Art dürfte in Dortmund gut ankommen. Überhaupt ist er ein bescheidener, junger Mann ohne große Allüren, der nicht so gern spricht. Malen ist ein Familienmensch, seine Eltern sind ein wichtiger Bezugspunkt, sie waren bei sehr vielen PSV-Spielen und werden sicher auch oft nach Dortmund kommen. Mit seinen 22 Jahren ist er schon Vater eines Sohnes. Er ist deshalb ein ruhiger Vertreter.

Donyell Malen muss beim BVB noch viel dazulernen

Malens große Schwäche ist sicher seine Chancenverwertung. Er hätte hier in Holland locker Top-Scorer werden können in der vergangenen Saison, wenn er nicht so viele gute Möglichkeiten vergeben hätte. Daran muss er arbeiten. Aus ihm kann ein kompletter Spieler werden, aber er muss in seinem Alter auch noch viel lernen. Darauf muss Borussia Dortmund eingestellt sein.

Rik Elfrink, Jahrgang 1974, schreibt seit 2010 für „Eindhovens Dagblad“ über die PSV und hat, wie er sagt, jedes Spiel von Donyell Malen für die Profimannschaft der PSV Eindhoven gesehen.

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