Im DFB-Pokal gegen Wiesbaden feierte Antonios Papadopoulos sein Pflichtspieldebüt für den BVB. © imago images/Hartenfelser
Borussia Dortmund

BVB-Verteidiger Antonios Papadopoulos: Signal Iduna Park statt Rote Erde?

Eigentlich war Antonios Papadopoulos beim BVB für die U23 vorgesehen. Doch wegen der Personalprobleme bei den Profis und seiner guten Leistungen könnte sich das ändern - auch dauerhaft.

„Ich kann es kaum erwarten, das schwarzgelbe Trikot zu tragen und freue mich, hoffentlich wieder mit Fans im vollen Stadion Rote Erde spielen zu können.“ Wenn man diesen Satz von Antonios Papadopoulos so liest, kann man eigentlich kaum glauben, dass er noch nicht einmal zwei Monate alt ist. Aber er zeigt eben, wie schnell es im Fußball manchmal gehen kann.

Denn eigentlich verpflichtet für die U23 von Borussia Dortmund, kann sich der deutsch-griechische Innenverteidiger nach der Vorbereitung bei den BVB-Profis und seinem Auftritt im DFB-Pokal gegen den SV Wehen Wiesbaden nun berechtigte Hoffnungen darauf machen, nicht nur in der Roten Erde, sondern im Signal Iduna Park zu spielen. Und zwar dauerhaft.

Eigentlich war Papadopoulos für die U23 des BVB eingeplant

Erst vor dieser Saison wechselte Antonios Papadopoulos ablösefrei vom Halleschen FC zur schwarzgelben Zweitvertretung. Der 21-Jährige, der aus dem Nachwuchs des VfR Aalen stammt, war in den vergangenen zwei Jahren Stammspieler beim HFC. Mit seiner Erfahrung von insgesamt 71-Drittligaspielen sollte er der U23 des BVB die nötige Stabilität in der Defensive geben. So zumindest der Plan.

Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Weil dem neuen BVB-Trainer Marco Rose in der Sommervorbereitung diverse EM-Teilnehmer fehlten, darunter eben auch die Innenverteidiger Manuel Akanji und Mats Hummels sowie der sich im Aufbautraining befindende Dan-Axel Zagadou, rutschte Papadopoulos zu den Profis hoch. Im Testspiel gegen den VfL Bochum bildete er erstmals mit seinem Teamkollegen Lennard Maloney aus der U23 das Innenverteidiger-Duo der Profimannschaft. Und machte seine Sache richtig gut. „Wir haben viele gute Zweikämpfe geführt, aber Papa hat herausgeragt. Gerne mehr davon“, lobte Marco Rose.

Einige Parallelen zu BVB-Verteidiger „Papa“ Sokratis

Wo wir auch bei seinem Spitznamen wären: „Papa“. Ein Name, der im Umfeld von Borussia Dortmund sofort Erinnerungen an Sokratis Papastathopoulos wach werden lässt. Von 2013 bis 2018 war „Papa“, wie er aufgrund seines für viele nahezu unaussprechlichen Nachnamens beim BVB genannt wurde, der Fels in der Brandung. „Lass das mal den Papa machen, der Papa macht das gut“, hatte er damals selbst gesungen.

Im Testspiel gegen den VfL Bochum stand Antonios Papadopoulos das erste Mal mit den BVB-Profis auf dem Platz. © imago images/RHR-Foto © imago images/RHR-Foto

Und auch der neue „Papa“ macht das gut. Mit griechischer Gelassenheit verteidigt er fast alles weg, was auf ihn zu kommt. Lautstark und ohne Respekt vor großen Namen dirigiert der 21-Jährige seine Vordermänner, geht robust in die Zweikämpfe und hat ein feines Füßchen. Immer wieder versucht er mit langen Diagonalbällen auf die Stürmer, das Mittelfeld schnell zu überbrücken. Sehr zur Freude von Marco Rose.

BVB-Verteidiger Papadopoulos oftmals noch zu ungestüm

Im Testspiel gegen Athletic Bilbao hat Papadopoulos aber auch schon gespürt, „was es heißt, auf internationalem Niveau zu verteidigen“, hat BVB-Trainer Marco Rose im exklusiven Interview mit den Ruhr Nachrichten gesagt – „und das sehr ordentlich gemacht.“ Wobei man schon sagen muss, dass er gegen die Offensivkräfte des spanischen Erstligisten phasenweise einen schweren Stand hatte. Papadopoulos kam oft an seine Grenzen. Vor allem in Duellen gegen Iñaki Williams.

Und auch im DFB-Pokal gegen den SV Wehen Wiesbaden gab es immer mal wieder Situationen, die die Schwachstellen des 21-Jährige offenbarten. Zu ungestüm ging er in den einen oder anderen Zweikampf, zu lässig war er bei einigen Klärungsversuchen. Dennoch: Auch in seinem ersten Pflichtspiel hat der Deutsch-Grieche an der Seite von Manuel Akanji eine sehr souveräne Leistung geboten.

Papadopoulos könnte eine Option in der BVB-Defensive sein

Aber was bedeutet das für die kommenden Wochen und Monate? Geht es für Antonios Papdopoulos zurück in die Rote Erde oder spielt er vor über 20.000 Fans im Signal Iduna Park? Fakt ist: Mats Hummels fällt aufgrund seiner Patellasehnen-Reizung noch weiter aus, er ist keine Option für den Bundesliga-Auftakt gegen Eintracht Frankfurt. Emre Can könnte bis dahin wieder fit sein, ist aber bei weitem noch nicht bei 100 Prozent. Axel Witsel fühlt sich nicht sonderlich wohl in der Innenverteidigung. Heißt: Die Chancen auf einen Einsatz am Samstag stehen nicht schlecht für „Papa“.

Inwieweit der 21-Jährige im Laufe der Saison dauerhaft Teil des Profi-Kaders werden könnte, hängt in erster Linie natürlich mit der personellen Situation zusammen. Sollten Hummels und Zagadou aber nicht zeitnah zurückkommen und Papadopoulos bis dahin seine Sache gut machen, könnte er sich zumindest einen Platz als Back-up sichern.

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