Der Signal Iduna Park in Dortmund. © picture alliance/dpa/Getty Images Europe/Pool
Borussia Dortmund

Uefa verbietet EM-Arena in Regenbogenfarben: So reagiert der BVB

Das Verbot der Uefa, die Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben strahlen zu lassen, lässt viele deutsche Profiklubs nicht kalt. Auch Borussia Dortmund reagiert.

Ein Turnier für alle Menschen solle diese Europameisterschaft sein, twitterte die Uefa jüngst, und flankierte die Nachricht symbolträchtig mit einem Regenbogen. Dem Zeichen für Solidarität mit der LGBTQ+-Szene – also aller Menschen, die in Ihrer sexuellen Identität von der heterosexuellen Welt abweichen: Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und queere Menschen. Nur wenig später aber leitete der europäische Fußballverband Ermittlungen gegen DFB-Keeper Manuel Neuer ein, weil dieser eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben am Oberarm trug.

Uefa verbietet, die Arena in Regenbogenfarben zu beleuchten

Wertete die Uefa dies letztlich noch als „gutes Statement“, so verbot sie der Stadt München das Vorhaben, die Arena zum Spiel gegen Ungarn am Mittwochabend in Regenbogenfarben zu beleuchten.

Die Begründung: Das Vorhaben ziele „auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments“ ab, stehe somit in einem „politischen Kontext“ und sei demnach unerwünscht. Das ungarische Parlament hatte vor kurzem ein Gesetz verabschiedet, das unter anderem die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt.

Mehrere Bundesliga-Stadien werden in Regenbogenfarben leuchten

Das Verbot der Uefa rief Eintracht Frankfurt auf den Plan. „Wenn München am Mittwoch nicht darf, dann müssen eben die anderen Stadien im Land Farbe bekennen. Auf jetzt, Kollegen in der Liga“, twitterte Eintrachts Vorstandssprecher Axel Hellmann. Das Frankfurter Stadion wird am Mittwochabend in Regenbogenfarben beleuchtet. Andere Profiklubs schlossen sich der Aktion an: 1. FC Köln, VfL Wolfsburg, FC Augsburg, SV Darmstadt 98. Auch in Berlin soll es eine ähnliche Aktion geben.

Borussia Dortmund wird den Signal Iduna Park nicht in Regenbogenfarben tauchen. Aus technischen Gründen sei das nicht möglich, erklärte der Klub auf Anfrage der Ruhr Nachrichten. Aber die Borussia will trotzdem ein Zeichen setzen.

BVB-Stadion wird nicht in Regenbogenfarben leuchten

„Wir werden uns zu Wort melden, um auszudrücken, dass wir als BVB für Toleranz und gegen jede Form von Diskriminierung stehen“, erklärte Daniel Lörcher, Leiter der Abteilung Corporate Responsibility. Jede Sichtbarkeitsaktion wie die angedachte Beleuchtung der Stadien sei richtig und wichtig, erklärte Lörcher. Es dürfe nur nicht allein bei Symbolen bleiben: „Eine kontinuierliche Grundlagenarbeit in den Vereinen zu leisten ist noch wichtiger. Betroffenen zuzuhören, das Verhalten der Menschen nachhaltig zu ändern, sodass sich jeder im Stadion wohlfühlen kann, das muss das Ziel sein. Und ist es auch für uns beim BVB.“

Die Uefa hatte im Zuge ihres Verbots erklärt, eine „politisch und religiös neutrale Organisation“ zu sein. Daniel Lörcher sieht es mit Blick auf den BVB anders: „Ein Profifußballverein mit seinen vielen Fans ist ein großer gesellschaftspolitischer Akteur.“ Und dieser müsse eben auch seiner Verantwortung gerecht werden, sich gegen Homofeindlichkeit und Diskriminierung und für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung einzusetzen. Zur SportsPride 2021 am 26. Juni will sich Borussia Dortmund erneut genau so positionieren.

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Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
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