Donyell Malen ist die Wunschlösung des BVB als Nachfolger von Jadon Sancho. Zugleich gehen mit seiner Verpflichtung viele Erwartungen einher. © imago / Revierfoto
Meinung

Neuzugang Donyell Malen löst nur einen Teil der BVB-Probleme

In Donyell Malen hat Borussia Dortmund seinen Wunschspieler bekommen. Damit ist aber nur ein Teil der BVB-Probleme gelöst. Auf Trainer Marco Rose warten knifflige Wochen. Dirk Krampe kommentiert.

Borussia Dortmund hat seinen Wunschspieler bekommen, wunschlos glücklich ist der BVB dadurch aber nicht. Schon die Verpflichtung von Donyell Malen wurde für Sportdirektor Michael Zorc und seinem designierten Nachfolger Sebastian Kehl zum Geduldsspiel und verlangte viel Beharrlichkeit und Fingerspitzengefühl in den Verhandlungen.

Angespannte Lage in der Innenverteidigung des BVB

Weitere Transfers sind derzeit nicht in Sicht. Insofern kompensiert Malen hoffentlich zwar den Verlust von Jadon Sancho, an anderen Baustellen im Kader aber wartet noch ein Berg an Arbeit. Prekär ist weiterhin die Situation in der Innenverteidigung, wo sich in den kommenden Tagen klären dürfte, ab wann der neue Trainer Marco Rose wieder mit Mats Hummels planen kann.

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Bad Ragaz, Tag 5: Donyell Malen steigt ins BVB-Training ein

Vor zwei Jahren noch hätte der BVB mit ziemlicher Sicherheit auf die Tatsache reagiert, dass Manuel Akanji derzeit der einzig vollständig gesunde und fitte Innenverteidiger ist, der Abwehrchef seit Monaten mit latenten Problemen an der Patellasehne kämpft und zwei Backups bis weit in den Herbst hinein noch fehlen werden.

Gerüchte um Juve-Profi Merih Demiral nicht glaubwürdig

Doch in einer „normalen Zeit“ bewegen sich auch die Profiklubs im Fußball seit 18 Monaten nicht mehr. Gerüchte um Juve-Verteidiger Merih Demiral kann man daher auch gleich wieder vergessen, denn die Kassen sind leer. Auch an anderen Stellen im Kader (Außenbahnen defensiv) gäbe es sicher noch Optimierungsbedarf, auch dort unterliegt das Handeln den gleichen Zwängen: Erst der Transfererlös, dann vielleicht die Investition. Und auf der Abgabeseite herrscht seit Wochen Flaute.

Nun genügt der BVB-Kader auch in dieser Zusammensetzung sicher höheren Ansprüchen und ist wettbewerbsfähig. Die Konkurrenten um die lukrativen Champions-League-Plätze spüren die gleichen Sachzwänge und kämpfen mit ähnlichen Problemen. Zwar läuft die Transferphase noch gut vier Wochen, große Sprünge aber sind nicht mehr zu erwarten. Und so ruhen in Dortmund die Hoffnungen auch darauf, dass der neue Trainer Marco Rose frischen Wind und so manchen Problemfall der vergangenen Spielzeit wieder in die Spur bringt.

BVB-Neuzugang Malen verkörpert anderen Spielertyp als Sancho

Malens Verpflichtung ist nichtsdestoweniger sehr spannend: Er verkörpert einen etwas anderen Spielertypen, als es Sancho ist. Etwas mehr Unberechenbarkeit im eigenen Spiel zu haben, könnte eine große Chance sein. Andererseits schwingt die latente Sorge mit, dass der Neue Zeit brauchen könnte. Die hat auch ein Sancho gebraucht, die haben viele Neuzugänge gebraucht, eigentlich nur Erling Haaland nicht, der einfach so weitergemacht hat wie im Salzburger Trikot. Und die Ergebnisse müssen immer stimmen, egal, wie die Umstände sind.

Malen weiß, was von ihm erwartet wird. Mit der Ablöse von 30 Millionen Euro ist Borussia Dortmund an die Schmerzgrenze gegangen, das zeigt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch, welches Potenzial der BVB in diesem Spieler sieht. Macht Donyell Malen in seiner Entwicklung so weiter wie in Eindhoven, dürfte Borussia Dortmund auf jeden Fall viel Spaß an diesem Spieler haben.

Sancho-Rucksack könnte für Malen beim BVB zum Problem werden

Aber: Nicht weniger als 36 Torbeteiligungen gilt es aufzufangen, die in der vergangenen Saison von Jadon Sancho kamen. Dieser Rucksack könnte für den 22-jährigen Niederländer vor allem zu Beginn ein wenig zu schwer werden. Von daher sind auch seine Mitspieler aufgerufen, ihm den Einstieg in Dortmund leicht zu machen.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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